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Anno 117: Diesmal wird Sklaverei nicht ignoriert - so wird das Thema im Spiel umgesetzt

ViktorEippert

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Ja, ich bin mir irgendwie sicher dass Hypermoral in Strategie-/Aufbauspielen mit historischen Setting für den überwiegenden Teil der Spielerschaft völlig unwichtig sein wird. Wer sich ernsthaft bei Spielen wie der Anno-Reihe die Frage stellt, was denn jetzt mit Sklaverei ist und dass man das nicht totschweigen darf, der hat wahrscheinlich den Sinn von Computerspielen noch nicht ganz verstanden.
 
Ich finde es ehrlich gesagt lächerlich. Auf der einen Seite ist Klimawandel kontrovers und gut es zu thematisieren aber wenn es dann um Sklaverei geht, ist es gut es nicht zutun. Dabei ist beides ja überhaupt nicht kontrovers, sondern einfach nur ein Fakt. Darüber hinaus ist das 19. Jahrhundert besonders bekannt als Zeitalter der Revolution, die (klassische) Sklaverei endete hier. Das Spiel zeigt auch weniger die ameriknaischen Südstaaten als eher den karibischen Raum wo es sowieso anders aussah. Wenn es dann gerade auch um den Storyaspekt geht, ist das eigentlich ziemlich spannend und gameplaytechnisch ließe sich da sicher auch was machen um gerade diesen Wandel von Sklaverei zu Freiheit darzustellen.

Ich finde es ehrlich gesagt extrem seltsam wie man mit der Thematik umgeht, da wird bei Star Wars nicht mehr von Slave Leia gesprochen oder der Slave I als Boba Fett oder bei Elektronik Slave-Master System problematisiert. Und gerade wenn es dann historisch wird einfach mal ausgeblendet - auch zum Nachteil eigentlich passender und kreativer Optionen.
Wenn ich da diesen Satz lese: "Das Thema wird nicht totgeschwiegen aber auch nicht um jeden Preis in die Mechaniken reingezwängt, um für Gesprächsstoff zu sorgen." klingt das für mich eigentlich eher danach, dass es ein Klientel gibt, dass genau in die Kerbe des eben genannten spricht und ganz bewusst sich eigentlich über Nichtigkeiten aufregen will und so wie das formuliert ist klingt das glatt als wenn der Autor da selbst dazugehört, weil wer käme denn auf die Idee bspw. in Anno sich über Sklaven als Bevölkerungsschicht aufzuregen? IMO wäre das eher positiv, weil vielfach beim Blick in die Antike doch eher so ein Gefühl vorherrscht als ob es zwar Sklaven gab aber die gar nicht so signifikant waren, dabei war das je nach Region sogar extrem signifikant, gerade in Italien und auch nicht nur im Römischen Reich. Gibt ja auch manche die glauben, die Spartaner wären alles so Gerard Butlers, dabei kam auf einen Gerard Butler gut sieben Sklaven und die berühmten 300 wurden von 1000 Heloten begleitet.

Ich würde sogar sogar sagen, im antiken Setting machen Sklaven als Mechanismus und als deutlich sichtbarer Bevölkerungsteil (wie als Bevölkerungsstufe) mehr Sinn als im 19. Jahrhundert, weil das antike Setting ist quasi durchgängig sklavistisch.
 
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