AW: News - The Beatles: Ab sofort im iTunes-Store erhältlich
Sich über das Verlustbehaftete Format mp3 aufzuregen wäre in etwa genau so sinnvoll, als würde man sich über einen Fotoapparat aufregen, weil der kein UV-Licht in die Bilddatei speichert.
Das was bei mp3 verloren geht, kann das Menschliche Gehör so oder so nicht hören.
Es gibt durchaus viele Fälle, in denem man den Unterschied direkt merkt. Das Problem liegt darin, dass aktuelle oder remasterte Musik oft voll auf Lautstärke produziert ist, quasi bis an die Decke und nur knapp vor der Übersteuerung (oftmals bereits übersteuert). Wenn man in diesem Fall nicht die Lautstärke eines Titels vor der Umwandlung in mp3 oder ein ähnliches Format leicht reduziert, übersteuern bei der Umwandlung diese besonders lauten Stellen dann. Und bei den großen Download-Stores wird generell nicht komplett sauber konvertiert. Ist jetzt schwierig, das in wenigen Worten zu erklären, aber durch die Natur der Umwandlung in das mp3-Format kann es passieren, dass die schon am Maximallevel klebende Aussteuerung der Schallwelle diese Decke überschreitet und somit eine Übersteuerung eintritt. Man hört das dann deutlich in Form krachender/schrammender/knisternder Laute, besonders bei Schlagzeugeffekten oder Ähnlichem.
In der Tat kann ich bei sauber umgewandelter Musik im direkten Vergleich zweier 30-Sekunden-Schnipsel die Originalvariante von der mp3-Variante eines Titels nicht voneinander unterscheiden. Meiner Erfahrung nach geht jedoch dadurch, dass im mp3-Format Töne, die wir nicht bewusst wahrnehmen, ein Teil der Emotionalität der Musik verloren, also etwa der Gänsehauteffekt bei besonders intensiven Passagen. Wenn wir einen Ton nicht bewusst hören, kann es eben dennoch sein, dass wir ihn körperlich wahrnehmen, was dann eine emotionale Resonanz auslöst. Wenn ich zwei Stunden lang durchgehend mp3-Musik höre, fühle ich mich matt oder gar genervt. Bei verlustfreier Musik ist das nicht der Fall.
Es ist etwa so wie bei altmodischen Glühbirnen gegenüber "modernen" Halogen-Energiesparlampen. Beide mögen möglicherweise ein gleichermaßen helles und weißes Licht liefern. Während bei Glühbirnen das weiße Licht jedoch aus einem kontinuierlichen Lichtspektrum (also quasi die gebündelten Regenbogenfarben) besteht, setzt sich bei der Sparlampe das weiße Licht nur aus wenigen einzelnen Farbtönen zusammen, die gebündelt auch weiß erscheinen. Das Licht der Glühbirne wird dabei entsprechend von vielen Menschen als deutlich wärmer und angenehmer empfunden, Halogenlich hingegen als kühl oder gar anstrengend.
Aber gut, da es bei diesem Thema wie bei so ziemlich allen anderen auch keine eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt und die persönliche Wahrnehmung individuell verschieden ist, kann man sich über solche Dinge streiten. Was mir jedoch unabhängig davon völlig unbegreiflich ist, das ist die Tatsache, dass in Download-Stores wie iTunes Musik oder andere Medieninhalte in deutlich schlechterer Ausstattung (verlustbehaftete Klangqualität, kein Datenträger, keine Hülle, kein Booklet) oftmals genauso teuer oder sogar teurer als die Original-Schallplatte/CD/DVD angeboten werden.