• Aktualisierte Forenregeln

    Eine kleine Änderung hat es im Bereich Forenregeln unter Abschnitt 2 gegeben, wo wir nun explizit darauf verweisen, dass Forenkommentare in unserer Heftrubrik Leserbriefe landen können.

    Forenregeln


    Vielen Dank

Anschläge. Die Versuche und wie uns geraten wird, wie wir uns zu verhalten haben.

Ich versteht dein Problem gerade nicht. Du hast doch mein Posting genauso seziert ... :O

Und ok - bei einem (!) Punkt habe ich "auf einer deiner Aussagen rumgehackt" - aber das war als Vorzeigebeispiel für Doppelmoral auch zu perfekt auf dem Silbertablett serviert. ;)

Ich sehe nicht, daß ich irgendwo was Relevantes als Zitat weggelassen hätte... ok, den einen Satz habe vielleicht unnötig rausgefischt - aber ich habe nicht darauf rumgehackt, oder versucht, dich zu kritisieren oder anzumachen, sondern lediglich meine Meinung dazu geschrieben. Und dafür sind Foren wie dieses doch nun mal da.

Wenn man nicht an der Meinung anderer interessiert ist, warum sollte man dann hier was posten? :confused:


Und dann? bleibst du dann mehr zu Hause? Das wäre aber deutlich gefährlicher, als eine Straße zu überqueren.


Es stimmt natürlich: Jeder kann von einem Terroranschlag getroffen werden.
Genauso wie jeder im Lotto gewinnen kann.

Aber in beiden Fällen macht es keinen Sinn, mit dem jeweiligen Geschehen zu rechnen und sich schon im Vorneherein darauf zu freuen bzw: davor zu fürchten.
Du verfehlst damit total den eigentlichen Sinn meiner Aussagen.
Dass ich schrieb, dass die eine Sache nicht so viel Gewicht für mich hat, habe ich im selben Abschnitt auch begründet. SOmit macht es überhaupt keinen Sinn, dass du da irgendwleche Quellen mit einer Beweiskraft von mir verlangst.
Ich versteh nicht, wo DEIN Problem ist. Ich verstehe nicht, warum du so herablassend mir gegenüber bist.

Und dass ich keine anderen Meinungen lesen möchte,stimmt auch nicht. Damit hast du auch wieder nur Blödsinn geschrieben.
Ich mag es nur nicht, wenn mir Worte im Mund verdreht werden, oder Aussagen ignoriert werden.
Ich habe auch nicht dein komplettes Posting gelesen, weil die erste Hälfte schon totaler Blödsinn ist, weil du meine Texte nicht so genommen hast, wie ich sie geschrieben habe. SOmit weiß ich auch nicht, von was für einer Doppelmoral du da schreibst. Interessiert mich aber auch nicht.

Nur sehe ich, dass die anderen User es hervorragend hin bekommen, über dieses Thema zu diskutieren und ich die Meinungen SEHR interessant finde. Dies habe ich auch nie bemängelt, dass ich andere Meinungen zu lesen bekomme.

Und deine Aussage wieder zu der Sache mit dem Straßenverkehgr, ob ic hdann zu Hause bleiben würde.
Willst du es nicht verstehen? »MEHRERE« User haben es nun erläutert, wie es gemeint ist. Aber du willst es nun unbedingt wieder missverstehen um da eine andere Diskussion zu führen? BIst du so Aufmerksamgeil, dass sich der Thread um dich drehen muss? Oder was soll das Ganze?

Wie schon mehrmals geschrieben wurde: es geht nicht darum, zu Hause zu bleiben und sich einzuschließen, sondern… naja, lese noch mal die postings. Habe da keine Lust für dich da extrawürste zu machen, wenn du doch angeblich so schlau bist, wie du tust…
 
Du verfehlst damit total den eigentlichen Sinn meiner Aussagen.
Vielleicht argumentiere ich nur von einem anderen Standpunkt aus und von meinem Standpunkt aus haben deine Aussagen wenig Sinn ...

Dass ich schrieb, dass die eine Sache nicht so viel Gewicht für mich hat, habe ich im selben Abschnitt auch begründet. SOmit macht es überhaupt keinen Sinn, dass du da irgendwleche Quellen mit einer Beweiskraft von mir verlangst.
Deine Begründung macht aber keinen Sinn, da "wie es genau abgelaufen wäre" keinerlei Einfluß darauf hat, ob die Polizei vorher was davon wußte oder nicht. Darum und um nichts anderes ging es ja bei meinem Satz, den du zitiert hast.

Quellen habe ich nicht als Beweiskraft gefordert, sondern als Antwort hierauf:
Der Grund, warum ich so denke? Schaut in die Zeitungen der letzten Wochen und Monate und sucht euch einen aus.
, denn einfach mal eine derart unkonkrete Floskel auf den Diskussionstisch zu werfen, ist ebenfalls recht sinnfrei. Wenn ich ein Argument oder einen Grund habe, der zum Thema gehört und das/den ich anspreche, dann ist es auch meine Aufgabe, diesen Diskussionsbeitrag den anderen mit der entsprechenden Ausführlichkeit zu erläutern.

Ich mach ja auch keinen Thread auf "Mann, mann, mann, was der Erdogan sich wieder geleistet hat. Was haltet ihr davon?" ohne jetzt zu konkretisieren, ob es mir um die Forderung nach Rechenschaft über den Holocaust und den Völkermord in Herero, den Spruch mit dem Blut und den Laboruntersuchungen oder neueste Entwicklungen beim Schmähgedicht geht.

