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Komm in die Gänge! Viele Spiele werden erst spät gut, und genau das ist ihr Problem

AnnikaMenzel

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Als KCD-Fan der ersten Stunde tut mir das beim Lesen ein bisschen weh, aber widersprechen kann ich dir bei deinem Punkt auch nicht - bis KCD1 richtig losgeht, dauert es ganz schön lange. Der Key ist wahrscheinlich wirklich, irgendwie den "richtigen Mittelweg" beim Pacing zu finden. Halte da tatsächlich Cyberpunk 2077 für ein gutes Beispiel. Da gibt's nur nen ganz kurzen Prolog und ehe man sich versieht ist man schon mittendrin im Spiel :D
 
Geduld ist eine Tugend .. ich finde es gut, wenn sich ein Spiel Zeit nimmt, um Atmosphäre aufzubauen und mich in die Spielwelt eintauchen zu lassen.
Es gibt so viele Leute, die z.B. Cutscenes etc. übersrpingen - da frage ich mich dann immer, wieso ich überhaupt ein Spiel in diese Richtung spiele. Dann kann ich gleich etwas anderes zocken.

Sieht man dann auch an Spielen wie jüngst Crimson Desert .. für dieses Spiel muss man sich eben auch Zeit nehmen .. manches Bedarf halt auch einer Aufmerksamkeitspanne jenseits von Insta Shorts ...
 
Ich mag spiele, welche einen langsameren Start haben im Allgemeinen.
Aber genau bei KC gings mir wie der Redakteurin.
Ich glaub, ich hab inzwischen 4 Mal versucht in das Spiel reinzukommen. Klappte aber irgendwie einfach nicht.
Und ich hatte das Spiel damals bei KS sogar unterstützt :D

Für gewisse Spiele muss man einfach in der Stimmung sein, damit sie einen packen.

Das ging bei mir bei der Witcher-Serie (Spiele!) genau so.
Erst als ich die Bücher durch hatte, fühlte ich mich anscheinend bereit für dieses Setting.
 
Sieht man dann auch an Spielen wie jüngst Crimson Desert .. für dieses Spiel muss man sich eben auch Zeit nehmen .. manches Bedarf halt auch einer Aufmerksamkeitspanne jenseits von Insta Shorts ...
Man muss aber auch sagen, dass sich Crimson Desert halt auch ständig selbst ein Bein stellt.
Ein Großteil des langen Einstiegs beruht also auch darauf, einfach mit der "Clunkyness" vom Spiel zurechtzukommen.
 
Man muss aber auch sagen, dass sich Crimson Desert halt auch ständig selbst ein Bein stellt.
Ein Großteil des langen Einstiegs beruht also auch darauf, einfach mit der "Clunkyness" vom Spiel zurechtzukommen.
"Clunkyness" stelle ich dem Spiel nicht in Frage. Das ist vlt ein zusätzlicher Faktor - ich finde aber, dass das Spiel generell einen anderen Ansatz hat und man sich auch unabhängig vom "Clunkyness-Faktor" Zeit nehmen muss.
Ist die Pace mal ein wenig gemächlicher und wird einem nicht alles vorgekaut, dann kommt das bei vielen halt nicht gut an.

Und das ist heutzutage, unter anderem evtl schon dem ganzen Social Media Kram geschuldet finde ich. Und dann gibt es ja auch in gefühlt 99% der Spiele Tutorials ala "die Spieler sind alle doof".
Wundert mich dann nicht, wenn viele nicht zurechtkommen und keine Geduld haben, wenn man das Köpfchen selbst wieder anstrengen muss.
 
"Clunkyness" stelle ich dem Spiel nicht in Frage. Das ist vlt ein zusätzlicher Faktor - ich finde aber, dass das Spiel generell einen anderen Ansatz hat und man sich auch unabhängig vom "Clunkyness-Faktor" Zeit nehmen muss.
Ist die Pace mal ein wenig gemächlicher und wird einem nicht alles vorgekaut, dann kommt das bei vielen halt nicht gut an.

Und das ist heutzutage, unter anderem evtl schon dem ganzen Social Media Kram geschuldet finde ich. Und dann gibt es ja auch in gefühlt 99% der Spiele Tutorials ala "die Spieler sind alle doof".
Wundert mich dann nicht, wenn viele nicht zurechtkommen und keine Geduld haben, wenn man das Köpfchen selbst wieder anstrengen muss.
Also grundsätzlich stimme ich dir schon zu. Für das Spiel muss man sich Zeit nehmen und auch intrinsische Motivation mitbringen, z.B. jetzt mal auf eigene Faust zu erkunden. Und ja, für viele Rätsel muss man auch sein Gehirn anschalten.
Es gibt aber imo einen deutlichen Unterschied zwischen: "Man muss mal den Kopf benutzen" und "Das Spiel ist umständlich und erklärt einfach zu wenig oder zu schlecht."

