Atmosphäre vs Gameplay

oceano

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Atmosphäre vs Gameplay

Hi,

erstmal vorweg: der Titel ist vermutlich nicht perfekt gewählt, mir fiel aber gerad nix besseres ein^^ Es soll um folgendes gehen, ich hab zuletzt Wolfenstein gespielt und spiel zurzeit Batman:AA. Wolfenstein war ganz nett, Batman scheint wirklich ein Top-Titel zu sein, kurz gesagt - beides gute bis sehr gute Spiele. Allerdings haben beide einen für meinen Geschmack erheblichen Makel. Um die Spiele einigermassen vollständig abzuschliessen, d.h. möglichst viele/alle Upgrades freizuschalten und alle Storyfetzen mitzubekommen, muss man sich abseits der Hauptmissionen ständig doof und dämlich suchen. Man muss sprichwörtlich jeden Stein umdrehen, nach oben, nach unten, nach links, nach rechts schauen, jede kleine Ecke durchsuchen und immer gucken, obs nicht irgendwo geheime Zugänge zu scheinbar unerreichbaren Orten gibt.

Natürlich gabs sowas schon in vielen Spielen zuvor, aber IMO wirds mittlerweile auf die Spitze getrieben. Bei Wolfenstein und Batman kommt noch ärgerlicherweise dazu, dass man ständig zwischen Schleiermodus bzw Detektivmodus und normaler Sicht wechseln muss, denn viele Secrets lassen sich nur mit der jeweiligen Spezialsicht aufstöbern, was die Spielerfahrung nochmals unruhiger macht.
Durch diese ewigen Unterbrechungen, die die ganze Sucherei mitsichbringt, kommt einfach kein vernünftiger Spielfluss auf. Man wird permanent aus der Atmosphäre und der Story rausgerissen, vor allem wenn es heisst, dass man eine bestimmte Mission möglichst schnell abschliessen sollte, aber der Weg zum Ziel wieder mit einer Unzahl an Secrets geplastert ist, so dass man mehr oder weniger gezwungen ist, unverhältnismässig lange in einzelnen Räumen zu verbleiben. Was storytechnisch unlogisch ist.

Gut, jetzt könnte man natürlich sagen: dann renn doch einfach durch und folge nur den Missionen.[/i] Ganz so einfach ist das aber nicht immer. Oftmals sind solche Secrets wichtig, um zB Upgrades oder andere Fähigkeiten freizuschalten, die man vielleicht später im Spiel gut gebrauchen könnte. Interessante Storyinhalte oder zusätzliche Hintergrundinfos verpasst man in der Regel auch nur ungerne. Bei Assassins Creed dagegen hab ich schon ziemlich früh damit aufgehört die ganzen Flaggen einzusammeln, nachdem mir klar wurde, dass die überhaupt keine Bedeutung haben. Das gute daran: für alle, die das Spiel gerne zu 100% abschliessen wollten, eine zusätzliche Langzeitmotivation suchten und sowieso gerne durch jede Ecke der Spielwelt gestreift sind, war das eine nette Idee und zusätzlicher Anreiz. Alle anderen, die dazu keine Lust dazu hatten, konnten es einfach sein lassen ohne grossartig was zu verpassen. Imo eine gute Lösung.

Langer Schwede, kurzer Finn´: diese Such- und Sammelelemente dienen hauptsächlich der Verlängerung der Spielzeit und der Langzeitmotivation, was ja grundsätzlich ganz nett ist, aber meines Erachtens häufig auf Kosten der Storyerfahrung und Atmosphäre geht, wenn es ungünstig implementiert ist.

Wie seht ihr das? Ist euch das auch schonmal irgendwann negativ aufgefallen? Oder ist die Spielzeit, die am Ende rauskommt sowieso nur das A und O - je höher desto besser? Oder spielt ihr solche Games sowieso mehrmals durch? Beim ersten Mal nur Story, beim 2. Mal wird jedes Fitzelchen aufgespürt? :-o
 

Herbboy

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AW: Atmosphäre vs Gameplay

es gibt halt unterschiede. manche WOLLEN eine offene spielwelt, wo vlt. unter jedem jedem stein irgendwas zu finden is - andere wollen am liebsten immer der nase nach, und wenn man mal nach links gehen soll, denn is halt rechts ne wand und vor einem ein abrund...

gerade bei letzterem resultiert dann aber halt eine rel. kurze spielzeit...


solange aber die "nebenquest" nicht so wichitg sind, dass man ohne sie nicht weiterkommt, dann finde ich es o.k, da bleibt es ja einem selbst überlassen, ob man nun alles finden will oder einfach nur sich sagt "wenn ich zuföllig was finde, ises o.k, ansonsten isses egal"

zB fallout3, da KANN man viel machen, muss aber nicht.
 

anjuna80

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AW: Atmosphäre vs Gameplay

Es kommt immer ganz darauf an: Bei Rollenspielen suche ich wirklich jeden Kartenfetzen ab, öffne alle Truhen und Schränke und will mit meiner Party das Maximum an Erfahrung und Ausrüstung erreichen.
Bei Actionspielen ist mir das relativ egal. Diese Secrets und Sammelspielchen übertreibens häufig und bringen das Spiel und den Spieler selbst nicht weiter. Ist zwar nachher schön wenn man am Ende "100% XY gefunden" stehen hat, aber meist ist das Verhältnis Aufwand-Ertrag nich wirklich befriedigend :)
 

Kreon

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Stichwort GTA: San Andreas. Ich denke, ich hätte das Spiel noch ein 2. oder drittes Mal durchgespielt, aber jedes Mal wieder mehrere Stunden damit zu verbringen alle Seesterne, Tauben, Fotos und was weiß ich noch alles, einzusammeln, war mir einfach zu blöde.
Das Dumme daran, wenn man`s nicht macht entgehen einem (meiner Meinung nach) wichtige Boni wie mehr Luft, mehr Ausdauer usw.
 