Ich versteh nicht, wo DEIN Problem ist. Ich verstehe nicht, warum du so herablassend mir gegenüber bist.
Ich bin nicht herablassend, ich schreibe nur meine Meinung.

SOmit weiß ich auch nicht, von was für einer Doppelmoral du da schreibst. Interessiert mich aber auch nicht.
Ok, noch mal zum Mitdenken:
A: "Wenn du diskutieren willst, dann solltest du wissen (und dich erkundigen), was zu dem Thema so passiert ist in der Vergangenheit."
B: "Ich weiß nicht, wieviele da in Düsseldorf rum laufen und wie viele sterben würden, wenn da zwei Bomben hoch gehen und zwei andere mit Gewehren um sich schießen. Da fehlt mir die Erfahrung, so etwas einschätzen zu können."

und wie ich schon schrieb: "Wenn du [...] doch so sehr darauf pochst, daß man Nachrichten alle präsent haben sollte, dann solltest du doch auch die jeweiligen Opferzahlen von den Anschlägen in Paris oder der Türkei im Kopf haben." :finger:

(Smilies kennzeichnen übrigens Aussprüche, die man nicht 100%ig ernst nehmen sollte) ;)

Willst du es nicht verstehen? »MEHRERE« User haben es nun erläutert, wie es gemeint ist.
Möglicherweise kann ich es auch nicht verstehen ...

Ich hab jedenfalls bisher kein überzeugendes Gegenargument gehört. Die statistischen Werte haben sich nicht geändert - Straßen sind immer noch gefährlicher als Terroristen.
 
Es häuft sich und das sogar in Deutschland.

Für viele ist es bestimmt noch nicht so real.
Es ist auch nicht real, zumindest nicht in der Hinsicht, dass es von Bedeutung wäre. Ich mache mir darüber ZERO Gedanken.

Wenn Leute wie du denken, dann hat das Böse schon gewonnen. Angst ist Macht und Waffe des Bösen.
 
Es häuft sich und das sogar in Deutschland.

Für viele ist es bestimmt noch nicht so real. Man kriegt es zwar mit, aber ist sich nicht so im klaren, was genau das eigentlich heißt, weil das bisher immer etwas war, was "weit weg" war. Man macht sich ja auch keine Gedanken über viele tödliche Krankheiten wie in Afrika oder so.

Jedenfalls habe ich heute auf der Arbeit im Radio (WDR) die genaueren Details zu der Aktion in Düsseldorf gehört.
Es hat geheißen, dass einer der vier Typen 'ausgestiegen' ist und bei der Polizei ausgepackt hat und seine 3 Kollegen verraten hat. Der Grund sei, dass er bei seinem Kind nicht als Terrorist gesehen werden wollte.

Nun dachte ich mir: nur aus dem Grund, weil der doch emotional geworden ist, sind viele tausend Leben verschont geblieben. Nicht etwa, weil die Polizei oder sonst wer aufmerksam gewesen ist.
Damit möchte ich nicht die Arbeit der Polizei kritisieren, sondern verdeutlichen, wie scheiße knapp das gewesen war.

Gut. Man weiß nicht, ob die Polizei oder sonst wer, vielleicht doch noch aufmerksam geworden wären und es irgendwie entdeckt häten. Aber ich gehe mal davon aus, dass nicht. Der Grund, warum ich so denke? Schaut in die Zeitungen der letzten Wochen und Monate und sucht euch einen aus.

Eine Freundin von mir hat richtig angst und traut sich kaum noch raus.
Kann ich verstehen. Würde ich in einer Großstadt wohnen, hätte ich auch mehr Bange, als hier auf dem Dorf.

Und dann heißt es ja seit einiger Zeit »wichtig ist, dass die Bürger weiter leben. Dass sie weiter in die Stadt gehe und einkaufen und sich nicht verstecken, damit die Terroristen wenigstens nicht dieses Ziel erreichen«.

Ich denke mir da: was haben wir davon?
Für die Terroristen ist das eine win-win-Situation. Gehen wir raus, können die uns töten.
Bleiben wir zu Hause, haben die so eine Genugtuung und ein Siegesgefühl. Nur dass dabei wenigstens niemand stirbt.

Also der Tipp, der in den Medien, in Zeitungen etc. gegen wird, kann ich zwar nachvollziehen; finde diesen aber auch riskant und fragwürdig.

Was sagt ihr dazu? Überlegt ihr euch zwei Mal, ob ihr Veranstaltungen mit macht? GC? LBM? und was es noch so alles gibt.

Geht ihr lieber ins kleine Geschäft am Stadtrand und nicht mehr in die Einkaufsstraße?

Ich wohne wie gesagt auf dem Dorf, ich brauch nicht extra meinen Alltag nun umgestallten, sofern ich da Sorge hätte.

Aber ob ich nun mit dem Cousin meiner Freundin zur GC gehen soll dieses Jahr, um ihm das zu zeigen, überlege ich mir doch irgendwie. So ein Messegelände in Köln wäre ein super Ziel…

Erstens: Tausende ist maßlos übertrieben.
Zweitens: Ah ja...sich verstecken ist jetzt also die Lösung? Wie heißt's doch so schön "Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, wird beides verlieren.".
Welches Leben willst du denn schützen, wenn du es dir allein schon aufgrund von Angst wegnehmen lässt? Das ist keine Lösung und das wird auch nie die Lösung sein.

