Generell ist es schon so, daß Spiele mittlerweile Kulturgut sind und die nicht auf speziellen Plattformen versumpfen dürfen. Bzw. dann halt nicht mehr angeboten werden. Wenn das eintritt, dann ist zwingend eben die weltweite Spielerschaft gefordert, diese Kulturgüter auch über Rechtegrenzen hinweg zu erhalten. Weil wir uns das wert sind. Das ist auch gut so.
Ja, mittlerweile sind Videospiele als Kulturgut anerkannt, allerdings stelle ich mir persönlich die Frage, ob eine Plattform-Exklusivität das ist, was man als versumpfen bezeichnen kann.
Denn die exklusiven Plattformen selbst sind frei zugänglich. Die Hürde ist der Kauf der entsprechenden Plattform.
Nebenbei gibt es dann die Sache mit dem geistigen Eigentum, rechtlich nochmal eine ganz andere Baustelle.
Wenn man die Mona Lisa sehen will, muss man zwingend in den Louvre gehen. Woanders wird es sie nie wieder zu sehen geben.
Der Vergleich hinkt zwar, da es nur eine Mona Lisa gibt, es soll aber etwas verdeutlichen, nämlich, dass es kein irgendwie natürliches Recht darauf gibt, alles für alle zugänglich machen zu müssen.
Denn Videospiele sind neben der Kulturgut-Frage inzwischen vorwiegend Konsumgüter, da ist weder etwas selten, noch besonders „wertvoll“.
Das sogenannte Kulturgut (und mehr sind Videospiele für mich auch nicht) mutierte schon lange zum reinen Konsumobjekt und zur Fließband-Produktion. Ich erachte das weder als besonders wertvoll, noch schützenswert.
Ich meine, ein Videospiel - und da will ich die Leistung der Schaffenden nicht schmälern - aber sie sind jetzt nicht gerade Beethovens 9. Sinfonie oder besagte Mona Lisa oder Dürers Ritter, Tod und Teufel. Das ist meine Meinung. Kann man natürlich auch anders sehen.
Ich glaube jedoch nicht, dass die Welt irgendwas vermisst, wenn Nintendo sagt, der Klempner bleibt bei uns, wenn Sony sagt, der Ghost of irgendwas bleibt hier oder MS sagt, der MasterChief bleibt bei uns.
Und es stellt sich eine weitere wichtige Frage, die viel zu selten gestellt wird, nämlich ob es manche Spiele ohne Exklusivität überhaupt gäbe? Kann man etwas vermissen, was es gar nicht erst gibt?
