Seit mehr oder weniger 2 Monaten befindet sich Diablo 3 auf den Computern unzähliger Fans die seit gut 10 Jahren dem Release entgegen gefiebert haben. Viel wurde in dieser Zeit berichtet, gemunkelt und vor allem kritisiert. Angefangen mit dem Design, welches von vielen Fans als nicht düster genug bezeichnet wurde, über die Entscheidung für ein Auktionshaus mit echtem Geld bis hin zum Onlinezwang und einem zumindest schleppenden Start gab es viel was Spielern zwangsläufig einen bitteren Beigeschmack zu der eigentlich viel wichtigeren Euphorie lieferte. Weiterhin gestand Blizzard erst kürzlich durch einen Mitarbeiter ein, dass das Spiel zu wenig Endgame Content bietet weil man die Gesamtspielzeit, welche vor allem der Inferno Modus in Anspruch nehmen sollte, überschätzt hat (siehe PcGames Berichterstattung).
Doch sind diese Faktoren tatsächlich dafür verantwortlich, dass die Spielerzahlen schon massiv rückläufig sind? Es scheint irritierend, dass ein Blizzard Spiel, welche eigentlich immer mit extremer Langzeitmotivation in Verbindung gebracht werden, nach bereits 2 Monaten nach dem Release diese Erscheinungen zeigt. Erklärungsansätze zeigen sich in der Diskrepanz zwischen der Bewertung des reinen Spiels (PcGames 91
und der des Produktes (PcGames Leserwertung 75
durch die Kunden. Während die 91% des PcGames Tests nur das Endprodukt aus technischer Sicht bewerten, spiegelt sich in den 75% der Leser die gesamte Erfahrung mit dem Projekt Diablo 3 wieder, welche sich mittlerweile über einen sehr langen Zeitraum erstreckt, in welchem viele Features angekündigt und wieder gestrichen wurden. Das macht die offizielle Wertung nicht falsch, zeigt aber, dass der Prozess bis hin zum Release in der Wahrnehmung des Kunden eine nicht zu vernachlässigende Rolle zu spielen scheint.
Der Eindruck der sich herauskristallisiert ist, dass sich Blizzard das erste Mal mit seiner Release Strategie verzockt hat, da das Verhältnis von der reinen Entwicklungszeit zu der Qualität und Quantität des finalen Produktes für den Kunden nicht mehr stimmt. Obwohl es eigentlich logisch erscheint, dass die Käufer weniger geneigt sind die Schwächen des Produktes wie fehlende Features oder schlechtes Balancing zu verzeihen, wenn die Entwicklungszeit überproportional lang war, ist es Blizzard in der Vergangenheit immer gelungen diese durch eine überdurchschnittliche Qualität und mindestens angemessener Quantität des Endproduktes zu kompensieren. Der momentane Rückgang der Spielerzahl suggeriert, dass dieses Kunststück Blizzard diesmal nicht gelungen ist.
Es ist allerdings müßig über die etwaigen Fehler im Gamedesign und/oder des Spielumfangs zu philosophieren. Der Kernkritikpunkt, welchen sich Blizzard meines Erachtens nach gefallen lassen muss ist die Unfähigkeit die angestrebte Qualität des Endproduktes mit einem Zeitplan zu verbinden der weniger als eine Dekade in Anspruch nimmt. Selbst wenn Blizzard durch fortlaufendendes Feintuning die Spielerfahrung noch verbessern kann, steht dies ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr im Verhältnis zu den durch die extreme Entwicklungs- und Wartezeit geschaffenen Erwartungshaltungen der Spieler.
Der Release hat sehr deutlich gezeigt, dass ein perfektes Balancing bei einer komplexen Spielmechanik selbst mit ausgeprägter Beta-Phase so gut wie unmöglich ist und Patches daher unumgänglich sind. Eine frühere Integration der Spieler in diesen Prozess in Form eines Releases oder einer vollständigen Beta (offen oder geschlossen) hätte viele dieser wahrscheinlich höchst mühsamen Balancing Entscheidungen durch die hohe Partizipation der Community deutlich verkürzen können. Möglicherweise hätte dies den Entwicklern mehr Zeit verschafft Features wie den PvP Modus vor Release zu vervollständigen und somit auch den momentan fehlenden Endgame Content zu ergänzen.