Ich hätte eher Angst vor dem was nach einem Anschlag passiert, als vor dem Anschlag an sich. Klar, es ist eine Katastrophe sondergleichen, aber kannst du dir vorstellen, welche Pogromstimmung hier hochschwappt, wenn es tatsächlich dazu kommen sollte?
 
Ein Anschlag ist im Prinzip nur ein besonders grausames Verbrechen. Es ist ein krimineller Akt, nicht mehr und nicht weniger. Und es gibt weitaus größere und wahrscheinlichere Gefahren im Leben, insbesondere hier in Deutschland.
 
Ein Anschlag ist im Prinzip nur ein besonders grausames Verbrechen. Es ist ein krimineller Akt, nicht mehr und nicht weniger. .
Doch, es ist IMHO schon was anderes. Ein normaler krimineller Akt mit Toten eines geistig nicht verwirrten Menschen erfolgt aus purer Habgier oder Sadismus bzw. sexuellen Motiven oder aus einem sehr spontanen Streit oder zum Verdecken einer andere Straftat, und gegenüber jemanden, den man kennt, vielleicht noch als weiteres mögliches Motiv Rache oder Eifersucht . Ein Anschlag aber hat immer das Ziel, ein politisches Signal zu setzen und/oder die Bevölkerung zu verunsichern, eben zu terrorisieren. ;) Und ein Anschlag muss auch nicht mal BESONDERS grausam sein. Was das Mörder-Pärchen da in Höxter mit den Frauen gemacht hat war an sich grausamer als jemanden mit einem Gewehr direkt zu erschießen oder gar per Bombe sofort in den Tod zu reißen. ^^

Natürlich könnte man auch sagen, dass zB ein IS-Terrorist an sich auch "nur" eine Art Rache verübt und es das gleiche ist, als wenn ein zB unzufriedener VW-Kunde in einem Autohaus Amok läuft. Aber bei einem Terroristen sind eben immer ideologisch-politische Gründe der Hauptgrund und nicht das "Sauer sein", weil eine Personengruppe X ihm persönlich was angetan hat, was er nicht durchgehen lassen will.


Aber ein Terror-Mord ist eben schon was anderes als ein "normaler" Mord. Ob einige der Terroristen vlt in Wahrheit einfach nur irre Sadisten sind, die schon immer mal "so was machen" wollten, egal ob im Namen Allahs, Gottes oder einfach nur ihrer Straßengang aus dem Heimatviertel, das sei mal dahingestellt.
 
Doch, es ist IMHO schon was anderes. Ein normaler krimineller Akt mit Toten eines geistig nicht verwirrten Menschen erfolgt aus purer Habgier oder Sadismus bzw. sexuellen Motiven oder aus einem sehr spontanen Streit oder zum Verdecken einer andere Straftat, und gegenüber jemanden, den man kennt, vielleicht noch als weiteres mögliches Motiv Rache oder Eifersucht . Ein Anschlag aber hat immer das Ziel, ein politisches Signal zu setzen und/oder die Bevölkerung zu verunsichern, eben zu terrorisieren. ;) Und ein Anschlag muss auch nicht mal BESONDERS grausam sein. Was das Mörder-Pärchen da in Höxter mit den Frauen gemacht hat war an sich grausamer als jemanden mit einem Gewehr direkt zu erschießen oder gar per Bombe sofort in den Tod zu reißen. ^^

Natürlich könnte man auch sagen, dass zB ein IS-Terrorist an sich auch "nur" eine Art Rache verübt und es das gleiche ist, als wenn ein zB unzufriedener VW-Kunde in einem Autohaus Amok läuft. Aber bei einem Terroristen sind eben immer ideologisch-politische Gründe der Hauptgrund und nicht das "Sauer sein", weil eine Personengruppe X ihm persönlich was angetan hat, was er nicht durchgehen lassen will.


Aber ein Terror-Mord ist eben schon was anderes als ein "normaler" Mord. Ob einige der Terroristen vlt in Wahrheit einfach nur irre Sadisten sind, die schon immer mal "so was machen" wollten, egal ob im Namen Allahs, Gottes oder einfach nur ihrer Straßengang aus dem Heimatviertel, das sei mal dahingestellt.

Das Motiv ist natürlich politisch, aber es ist dennoch schlicht ein Verbrechen. Es ist einer innerstaatliche Angelegenheit, die ins Aufgabenfeld der Polizei fällt. Diese Attentäter sind in aller Regel keine eindeutigen Mitglieder eines ausländischen Staates, daher ist es auch keine kriegerische Handlung. Ob ich jetzt jemanden aus Habgier oder wegen politischer Ideologie töte, ist letztlich bedeutungslos. Und nein, es ist nicht etwas anderes als ein "normaler Mord". Es ist exakt dasselbe. Ein Mensch tötet einen anderen Menschen in unserem Land aus niederen Beweggründen. Das ist Mord. Man kann durchaus eine besondere Schwere der Schuld sehen (aka "Hassverbrechen"), aber selbst da wird es schwierig, denn für das tatsächliche Opfer und seine Angehörigen ändert sich dadurch auch wenig bis gar nichts. Der Effekt der Tat ist derselbe, das Opfer ist tot.