Kleines Beispiel aus meiner Testzeit: Ich stolpere über eine Ruine mitten im Wald. Da steckt natürlich ein Rätsel drin.
An sich sehr cool und das belohnt voll meinen Erkundungsdrang.
Das Spiel gibt sogar einen Hinweis, wie man das lösen muss, in Form eines Geistes, der eine bestimmte Bewegung macht. Allerdings zeigt dieser Geist die Bewegung eine Sekunde lang in dem Moment, wo man die Ruine betritt. Wer sich also zufällig umschaut, sieht das also nur im Bruchteil einer Sekunde oder gar nicht. Und danach tauchte dieser Hinweis für eine längere Zeit nicht mehr auf.

Ich stand dann also da und wusste nicht, was ich machen soll. Kein bisher gelerntes Feature hat funktioniert.
Das Ding war nämlich: Für des Rätsels Lösung musste man eine Kampfbewegung machen, um sein Schwert in eine Vorrichtung zu stecken und dann erst konnte man überhaupt das Rätsel lösen.
Dass man überhaupt seine Waffe mit einer Kampfbewegung (Zustechen) in bestimmte Dinge stecken und dann damit interagieren kann, hat mir das Spiel vorher nicht mal angedeutet.

Und das ist dann kein "Haha, du bist halt zu doof und zu Social-Media-geschädigt", sondern einfach schlechtes Game Design. (Oder ein Bug, dass der Geist nicht mehr angezeigt wurde bei mir. Das will ich nicht ausschließen)
 
Weil ich grad wieder in Stalker 2 abgetaucht bin... Das Ding hab ich seit Release bestimmt mehr als 5 Mal neu angefangen. Klar, auch wegen der zahlreichen Questbugs, oder fehlender Artefakte und so weiter. Für mich gab es im Mid-Game einige sehr nervige Shooter-Passagen... aber der Weg nach Prypjat blieb mir bisher verwehrt, weil ich dann irgendwann raus war. Was mein persönliches Problem ist: Ich fang dann lieber von vorne an, weil der Wiedereinstieg halt so doof ist... Damals bei Witcher 3 auch, bis es irgendwann klick machte und man nicht mehr rauskam ... :)

Bei Death Stranding 2 wars dann eher die doof weitererzählte Story, die mich hintenraus enttäuscht hat. Ich lieb Teil 1 für seine wunderschöne Vision der Apokalypse. Teil 2 war spielerisch vielleicht besser und abwechslungsreicher, aber da musste ich mich wirklich zwingen, das Ding zu Ende zu spielen. Das Story-Pacing fand ich echt doof. Schade, viel Potential verschenkt :(
 
Bei Fallout 4 und The Witcher 3 brauchte ich auch 2 Anläufe, und war erst nach 10Std. angefixt.
Hat sich dann aber auch gelohnt und mich stundenlang gefesselt. 😍
Games von HK probiere ich erst garnicht mehr, ich weiss das die nicht nach meinem Geschmack sind 🙄.
 
Also grundsätzlich stimme ich dir schon zu. Für das Spiel muss man sich Zeit nehmen und auch intrinsische Motivation mitbringen, z.B. jetzt mal auf eigene Faust zu erkunden. Und ja, für viele Rätsel muss man auch sein Gehirn anschalten.
Es gibt aber imo einen deutlichen Unterschied zwischen: "Man muss mal den Kopf benutzen" und "Das Spiel ist umständlich und erklärt einfach zu wenig oder zu schlecht."

Kleines Beispiel aus meiner Testzeit: Ich stolpere über eine Ruine mitten im Wald. Da steckt natürlich ein Rätsel drin.
An sich sehr cool und das belohnt voll meinen Erkundungsdrang.
Das Spiel gibt sogar einen Hinweis, wie man das lösen muss, in Form eines Geistes, der eine bestimmte Bewegung macht. Allerdings zeigt dieser Geist die Bewegung eine Sekunde lang in dem Moment, wo man die Ruine betritt. Wer sich also zufällig umschaut, sieht das also nur im Bruchteil einer Sekunde oder gar nicht. Und danach tauchte dieser Hinweis für eine längere Zeit nicht mehr auf.

Ich stand dann also da und wusste nicht, was ich machen soll. Kein bisher gelerntes Feature hat funktioniert.
Das Ding war nämlich: Für des Rätsels Lösung musste man eine Kampfbewegung machen, um sein Schwert in eine Vorrichtung zu stecken und dann erst konnte man überhaupt das Rätsel lösen.
Dass man überhaupt seine Waffe mit einer Kampfbewegung (Zustechen) in bestimmte Dinge stecken und dann damit interagieren kann, hat mir das Spiel vorher nicht mal angedeutet.

