sealofdarkness
Hobby-Spieler/in
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Man kann mit visuellen Mitteln eben nur bestimmte Dinge darstellen. Der Fantasie in Büchern ist praktisch keine Grenzen gesetzt. Ein ganz typisches Beispiel ist der "Innenblick" und der "innere Monolog". Abgesehen davon hat ein Buch den Vorteil, dass man sich individuell beliebig viel Zeit nehmen kann. Ein Film ist da relativ "starr", d.h. man erfasst eine Situation vollständig - oder auch nicht. Ein Buch kann ich so schnell oder langsam lesen, wie ich das möche und wie es meine Fantasie erfordert. Von allen Medien bietet das geschriebene Wort die meisten Freiheiten für den Autor und es sind praktisch alle erzählerischen Stilmittel und Methoden problemlos möglich. Jedes visuelle Medium hat da viel stärkere Limitierungen.
Das meine ich damit, dass das geschriebene Wort das "mächtigste" Werkzeug zum Erzählen einer Geschichte ist. Wer seiner Kreativität freien Lauf lassen will ohne irgendwelchen (technischen) Beschränkungen aufzuliegen, ist mit dem geschriebenen Wort am besten bedient. Und für den Konsument bietet das geschriebene Wort die größte Bandbreite an möglichen Erzähltechniken und unterschiedlichen Erzählansätzen. So viel kreative Freiheit wie ein Autor hat praktisch kein Filmemacher.
Was ich damit nicht sagen wollte ist, dass ein Buch zwangsläufig die bessere Geschichte erzählt oder dass Filme nicht ebenso viele Emotionen wie ein Buch erzeugen können.
Der innere Monolog lässt sich auch visualisieren. Ein Spiel kann man pausieren, genauso wie ein Film. Beim Film kann man auch noch beliebig vor und zurück spulen. "man erfasst eine Situation vollständig - oder auch nicht" kann auch in einem Buch passieren, wenn man nicht "zwischen den Zeilen" lesen kann oder wenn es evtl zu kompliziert oder konfus be/geschrieben ist.
Rein theoretisch kann ein Film oder ein Spiel auch nur eine Aneinanderreihung von Seiten darstellen, die dann entweder automatisch umgeblättert werden oder durch einen Klick. Gibt ja auch interaktive Visual Novels mit Entscheidungsfreiheit.
Das Buch ermöglicht es dem Leser und dem Autor evtl seine Fantasie am besten zu entfalten, aber das kommt generell auf das Individuum an. Nur weil ein Medium die meisten Möglichkeiten in Sachen Fantasie bereitstellen kann, heißt nicht, dass jenes Medium generell besser in Geschichten erzählen ist^^
Und dass Filme (genauso wie Spiele, nehme ich an) nicht ebenso viele Emotionen wie ein Buch erzeugen können, würde ich nicht pauschal sagen. Es gibt Filme, die haben mich emotional mehr berührt, als das Buch (Ein Mann namens Ove zum Beispiel).
Ich bin kein Fan davon Dinge zu pauschalisieren, deswegen glaube ich auch nicht, dass ein Buch "zwangsläufig die bessere Geschichte erzählt". Es kommt immer zuerst auf das Individuum an und dann vielleicht auf das gewählte Medium.
Letztendlich entscheidet die einzelne Person, was für ihn/sie besser ist und was nicht.


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