Der Mord an sich ist gar nicht unbedingt das eigentliche Ziel von Attentätern, völlig richtig, es ist meist Mittel zum Zweck. Aber das ist beim Mord aus Habier auch nicht anders. Natürlich wollen Attentäter vorrangig Angst erzeugen und bestimmte staatliche und gesellschaftliche Reaktionen hervorrufen. Sie wollen Gegenmaßnahmen provozieren, die Gesellschaft spalten und Unruhe säen. Und das ist leider genau das, was WIR ihnen zugestehen, weil wir so versessen darauf sind, ihnen einen speziellen Status einzuräumen, ihnen eine Unmenge Aufmerksamkeit einzuräumen, ihnen genau die Bühne zu bieten, die sie wollen. Würden wir endlich aufhören, Attentäter zu mehr zu machen als sie eigentlich sind, würde ihre ganze Strategie in sich selbst zusammen fallen. Attentäter nähren sich an unserer Versessenheit am Terrorismus. Es ist die letzte erbärmliche Strategie von Menschen, die uns vollkommen unterlegen sind. Aber wir kapieren das nicht und reagieren nicht entsprechend. Wir machen es zu einer Sensation, wir machen verblendete, armselige Einzeltäter, gewöhnliche Kriminelle zu Märtyrern, zu ernst zu nehmenden Kriegern, zu Feindbildern, vor denen unsere ganze Nation Angst haben müsste. Ich sage: lächerlich und völlig überzogen. Wir sind diesen Attentäter so unglaublich überlegen, dass es praktisch schon zynisch ist, wenn wir uns nicht mehr aus dem Haus trauen. Mal ganz davon abgesehen, dass wir die ursprünglichen Aggressoren gegen eine Region dieser Erde und gegen eine bestimmte Ideologie waren, die diese Art der Kriminalität überhaupt hervorgerufen haben...
 
Das Motiv ist natürlich politisch, aber es ist dennoch schlicht ein Verbrechen. Es ist einer innerstaatliche Angelegenheit, die ins Aufgabenfeld der Polizei fällt. Diese Attentäter sind in aller Regel keine eindeutigen Mitglieder eines ausländischen Staates, daher ist es auch keine kriegerische Handlung. Ob ich jetzt jemanden aus Habgier oder wegen politischer Ideologie töte, ist letztlich bedeutungslos. Und nein, es ist nicht etwas anderes als ein "normaler Mord". Es ist exakt dasselbe. Ein Mensch tötet einen anderen Menschen in unserem Land aus niederen Beweggründen. Das ist Mord. Man kann durchaus eine besondere Schwere der Schuld sehen (aka "Hassverbrechen"), aber selbst da wird es schwierig, denn für das tatsächliche Opfer und seine Angehörigen ändert sich dadurch auch wenig bis gar nichts. Der Effekt der Tat ist derselbe, das Opfer ist tot.
Die WIRKUNG auf die Bevölkerung ist aber nun mal eine andere. Sonst würde man ja nicht seit Ewigkeiten das Thema "Terror" besonders hervorheben unter den Mord-Arten und manche Kriegsfraktionen/Rebellen es sogar als Taktik anwenden, um den Gegner zu destabilisieren, weil nämlich wahllose Verluste in der Zivilbevölkerung die Moral viel mehr treffen und die Stimmung der Zivlisten verschlechtern als ein militärischer gezielter Angriff auf gegnerische Kombatanten tun würde.

Und auch für die Angehörigen ist es sicher manchmal egal, aber keinesfalls immer egal. Stell Dir vor, ein paar Angehörige von Pegida-Fans kommen bei einem islamistischen Attentat ums Leben. Die würden dann ganz sicher nicht still halten und den Tod so betrauern, als sei es ein Autounfall oder Raubüberfall oder Eifersuchtsmord oder so gewesen, sondern noch mehr aufwiegeln oder gar "progromartig" auf "Fremde" losgehen...


Natürlich SOLLTEN wir dem Terror nicht anders bewerten als einen "normalen" Mord und uns kirre machen lassen, aber die meisten Menschen tun das nun mal, wie du ja auch an dem Thread hier siehst, wo Leute allein aus Sorge vor einem extrem unwahrscheinlichen Ereignis schon manche Leute an Lebensqualität verlieren, indem sie sie nicht raustrauen oder froh sind, nicht in einer großen Stadt zu leben. Das wäre sicher nicht der Fall, wenn zB in Paris nicht Terroristen, sondern 2-3 unzufriedene Ex-Mitarbeiter des Clubs ein Massaker angerichtet hätten.
 
Die WIRKUNG auf die Bevölkerung ist aber nun mal eine andere.
Es ist nicht die Wirkung des Attentats. Es ist die Wirkung, die von unseren Medien und Politikern erzeugt wird. Und wir selbst gieren nach Blut, nach Sensation, nach Spektakel. Und wenn es vorbei ist, dann treffen wir immer die falschen Schlüsse, arbeiten für das Böse und vergessen das Gute. Wir spielen nur nach dem Plan derer, die nseren Lebensstil vernichten wollen, und nach dem Plan derer, die daran Geld verdienen, diesen Plan trotz seiner ursprünglichen Aussichtslosigkeit Wirklichkeit werden zu lassen.

Der direkte Effekt aller islamistischen Attentate zusammen ist nichts zu dem, was WIR darauf gemacht haben. Es ist Wahnsinn, wie schnell wir unsere Freiheiten aufgegeben haben für ein vermeintliches Gefühl der Sicherheit, die weder stichhaltig ist, noch jemals eine berechtigte Grundlage hatte. Es ist Wahnsinn, wie schnell wir armselige Einzeltaten mit Krieg und Vernichtung beantworten. Kurz: Wir sind Opfer unserer eigenen Verblendung, unserer eigenen Dummheit, unserer eigenen Bequemlichkeit, unserer eigenen Ignoranz. Und wir lassen die Welt dafür brennen...