Als Fazit bleibt, dass Blizzard aus meiner Sicht an einem Scheideweg steht, welcher tatsächlich über das Zukünftige Image der Firma entscheiden könnte. Hält Blizzard an der bisherigen Release Politik fest, so laufen sie langfristig Gefahr Opfer ihres eigenen Perfektionismus zu werden und die Erwartungshaltungen der Spieler nicht mehr erfüllen. Der andere Weg ist allerdings nicht minder gefährlich und sollte wenn überhaupt in Zusammenarbeit mit der Community beschritten werden um Entscheidungsfindungsprozesse im Bereich Balancing zu verkürzen.
Doch sind diese Faktoren tatsächlich dafür verantwortlich, dass die Spielerzahlen schon massiv rückläufig sind? Es scheint irritierend, dass ein Blizzard Spiel, welche eigentlich immer mit extremer Langzeitmotivation in Verbindung gebracht werden, nach bereits 2 Monaten nach dem Release diese Erscheinungen zeigt. Erklärungsansätze zeigen sich in der Diskrepanz zwischen der Bewertung des reinen Spiels (PcGames 91
und der des Produktes (PcGames Leserwertung 75
durch die Kunden. Während die 91% des PcGames Tests nur das Endprodukt aus technischer Sicht bewerten, spiegelt sich in den 75% der Leser die gesamte Erfahrung mit dem Projekt Diablo 3 wieder, welche sich mittlerweile über einen sehr langen Zeitraum erstreckt, in welchem viele Features angekündigt und wieder gestrichen wurden. Das macht die offizielle Wertung nicht falsch, zeigt aber, dass der Prozess bis hin zum Release in der Wahrnehmung des Kunden eine nicht zu vernachlässigende Rolle zu spielen scheint. Der Eindruck der sich herauskristallisiert ist, dass sich Blizzard das erste Mal mit seiner Release Strategie verzockt hat, da das Verhältnis von der reinen Entwicklungszeit zu der Qualität und Quantität des finalen Produktes für den Kunden nicht mehr stimmt. Obwohl es eigentlich logisch erscheint, dass die Käufer weniger geneigt sind die Schwächen des Produktes wie fehlende Features oder schlechtes Balancing zu verzeihen, wenn die Entwicklungszeit überproportional lang war, ist es Blizzard in der Vergangenheit immer gelungen diese durch eine überdurchschnittliche Qualität und mindestens angemessener Quantität des Endproduktes zu kompensieren. Der momentane Rückgang der Spielerzahl suggeriert, dass dieses Kunststück Blizzard diesmal nicht gelungen ist.
Es ist allerdings müßig über die etwaigen Fehler im Gamedesign und/oder des Spielumfangs zu philosophieren. Der Kernkritikpunkt, welchen sich Blizzard meines Erachtens nach gefallen lassen muss ist die Unfähigkeit die angestrebte Qualität des Endproduktes mit einem Zeitplan zu verbinden der weniger als eine Dekade in Anspruch nimmt. Selbst wenn Blizzard durch fortlaufendendes Feintuning die Spielerfahrung noch verbessern kann, steht dies ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr im Verhältnis zu den durch die extreme Entwicklungs- und Wartezeit geschaffenen Erwartungshaltungen der Spieler.
Der Release hat sehr deutlich gezeigt, dass ein perfektes Balancing bei einer komplexen Spielmechanik selbst mit ausgeprägter Beta-Phase so gut wie unmöglich ist und Patches daher unumgänglich sind. Eine frühere Integration der Spieler in diesen Prozess in Form eines Releases oder einer vollständigen Beta (offen oder geschlossen) hätte viele dieser wahrscheinlich höchst mühsamen Balancing Entscheidungen durch die hohe Partizipation der Community deutlich verkürzen können. Möglicherweise hätte dies den Entwicklern mehr Zeit verschafft Features wie den PvP Modus vor Release zu vervollständigen und somit auch den momentan fehlenden Endgame Content zu ergänzen.
Als Fazit bleibt, dass Blizzard aus meiner Sicht an einem Scheideweg steht, welcher tatsächlich über das Zukünftige Image der Firma entscheiden könnte. Hält Blizzard an der bisherigen Release Politik fest, so laufen sie langfristig Gefahr Opfer ihres eigenen Perfektionismus zu werden und die Erwartungshaltungen der Spieler nicht mehr erfüllen. Der andere Weg ist allerdings nicht minder gefährlich und sollte wenn überhaupt in Zusammenarbeit mit der Community beschritten werden um Entscheidungsfindungsprozesse im Bereich Balancing zu verkürzen.