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Realität schlägt Satire: Warum selbst GTA 6 und Tropico 7 nicht mehr übertreiben können

Dominik Pache

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Was ist denn mit Euch los?

Ein intelligenter, interessanter und tief gehende Artikel zu einem gar nicht mal so klickbaitigem Thema? Ohne sinnlose Klickstecke oder VGWort-Füllmaterial? Das ist nicht mehr meine PC Games!

Sehr schön! Oder, um eine meiner Lieblingsbands zu würdigen: inhaltlich eigentlich zu wahr um schön zu sein.

Macht weiter so! Vll. nehme ich Eure Artikel tatsächlich wieder öfter ernst, wenn sie mir irgendwo vorgeschlagen werden.
 
Schöner, interessanter Artikel, auch wenn ich nicht bei allem so mitgehe. Ich liebe Tropico und seine Satire und ich sehe auch, dass sie sich zu einem gewissen Grad leider selbst überlebt hat. Was mich aber immer wieder stört ist, wie beispielsweise die „moralische Ambivalenz“ eines The Witcher stetig hochgelobt und hervorgehoben wird. Damit ist The Witcher nämlich durchaus mitverantwortlich an der Lage der Gegenwart, indem es quasi alles als verkommen oder „das kleinere Übel“ darstellt. Dabei ist es ja in der Realität eigentlich so, dass es häufig eine klar richtige Entscheidung gibt - The Witcher negiert das, ebenso wie beispielsweise GTA, und stellt damit die ganze Welt als schlecht dar. Das hat konkrete Auswirkungen, wie die imzwischen rauf und runter belegte Kultivierungshypothese zeigt - wer mehr Krimis schaut überschätzt auch die Kriminalitätsrate in der Realität. Und nicht anders verhält es sich mit Spielen: sie prägen unser Weltbild, selbst wenn es sich um Fantasyspiele handelt.
Deshalb glaube ich, dass Satire zwar ihren Platz hat - sie hat immer schon die Mächtigen kritisiert - aber aktuell nicht die Zukunft sein kann. Ich glaube die Zukunft liegt vielmehr in Spielen, die, wie schon in den 70er und 80er Jahren beispielsweise Star Wars, eine klassische Geschichte vom Sieg des Guten erzählen. Immerhin erfreuen sich ja auch im TV Serien wie Ted Lasso besonderer Beliebtheit, es scheint also eine Nachfrage zu geben und Grimdark McDüstergame darf jetzt erst mal wieder auf der Reservebank Platz nehmen wenn es nach mir geht. Es ist an der Zeit dass auch Spiele sich wieder von Zynismus und Apathie lösen und positiv an der Gestaltung unser aller Zukunft mitwirken.
 
Ein wirklich guter Artikel. PC Games, du machst dich wieder! Es ist tatsächlich, dass die USA mittlerweile nur noch wie eine gigantische Tropico - Simulation wirken. Eigentlich zu schreien...
Was mich aber immer wieder stört ist, wie beispielsweise die „moralische Ambivalenz“ eines The Witcher stetig hochgelobt und hervorgehoben wird. Damit ist The Witcher nämlich durchaus mitverantwortlich an der Lage der Gegenwart, indem es quasi alles als verkommen oder „das kleinere Übel“ darstellt. Dabei ist es ja in der Realität eigentlich so, dass es häufig eine klar richtige Entscheidung gibt - The Witcher negiert das
Du hast in vielen Punkten recht, aber ich stimme Dir nicht in allen Punkten zu. Es gibt Entscheidungsn, in denen meiner Meinung nach das richtige einfach zu erkennen ist. Es ist aber auch realistisch, dass es Entscheidungen gibt, bei denen Du nur gucken kannst, was das sogenannte kleinere Übel ist. Und bei einigen Entscheidungen weiß man erst sehr viel später, welche die richtige war.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du hast in vielen Punkten recht, aber ich stimme Dir nicht in allen Punkten zu. Es gibt Entscheidungsn, in denen meiner Meinung nach das richtige einfach zu erkennen ist. Es ist aber auch realistisch, dass es Entscheidungen gibt, bei denen Du nur gucken kannst, was das sogenannte kleinere Übel ist. Und bei einigen Entscheidungen weiß man erst sehr viel später, welche die richtige wahr.
Absolut, diese ambivalenten Entscheidungen gibt es auch - zuhauf. Nur werden in Spielen inzwischen eber leider häufig die einfachen, richtigen, „guten“ Entscheidungen zugunsten von ganz viel Grau geopfert. Darum geht es mir im Grunde: die Überrepräsentation dieser vorgeblichen Ambivalenz. Baldur‘s Gate 3 zeigt aber in meinen Augen, wie man es konsequent richtig macht. Es gibt diese klar richtigen Entscheidungen zuhauf und das Spiel signalisiert auch, was es für richtig hält, aber es gibt einem die Wahlfreiheit, die böse Entscheidung zu treffen. Gleichzeitig wird man als Spielerin oder Spieler nicht mit einem Schlag in die Magengrube bestraft, wenn man die „gute“ Entscheidung wählt. BG ist dementsprechend auch ein hochpolitisches Spiel, das einem brutal den Spiegel vorhält, wenn man die „böse“ Entscheidung trifft.
 