Sonst würde man ja nicht seit Ewigkeiten das Thema "Terror" besonders hervorheben unter den Mord-Arten und manche Kriegsfraktionen/Rebellen es sogar als Taktik anwenden, um den Gegner zu destabilisieren, weil nämlich wahllose Verluste in der Zivilbevölkerung die Moral viel mehr treffen und die Stimmung der Zivlisten verschlechtern als ein militärischer gezielter Angriff auf gegnerische Kombatanten tun würde.
Ich weiß schon, warum es funktioniert. Und das ist das Problem.

Und auch für die Angehörigen ist es sicher manchmal egal, aber keinesfalls immer egal. Stell Dir vor, ein paar Angehörige von Pegida-Fans kommen bei einem islamistischen Attentat ums Leben. Die würden dann ganz sicher nicht still halten und den Tod so betrauern, als sei es ein Autounfall oder Raubüberfall oder Eifersuchtsmord oder so gewesen, sondern noch mehr aufwiegeln oder gar "progromartig" auf "Fremde" losgehen...
Es ist ein Unterschied, ob einzelne Betroffene entsprechend reagieren oder alle, selbst wenn sie vollkommen unbeteiligt sind.

Natürlich SOLLTEN wir dem Terror nicht anders bewerten als einen "normalen" Mord und uns kirre machen lassen, aber die meisten Menschen tun das nun mal, wie du ja auch an dem Thread hier siehst, wo Leute allein aus Sorge vor einem extrem unwahrscheinlichen Ereignis schon manche Leute an Lebensqualität verlieren, indem sie sie nicht raustrauen oder froh sind, nicht in einer großen Stadt zu leben. Das wäre sicher nicht der Fall, wenn zB in Paris nicht Terroristen, sondern 2-3 unzufriedene Ex-Mitarbeiter des Clubs ein Massaker angerichtet hätten.
Es liegt an uns, dieses irrationale Verhalten zu ändern und vor allem aufzuklären. Denn unser Staat und seine Behörden tut das leider nicht, aus verschiedenen Gründen.

Und ich denke auch nicht, dass wir machtlos sind und nichts am Status Quo ändern könnten, ganz im Gegenteil. Wir sitzen wie die Maden im Speck und jammern über sowas Lächerliches wie islamistischen Terrorismus, in völliger Ignoranz unser erbärmlichen Doppelmoral. Leute, die sich so verhalten, tun mir leid und ich - sorry - verachte ein derartiges Verhalten, diese Kombination aus irrationaler Angst, völlig überzogenen Forderungen bezüglich Gegenreaktionen und der Kaltblütigkeit und des Unverständnisses bezüglich des eigenen Tuns. Es ist feige, unmoralisch und falsch. Wer sich so verhält, arbeitet für das Böse, auch wenn man denkt, man stehe auf der richtigen Seite.
 
Es ist auch nicht real, zumindest nicht in der Hinsicht, dass es von Bedeutung wäre. Ich mache mir darüber ZERO Gedanken.

Wenn Leute wie du denken, dann hat das Böse schon gewonnen. Angst ist Macht und Waffe des Bösen.
Wie denke ich denn? Wieso soll das Böse gewonnen haben, wenn ich mich eigentlich nicht großartig anders verhalte als sonst auch? Das erklär mir bitte mal. :)

Erstens: Tausende ist maßlos übertrieben.
Zweitens: Ah ja...sich verstecken ist jetzt also die Lösung? Wie heißt's doch so schön "Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, wird beides verlieren.".
Welches Leben willst du denn schützen, wenn du es dir allein schon aufgrund von Angst wegnehmen lässt? Das ist keine Lösung und das wird auch nie die Lösung sein.

Ich hätte eher Angst vor dem was nach einem Anschlag passiert, als vor dem Anschlag an sich. Klar, es ist eine Katastrophe sondergleichen, aber kannst du dir vorstellen, welche Pogromstimmung hier hochschwappt, wenn es tatsächlich dazu kommen sollte?
1. ja, das wurde nun schon mehrmals thematisiert.
2. Ich kapiere nicht ganz, wann ich geschrieben haben soll, dass ich die ganze Zeit nun zu Hause bleibe und mich einschließe… Aber ist okay...
 
Wie denke ich denn? Wieso soll das Böse gewonnen haben, wenn ich mich eigentlich nicht großartig anders verhalte als sonst auch? Das erklär mir bitte mal. :)

1. ja, das wurde nun schon mehrmals thematisiert.
2. Ich kapiere nicht ganz, wann ich geschrieben haben soll, dass ich die ganze Zeit nun zu Hause bleibe und mich einschließe… Aber ist okay...

Ich zitiere mal den letzten Absatz aus deinem Startbeitrag:

Ich wohne wie gesagt auf dem Dorf, ich brauch nicht extra meinen Alltag nun umgestallten, sofern ich da Sorge hätte.

Aber ob ich nun mit dem Cousin meiner Freundin zur GC gehen soll dieses Jahr, um ihm das zu zeigen, überlege ich mir doch irgendwie. So ein Messegelände in Köln wäre ein super Ziel…

Für mich persönlich (!) wäre schon allein deine letzte Überlegung ein kleiner Sieg für das "Böse", weil so ein Gedanke normalerweise gar nicht aufkommen sollte. Aber vermutlich kommt er dir und vielen anderen zur Zeit automatisch zu Bewusstsein, weil es bei anderen Veranstaltungen wie zB bei dem Konzert in Paris, zu solchen Anschlägen gekommen ist.