Boesor

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Stichwort GTA: San Andreas. Ich denke, ich hätte das Spiel noch ein 2. oder drittes Mal durchgespielt, aber jedes Mal wieder mehrere Stunden damit zu verbringen alle Seesterne, Tauben, Fotos und was weiß ich noch alles, einzusammeln, war mir einfach zu blöde.
Das Dumme daran, wenn man`s nicht macht entgehen einem (meiner Meinung nach) wichtige Boni wie mehr Luft, mehr Ausdauer usw.
GTA San Andreas war allerdings auch ohne die Boni gut durchspielbar.
Nervig wird es dann, wenn solche Boni im Grunde keine Boni mehr sind, sondern unabdingbar, um die Story zu beenden.
 
TE
O

oceano

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Ok, man muss natürlich schon zwischen den Genres unterscheiden. Bei RPGs oder Open-World Spielen ist es natürlich was anderes. Wenn man zB bei GTA einfach nur mal so durch die Stadt cruised, dann steht das nicht im Widerspruch zu der Story. Im Gegenteil, sowas kann sogar zur Atmosphäre beitragen. Oder wenn man als wandernder Held in einem Rollenspiel einfach mal ein Dungeon untersucht.

Aber in einem eigentlich linearen Spiel, wo die Missionen meistens auch zeitkritisch sind, wirken übertriebene Such- und Sammel-Elemente halt irgendwie deplaziert und störend.
 

Herbboy

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Ok, ...
Aber in einem eigentlich linearen Spiel, wo die Missionen meistens auch zeitkritisch sind, wirken übertriebene Such- und Sammel-Elemente halt irgendwie deplaziert und störend.
sofern das suchen und sammeln wichtig is, dann ja. zB fallout ist an sich auch sehr linear, aber man KANN halt auch viele nebenquests machen.

ich kenn jetzt zB das neue batman nicht, aber wenn das ein actionspiel ist, man aber trotzdem oft irgendwelche ecken durchsuchen MUSS, dann is das sicher nervig.
 

nikiburstr8x

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Langer Schwede, kurzer Finn´: diese Such- und Sammelelemente dienen hauptsächlich der Verlängerung der Spielzeit und der Langzeitmotivation, was ja grundsätzlich ganz nett ist, aber meines Erachtens häufig auf Kosten der Storyerfahrung und Atmosphäre geht, wenn es ungünstig implementiert ist.
Diese Sammelaufgaben können meines Erachtens überhaupt nicht schlecht implementiert sein, da es einfach Geschmackssache ist ob jemand nun alle Secrets des Spiels ausfindig macht, oder nicht. Wenn ich mir vornehme, in einem bestimmten Spiel sämtliche Nebenmissionen oder Secrets  zu erfüllen, dann mach ich das selten / eigentlich nie aus Langeweile. Die Motivation für das Abgrasen der Secrets entsteht aus der Sympathie, die ich für das Spiel empfinde, ob das nun  an der Atmosphäre, Grafik, skurrile Charaktere oder etwas anderem liegt, spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist nur, das ich Spass dabei habe und ich mich wohl fühle.
Wenn mir ein Spiel zu langweilig ist, werde ich den Teufel tun und alle Nebenmissionen machen, vermutlich werde ich das Spiel nicht mal beenden, da ich es für Zeitverschwendung halte. :]
 

nikiburstr8x

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Ist zwar nachher schön wenn man am Ende "100% XY gefunden" stehen hat, aber meist ist das Verhältnis Aufwand-Ertrag nich wirklich befriedigend :)
Joar, kann man so sehen, aber wenn ich schon so an die Sache rangehe, also das Verhältnis Aufwand / Ertrag im Vorfeld abwiege, dann brauch man eigentlich überhaupt kein Spiel anfangen ^^. Denn im Endeffekt ist das Zocken so oder so Zeitverschwendung . Man hätte auch nützlichere Sachen machen können.  ;)

Wichtig ist, dass man Spass hat an der Zeitverschwendung.  :-D

Edit:

Stichwort GTA: San Andreas. Ich denke, ich hätte das Spiel noch ein 2. oder drittes Mal durchgespielt, aber jedes Mal wieder mehrere Stunden damit zu verbringen alle Seesterne, Tauben, Fotos und was weiß ich noch alles, einzusammeln, war mir einfach zu blöde.
Das Dumme daran, wenn man`s nicht macht entgehen einem (meiner Meinung nach) wichtige Boni wie mehr Luft, mehr Ausdauer usw.
GTA San Andreas war allerdings auch ohne die Boni gut durchspielbar.
Nervig wird es dann, wenn solche Boni im Grunde keine Boni mehr sind, sondern unabdingbar, um die Story zu beenden.
Da gibt es meines Erachtens kein Beispiel für. Zumindest ist mir soweit noch kein Spiel untergekommen, wo ich Nebenmissionen machen musste und nur durch die Nebenmissionen das Spiel beenden konnte. :-o
 
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