Ich hatte noch nicht die Gelegenheit für BG3. Aber zumindest in tW3 finde ich es gut gelöst. Es gibt ein paar schwere Entscheidungen, aber auch viele "einfache". Und es sagt meiner Meinung nach im Grunde nur "schaue tiefer". Jeder Mensch handelt i. d. R., solange er es kann, nach seiner Maxime. Niemand wird ohne Grund etwas machen, was er selbst ablehnt. Wenn, dann führen Zwangslagen zu dem. The Witcher hat damals nur gezeigt, dass selbst "böse" Menschen häufig aus ihrer Sicht gute Gründe für ihre Entscheidungen haben. Diese Gründe machen die Konsequenzen nicht besser, aber sie machen die Taten nachvollziehbarer.
 
Naja, mittlerweile hat halt die Degeneration schon einen Höhepunkt erreicht. Gerade bei uns in der Bundesrepublik. Das ist die Bananenrepublik per Definition. Ist jetzt auch in Frankreich, Übersee, auf der Insel, Rußland, Italien etc. nicht besser. Irres ideologisches Gegacker hat da logisches Denken ersetzt.

Klar ist es noch nicht so drunter wie in ner Karibikdespotie oder sowas, da kann man froh sein, aber mit dem Personal in "Verantwortung" und den Wählern dazu ... das dauert nicht mehr so lange Freunde. :D :D :D Wer das was kommt erlebt, wird Weimar oder die revolutionären Phasen (Frankreich, Rußland, China etc.) als Hort der politischen Stabilität schätzen lernen.

Für GTA6 erhoffe ich mir jetzt nicht so viel. In nem klassischen GTA, wie es die Serie groß gemacht hat, würden da heute Sachen vorkommen, da wären die AktivistInnen kurz vor der rituellen Selbstentzündung. Mit dem damaligen kruden anarcho-chaotischen Charme bist halt heute Terrorist.

Da würdest in einer Mission auf einer Vegitariermesse Hamburger verkaufen und müßtest dir nen Weg aus dem Gelände freischießen, weil der Mob dich lynchen will. In ner anderen Mission pöbelst dann nackt (John Mc Clane Style) mit provokantem Schild auf so nem Gutmenschenauflauf rum während du dich dann halt mit dem Basi aus der Masse rausknüppelst, da der Mob amokläuft. (Keine Ahnung, sowas halt.)

Wie gesagt, Satire geht heute nicht mehr. Weil Witze nur auf Kosten bestimmter Dinge gemacht werden dürfen, während man bei anderen sich einnäßt vor freiwillig aufkommendem Scham (das funktioniert über Konditionierung und Gruppenzwang). Dabei funktioniert Satire nur gut, wenn man das aufs Korn nimmt, was von den aktuellen Machthabern gewollt ist/beworben wird. Der Rest ist Propaganda.
 
Wie gesagt, Satire geht heute nicht mehr. Weil Witze nur auf Kosten bestimmter Dinge gemacht werden dürfen, während man bei anderen sich einnäßt vor freiwillig aufkommendem Scham (das funktioniert über Konditionierung und Gruppenzwang). Dabei funktioniert Satire nur gut, wenn man das aufs Korn nimmt, was von den aktuellen Machthabern gewollt ist/beworben wird. Der Rest ist Propaganda.
Naja, GTA war nie links oder rechts – da hat man einfach alle abgeknallt. :ugly:
Reiche, Arme, Liberale, Konservative, Influencer, Patrioten – keiner kommt davon. Lifeinvader verarscht Big Tech, Ammu-Nation die Waffenlobby, Epsilon-Spinner die Esos, Weazel News die Medien. Und das schließt auch die Protagonisten mit ein. Rockstar war nie „woke“ oder „reaktionär“, sondern hat prinzipiell in alle Richtungen geschossen.

Und klar, echte Satire reagiert auf den aktuellen Wahnsinn und reibt sich gerne an den aktuellen Machthabern. Aber Spiele brauchen heute vier, fünf Jahre in der Entwicklung – bei GTA 6 waren’s wahrscheinlich nochmal mehr! Die Story steht also fest, lange bevor der nächste Shitstorm überhaupt Thema wird, oder eine neue Regierung an der Macht ist. Deshalb müssen Studios neue Wege finden, um bissig zu bleiben.
 
Naja, GTA war nie links oder rechts – da hat man einfach alle abgeknallt. :ugly:
Ne, ich habe den Mähdrescher genommen. War effektiver. :B
Und klar, echte Satire reagiert auf den aktuellen Wahnsinn und reibt sich gerne an den aktuellen Machthabern. Aber Spiele brauchen heute vier, fünf Jahre in der Entwicklung – bei GTA 6 waren’s wahrscheinlich nochmal mehr! Die Story steht also fest, lange bevor der nächste Shitstorm überhaupt Thema wird, oder eine neue Regierung an der Macht ist. Deshalb müssen Studios neue Wege finden, um bissig zu bleiben.
Ja, das ist so bei GTA nicht machbar. Aber andererseits sind die Probleme in den USA, auf welche sie sich ja konzentrieren, in der Regel recht ausdauernd. Trump gibt es nun schon viel zu lange. Da könnten sie sich austoben. Der ICE-Wahnsinn ist natürlich nicht abbildbar. Dafür gibt es den noch nicht lange genug. Und was auch wahr ist: Früher war da in der Tat mehr möglich, da gebe ich @Weedotastisch recht. Heute reagiert die Gesellschaft sehr dünnhäutig. Und der Wahnsinn nimmt ja gefühlt eher zu im Moment.
 
wir werden es vermutlich nie erfahren, aber mich würde schon interessieren, welchen einfluss trump auf gta 6 hatte.
florida als schauplatz - maralago wäre da ja eigentlich ein absolutes MUSS bspw.
ob man sich das derzeit traut?
 
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