Und so funktioniert das Ganze. Selbst Menschen, die verhältnismäßig sicher leben, überlegen sich, ob sie auf potentiell gefährdete Veranstaltungen gehen würden und manche machen das dann vielleicht auch nicht. Und damit haben Terroristen schon erreicht, dass man nicht mehr so unbefangen agiert, wie vor den Anschlägen.
 
Und so funktioniert das Ganze. Selbst Menschen, die verhältnismäßig sicher leben, überlegen sich, ob sie auf potentiell gefährdete Veranstaltungen gehen würden und manche machen das dann vielleicht auch nicht. Und damit haben Terroristen schon erreicht, dass man nicht mehr so unbefangen agiert, wie vor den Anschlägen.


...und man im nächsten Schritt dann die AfD wählt weil die jeden Tag die Ängste der Bürger thematisieren und man sich verstanden fühlt...

@Aica
ist nicht persönlich auf Dich bezogen, nur so funktioniert es mit der Angst und so...

@Topic
Ich hätte Angst wenn ich Flüchtling wäre und in so 'nem Flüchtlingsheim wohnen würde...
 
Es ist nicht die Wirkung des Attentats. Es ist die Wirkung, die von unseren Medien und Politikern erzeugt wird.
sorry, aber das ist ja nun echt rein sachlich und logisch betrachtet völliger Blödsinn. Auch in Kriegsgebieten / Drittweltländern, in denen Meinungen und Meldungen der Presse und der Politik gar nicht so schnell die Region erreichen, in der es gerade ein Attentat gab, sind die dortigen Einwohner sofort verunsichert und demoralisiert, wenn da zB auf einem Markt eine Bombe hochgeht und viele in den Tod riss. Da muss nicht irgendein Sender, eine Zeitung oder die Politik noch eins draufsetzen, damit die Einwohner in den nächsten Tagen mit Sorge einkaufen gehen. Oder auch vor zig Jahrzehnten, als man Dinge auch erst 2-3 tage später aus der Zeitung erfuhr, waren die Leute vor Ort verunsichert auch völlig ohne einen Einfluss der Politik oder der Medien.


Es liegt an uns, dieses irrationale Verhalten zu ändern und vor allem aufzuklären. Denn unser Staat und seine Behörden tut das leider nicht, aus verschiedenen Gründen.
ich weiß ja nicht, in welchem komischen Land DU lebst, aber hier in D werden die Politiker nicht müde, ständig zu beteuern, dass es zwar eine gewisse Gefahr gibt, man sich aber nicht verunsichern lassen sollte. Und dass die nicht sagen können "Leute, es gibt echt NULL Gefahr!", das ist ja klar, denn wenn dann mal doch was passiert, gäb es deswegen mächtig Ärger... und in etlichen Talkshows&co sagen auch immer wieder Politiker und Journalisten, dass man es auch nicht übertreiben sollte und es in anderen Ländern viel gefährlicher ist und es uns in der Summe hier super geht inkl. der Sicherheit.
 
Zuletzt bearbeitet:
sorry, aber das ist ja nun echt rein sachlich und logisch betrachtet völliger Blödsinn. Auch in Kriegsgebieten / Drittweltländern, in denen Meinungen und Meldungen der Presse und der Politik gar nicht so schnell die Region erreichen, in der es gerade ein Attentat gab, sind die dortigen Einwohner sofort verunsichert und demoralisiert, wenn da zB auf einem Markt eine Bombe hochgeht und viele in den Tod riss. Da muss nicht irgendein Sender, eine Zeitung oder die Politik noch eins draufsetzen, damit die Einwohner in den nächsten Tagen mit Sorge einkaufen gehen. Oder auch vor zig Jahrzehnten, als man Dinge auch erst 2-3 tage später aus der Zeitung erfuhr, waren die Leute vor Ort verunsichert auch völlig ohne einen Einfluss der Politik oder der Medien.
Natürlich sind die direkt betroffenen Leute davon verunsichert, das ist doch klar. Wenn du in einer Bank bist, die gerade überfallen wird, dann bist du auch verunsichert. Dasselbe gilt, wenn bei dir daheim eingebrochen wird. Menschen sind immer verunsichert, wenn in ihrer unmittelbaren Umgebung Gewalt und Mord stattfindet, das steht doch überhaupt nicht zur Debatte. Es geht darum, dass diese lokalen, "kleinen" Ereignisse zu einem angeblichen gesamtgesellschaftlichen Problem, ja einer gesamtgesellschaftlichen Gefahr hochgeschaukelt werden, obwohl viele Menschen überhaupt keine direkten Berührungspunkte damit haben. Aber ja, das ist sowohl ein psychologisches, wie auch ein informationstechnisches Problem. Der Punkt ist, dass die Wirkung eines Attentats an sich (wenn es nicht gerade das Staatsoberhaupt erwischt) eigentlich viel begrenzter sein sollte, als dies bei uns der Fall ist, und dass die Reaktionen darauf viel gemäßigter und reflektierter ausfallen sollten, als dies der Fall ist. Und der Grund, warum dem so ist, muss man bei Politik, aber auch und vielleicht vor allem bei der Medienlandschaft suchen, die sich von derlei Katastrophen ernährt und sie geradezu zelebriert. Und wir Menschen merken nicht, wie wir durch diese (und unsere eigene) Situationslust gnadenlos ausgenutzt werden und im Zuge dessen plötzlich zu Zugeständnissen bereit sind, die eigentlich völlig widersinnig sind, obwohl wir persönlich überhaupt nicht betroffen sind. Und das ist nicht die direkte Wirkung des Attentats, das ist die Wirkung, die unsere gesellschaftliche Beschäftigung damit erzeugt.