Und das ist dann kein "Haha, du bist halt zu doof und zu Social-Media-geschädigt", sondern einfach schlechtes Game Design. (Oder ein Bug, dass der Geist nicht mehr angezeigt wurde bei mir. Das will ich nicht ausschließen)
Ja, aber das ist ja genau diese "Clunkyness" und die beziehe ich da nicht ein.
Und mein Ansatz gilt ja nicht nur für Crimson Desert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, wie macht es ein Spiel richtig oder auch nicht?
Viele Faktoren kommen da zusammen, das Spiel selbst, die Spieler, das Setting und wie die Anreize gesetzt werden.
Mit KCD habe ich auch erhebliche Schwierigkeiten gehabt, bis es mal geklappt hat.
Mit The Witcher oder den letzten beiden Zelda‘s überhaupt gar nicht. Da war ich sofort drin, weil mich da die Atmosphäre gleich gepackt hat.
Mit Crimson Desert ist es wirklich inzwischen eine Hass-Liebe, wie ich sie noch nie erlebt habe. Für alles, was das Spiel richtig macht, macht es auch wieder 2 Dinge „falsch“.
Das gesamte Interface steht meiner Ansicht nach dem Spiel und seinen Möglichkeiten im Wege. Wenn man schon so viele Möglichkeiten hat, dann müssen die auch sinnvoll zu einem stimmigen Gesamtbild vereint werden und das gelingt dem Spiel nicht wirklich. Es gibt einfach zu viele Kleinigkeiten, die jede für sich betrachtet nicht schwerwiegend sind, aber in der Summe ein für mich unbefriedigendes Spielerlebnis ergeben.
Wenn man sich schon so offensichtlich bei anderen bedient, warum hat man da nicht auch gleich das mitkopiert, was die anderen in der Hinsicht gut machen?
Wieso ist das Inventar nicht thematisch sortierbar in Reitern und ich muss jedes Mal aus 200 nichtssagenden Item-Symbolen das richtige heraussuchen? Wieso bekomme ich nicht mit einem Tastendruck die Karte oder die Quests oder den Fähigkeitenbaum. Warum muss ich erst in mehrere Untermenüs? Es wäre doch ein Klacks gewesen, das alles sinnvoller zu gestalten, zumal es andere schon seit Jahren vormachen. Wie gesagt, wenn man schon fast dreist kopiert.
Warum muss ich schlecht sehbare Schnellreisepunkte mühselig finden? An sich kein Problem, dann sollten sie aber deutlich sichtbarer sein, wie die Schreine in Zelda oder sich aktivieren, wenn man sich in der Nähe befindet, wie im Witcher oder Cyberpunk. Das hat auch nichts mit Vorkauen zu tun, sondern mit QoL Features die sogar dem Spielerlebnis an sich und dem freien Erkunden und Machen und Tun zuträglich wären.
Sind nur Beispiele aus einem Bereich des Spieles, es hat noch viele andere Defizite, aber eben nichts, was nicht andere schon gezeigt haben, wie es gut gelöst ist.
Ich bin jetzt irgendwas zwischen 50 und 60 Stunden im Spiel und habe das Gefühl, noch nicht wirklich was gemacht zu haben und da kommt ein für mich weiterer wichtiger Punkt dazu, nämlich die Spielzeit, denn ich habe das Gefühl, diese 50 bis 60 Stunden (in denen ich ein Ghost of Yotei platiniert habe), also diese Zeit, meine Lebenszeit, eigentlich ziemlich verplempert zu haben, bzw. zum Eindruck gelange, dass das Spiel die Zeit nicht respektiert, die ich ihm widme. Durch unnötige Verkomplizierung und Umständlichkeit.
Und wenn ich diesen Eindruck habe, dann breche ich Spiele in der Regel auch irgendwann ab.
Crimson Desert bekommt noch Chancen von mir, aber wenn es nicht nach sagen wir weiteren 10 bis 20 Stunden endlich mal in die Pötte kommt, dann wars das.
 
"Zweimal habe ich mich schon nach Böhmen gewagt, doch beide Male blieb Kingdom Come: Deliverance liegen. Seitdem überlege ich, eher dem zweiten Teil eine Chance zu geben, statt es ein drittes Mal zu probieren."

Was soll das bringen ? Der 2te Teil is genauso oft unlogisch und unrealistisch wie der erste Teil , und es nervt übelst. Ist trotzdem ein gutes Spiel , aber deswegen den 1ten teil nicht durchzuspielen erstmal is kein grund.
 
Was für mich so n Fall ist, ist Badur's Gate 3. Gut, obwohls für mich ein super Spiel in Summe ist, tu ich mich mit der Illithidenstory schwer und der Beginn des Spieles auf dem Illithiodenschiff, das törnt mich ab. Also wenn ich vom Spiel nichts wissen würde und einfach mal anteste, dann würd ich das nicht spielen. Aber gut, wenn man das zahlt und weiß, dass es ein Bomber ist, dann quält man sich durch die erste Stunde durch.
 
Sehe ich komplett anders. Man kann nicht das Problem an den Spielen suchen, wenn man selber in dem Moment des Anspielens einfach nicht die nötige Aufmerksamkeitsspanne hat. Ging mir auch schon mit manchen Spielen so, die zu dem Zeitpunkt einfach nicht in meinen Alltag gepasst hatten. Aber als ich mich darauf einlassen konnte, war es gut so wie es war. Gerade KCD legt einen für mich klasse inszenierten Start hin.
 
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