Warum sollte Gewalt nicht motivieren? Das ist das archetypische Motiv fast jeder "großen" Geschichte auf dieser Welt, die sich in irgendeiner Weise mit Leid oder Tod befasst. Dem Spielercharakter oder irgendjemanden, für den er verantwortlich ist, der ihm nahesteht, den er verteidigen muss, oder ähnliches, wird Gewalt angetan und daraufhin sucht der Charakter nach Gerechtigkeit, nach Vergeltung oder einfach nur nach Wiederherstellung des Friedens. Was soll daran schlecht sein (es sei denn, man findet Actionspiele, -filme, -bücher generell abstoßend)? Ich könnte dir dutzende Romane der Weltliteratur aufzählen, die auf einem Grundprinzip der Gewalt basieren (und das auch teilweise noch deutlich drastischer beschreiben als das in modernen Spielen der Fall ist....)...
Ich kann mich übrigens nicht daran erinnern, dass übermäßige Gewalt in Spec Ops belohnt wurde. In dem Spiel gab es ja auch keine Erfahrungspunkte oder sowas. Klar war man als Spieler gezwungen, zu töten (war eben auch einfach ein Shooter), aber eine besonders grausame Weise wurde dabei nicht extra belohnt. Warum das Spiel also eine Farce sein sollte, weiß ich nicht. In Apocalypse Now und anderen Anti-Kriegsfilmen töten die "Helden" auch Truppen des Feindes und trotzdem ist es keine Farce.....
Bulletstorm (oder z.B. Dead Island) ist ein ganz a/nderes Kaliber. Hier wird das Töten als Spielprinzip zelebriert. Anders als z.B. Spec Ops ist das Spiel aber an sich schon äußerst unrealistisch und als reine Fiktion angelegt. Der (erwachsene) Spieler weiß hier vorher schon recht gut, was ihn erwartet: virtuelles Töten als reines Entertainment. Hier wird aber gar nicht versucht, die Vorgänge auf usnerem Planeten in irgendeiner Weise zu reflektieren, diese Spiele sind reine Fantasiegebilde, im Prinzip Parodien. Das mag zwar der ein oder andere abstoßend finden, aber wirklich kontrovers ist das nicht.