ich weiß ja nicht, in welchem komischen Land DU lebst, aber hier in D werden die Politiker nicht müde, ständig zu beteuern, dass es zwar eine gewisse Gefahr gibt, man sich aber nicht verunsichern lassen sollte. Und dass die nicht sagen können "Leute, es gibt echt NULL Gefahr!", das ist ja klar, denn wenn dann mal doch was passiert, gäb es deswegen mächtig Ärger... und in etlichen Talkshows&co sagen auch immer wieder Politiker und Journalisten, dass man es auch nicht übertreiben sollte und es in anderen Ländern viel gefährlicher ist und es uns in der Summe hier super geht inkl. der Sicherheit.
Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Oder warum genau noch mal fliegen deutsche Tornados Einsätze in Syrien? Und warum genau noch mal wollen zig Politiker die Rasterfahndung und Aufhebung von Datenschutzgesetzen, mehr öffentliche Überwachung, mehr Rechte für die Polizei usw? Da war doch was. Ich kann auch A sagen und B tun, geht ganz einfach. Obwohl das bei uns in D ja tatsächlich noch vergleichsweise human ist zu dem was in anderen Ländern, z.B. USA oder Frankreich passiert. Dort herrschen ja mittlerweile teilweise Zustände, die mit einer freiheitlichen Rechtsstaatlichkeit kaum noch was zu tun haben...
 
Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Oder warum genau noch mal fliegen deutsche Tornados Einsätze in Syrien?
Warum? ^^ Weil es dort den IS gibt, der verbrecherisch agiert und dem Einhalt geboten werden soll und der für die Region eine Bedrohung ist und indirekt auch für Europa, denn ein komplett im Chaos versinkender Naher Osten ist für Europa nicht gut. Und zwar vor allem erstmal wirtschaftlich, nur indirekt auch was die Sicherheit betrifft. Aber mal angenommen der IS würde ungehindert weiter expandieren, dann steigt logischerweise die Gefahr für Anschläge in Europa ebenfalls, und zwar zum einen durch den Machtgewinn, zum anderen aber weil deren Propagandamaschine dann immer mehr verlorene Seelen für sich gewinnen kann, vor allem Leute, die in Europa geboren und aufgewachsen sind und noch nicht mal einen Fuß aus Europa raussetzen müssen, um so gehirngewaschen zu sein, dass sie in ihrer eigenen Heimat Scheisse bauen im Namen der IS.
 
Warum? ^^ Weil es dort den IS gibt, der verbrecherisch agiert und dem Einhalt geboten werden soll und der für die Region eine Bedrohung ist und indirekt auch für Europa, denn ein komplett im Chaos versinkender Naher Osten ist für Europa nicht gut. Und zwar vor allem erstmal wirtschaftlich, nur indirekt auch was die Sicherheit betrifft. Aber mal angenommen der IS würde ungehindert weiter expandieren, dann steigt logischerweise die Gefahr für Anschläge in Europa ebenfalls, und zwar zum einen durch den Machtgewinn, zum anderen aber weil deren Propagandamaschine dann immer mehr verlorene Seelen für sich gewinnen kann, vor allem Leute, die in Europa geboren und aufgewachsen sind und noch nicht mal einen Fuß aus Europa raussetzen müssen, um so gehirngewaschen zu sein, dass sie in ihrer eigenen Heimat Scheisse bauen im Namen der IS.

Oje, im Prinzip ist alles, was du hier schreibst politisch und gesellschaftlich falsch bzw. Humbug. Aber so denken viele und das ist eine der Ursachen, weswegen man in der Region und in der ganzen Angelegenheit keinen Schritt weiter gekommen ist in den letzten Jahren. Wenn ich mal Zeit (und Lust) dazu finde, erörtere ich mal im Detail, warum dem so ist. By the way (nur aus Interesse), bist du ein Clinton-Fan? ;)
 
Oje, im Prinzip ist alles, was du hier schreibst politisch und gesellschaftlich falsch bzw. Humbug. Aber so denken viele und das ist eine der Ursachen, weswegen man in der Region und in der ganzen Angelegenheit keinen Schritt weiter gekommen ist in den letzten Jahren. Wenn ich mal Zeit (und Lust) dazu finde, erörtere ich mal im Detail, warum dem so ist. By the way (nur aus Interesse), bist du ein Clinton-Fan? ;)
nö, wieso? ^^

und nebenbei: ich weiß ganz genau, dass man als "Westen" da viel scheisse gebaut hat. Aber du kannst doch nicht ernsthaft verlangen, dass man JETZT akut die Füße stillhält, wenn ein IS die gesamte Region in Chaos versetzt? Dass das aus krassen Fehlern des Westens überhaupt erst in den letzten Jahren und Jahrzehnten entstand, steht dabei ja außer Frage. Aber du kannst ja nicht bei einem Hausbrand sagen "okay, ich schau lieber zu, wie das Haus abbrennt und Leute drin verrecken, denn ich selber hatte da ja Essen kochen wollen und den Herd vergessen auszumachen und bin schuld am Brand..."
 
Warum? ^^ Weil es dort den IS gibt, der verbrecherisch agiert und dem Einhalt geboten werden soll und der für die Region eine Bedrohung ist und indirekt auch für Europa, denn ein komplett im Chaos versinkender Naher Osten ist für Europa nicht gut.
Apropos Propaganda: Interessant, wie wenige Austauschungen es braucht, um aus so einem Satz astreine IS Propaganda zu machen:

Weil es dort Ungläubige gibt, die verbrecherisch agieren und denen Einhalt geboten werden soll und die für die Region eine Bedrohung sind und indirekt auch für den Nahen Osten, denn ein komplett im Heidentum versinkendes Europa ist für den Nahen Osten nicht gut.
 
Weil du argumentativ genau der Kissinger-Doktrin folgst, die Clinton so inständig verehrt...

und nebenbei: ich weiß ganz genau, dass man als "Westen" da viel scheisse gebaut hat. Aber du kannst doch nicht ernsthaft verlangen, dass man JETZT akut die Füße stillhält, wenn ein IS die gesamte Region in Chaos versetzt? Dass das aus krassen Fehlern des Westens überhaupt erst in den letzten Jahren und Jahrzehnten entstand, steht dabei ja außer Frage. Aber du kannst ja nicht bei einem Hausbrand sagen "okay, ich schau lieber zu, wie das Haus abbrennt und Leute drin verrecken, denn ich selber hatte da ja Essen kochen wollen und den Herd vergessen auszumachen und bin schuld am Brand..."

1) Was hat der Westen überhaupt in der Region zu suchen? Dass sich die USA gerne als Weltpolizist (eher Weltenherrscher) aufspielen, wissen wir ja. Aber wie kommen wir in Europa zu der zweifelhaften Ehre? Soweit ich weiß, hat kein Land in dieser Region Deutschland formal den Krieg erklärt. All der Propagana zum Trotz ist der IS zuallererst mal eine lokale(!) Gruppierung und keine globale, deren tatsächlicher und realer Einfluss auch lokal stark begrenzt ist (eben auf Teile Syriens und des Iraks). Wohin soll der sich ausbreiten? In den Iran? In die Türkei? Das sind alles gefestigte Staaten mit großer regionaler Militärmacht, daher ist das mehr als unwahrscheinlich. Die Saudis haben übrigens eine ganz ähnlich Vorstellung von Religion und Moral wie der IS (wen wundert es...) und da kräht im Westen kein (politischer) Hahn danach.

2) Wie kommst du generell darauf, dass Krieg und Bombardierung die einzige oder beste Lösung ist, wenn man denn IS schon aktiv bekämpfen will? Dass es absolut kontraproduktiv ist, Feuer mit Feuer zu bekämpfen, haben schon dutzende ähnlicher Situationen in der Region eindrucksvoll bewiesen.

3) Krieg und Bombardierung treffen in Syrien und im Irak vor allem die Zivilbevölkerung. Sie machen eine ganze Region - auch ohne den IS - praktisch unbewohnbar. Für jeden getöteten Kämpfer des IS sterben mehrere Zivilisten, ganz zu schweigen von denen, die hungern und unter den Folgen des Krieges leiden.

4) Warum werden vom Westen immer noch Waffen in die Region geliefert? Warum bekommen die Saudis, die den IS finanziell unterstützen und die ideologisch zu großen Teilen mit ihm übereinstimmen, vom Westen Waffen und politische Unterstützung?

5) Der IS nährt sich am Krieg des Westens gegen ihn. Auf dieser Grundlage können sie ihre "Verteidiger des wahren Glaubens" Propaganda wirkungsvoll weiterführen. Der Krieg ist daher auch direkt und indirekt für die Rekrutierung von Anhängern im Westen verantwortlich. Der IS verbreitet eine Message über einen Kampf der Kulturen und der Religionen. Wenn wir ihn bombadieren, wenn wir die Städte angreifen, in denen er sich versteckt, dann spielen wir ihnen in die Karten, weil wir genau diese Message bewahrheiten lassen. Und jeder tote Zivilist vergrößert den Hass und den Antrieb nicht nur der schon bestehenden IS-Kämpfer, sondern auch aller Sympathisanten und auch aller leidenden Menschen vor Ort.

Der islamistische Terror kann kriegerisch nicht besiegt werden, im Gegenteil, wir ernähren ihn geradezu dadurch und halten ihn am Leben. Was wir wirklich tun müssten, sind ganz andere Dinge. Zum Beispiel alle Waffenlieferungen in die Region einstellen, auch für die "befreundeten" Kräfte. Den IS wirtschaftlich komplett austrocknen und jeglichen Ölschmuggel über die Türkei unterbinden. Die Saudis und die Türkei dazu zwingen, zumindest die finanzielle Unterstützung des IS aufzugeben. Alle umstürzlerischen Kräfte aus der Region entfernen, allen voran die CIA, die maßgeblich am Umsturzversuch Assads beteiligt war. Den Menschen vor Ort eine echte Alternative anzubieten, wie etwa durch humanitäre Unterstützung (oder kannst du mir zumindest erklären, warum der UNHCR im Libanon massiv unterfinanziert is?). Alle diese langfristigen, aber nachhaltigen Elemente würden dauerhaft zu einer enormen ideologischen und finanziellen - und damit auch militärischen - Schwächung des IS führen. Krieg und Bombardierung können das nicht leisten und wollen das nicht leisten. Denn der militärisch-industrielle Komplex im Westen ernährt sich ebenso von diesem "Krieg gegen den Terror" wie die Islamisten auf der anderen Seite. Das ist die glorreiche neue Welt der Kissinger-Doktrin... :B
 
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