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Terroranschläge, Gewaltexzesse und mehr: Kontroverse Szenen in Videospielen

  • Ersteller Ersteller Gast1669461003
  • Erstellt am Erstellt am
Grenzwertig ist eine solche Szene durchaus. Aber die Grenze wird eindeutig überschritten, wenn der Spieler durch das Spiel selbst "gezwungen" wird, an solchen Missetaten teil zunehmen, wie es eben in Modern Warfare 2 der Fall war (zumindest in der unveränderten Version).

In der Originalversion kommt ein Hinweis, dass ein Abschnitt kommt, der evtl. sehr verstörend wirken kann - man kann diesen überspringen und hat keinerlei Nachteile deswegen.

Bin mir nämlich grad nicht sicher, wie dein "gezwungen" gemeint war.
 
In der Originalversion kommt ein Hinweis, dass ein Abschnitt kommt, der evtl. sehr verstörend wirken kann - man kann diesen überspringen und hat keinerlei Nachteile deswegen.

Bin mir nämlich grad nicht sicher, wie dein "gezwungen" gemeint war.

Gut, ich wusste nicht, dass man die Szene auch in der Originalversion überspringen konnte.
Ich ging davon aus, dass man es nur in der dt.-Version konnte. Und in selbiger konnte man auch nicht schießen.

Mit "gezwungen" meine ich aber schlicht: Das Spiel gibt es vor. Nichts anderes.
 
Mit "gezwungen" meine ich aber schlicht: Das Spiel gibt es vor. Nichts anderes.

Achso ... dachte, es wär vlt. so gemeint, als dass man das Spiel ja nicht spielen müsse.

Auch wenn es vom Spiel quasi vorgegeben wird, finde ich es dennoch gut, dass Leuten, die die Szene überspringen wollen, die Möglichkeit dazu gegeben wird.
Hab die Passage zwar gespielt, aber war es schon ein ziemlich komisches Gefühl ...
 
Achso ... dachte, es wär vlt. so gemeint, als dass man das Spiel ja nicht spielen müsse.

Auch wenn es vom Spiel quasi vorgegeben wird, finde ich es dennoch gut, dass Leuten, die die Szene überspringen wollen, die Möglichkeit dazu gegeben wird.
Hab die Passage zwar gespielt, aber war es schon ein ziemlich komisches Gefühl ...

Geht mir genauso. Und ich persönlich finde, man hätte daraus eine schlichte Cutscene machen können. Oder sie gänzlich raus lassen können. Denn diese Szene trägt in keinster Weise zur Story bei und ist schlichtweg nur zu einem Zweck da: Krawall.

Und das ist der Unterschied zu Spielen wie The Witcher 2. Dort ist körperliche Gewalt, aber auch verbale Gewalt mehr als genug vertreten. Und bei vielen Szenen in The Witcher 2 musste ich doch zumindest grübeln, ob es echt nötig war (z.B.
die Szene, als Philippa die Augen ausgestochen wurden
). Aber dort fügte sich alles rund in das Gesamtbild ein und passte zum Szenario.
 
Gewalt soll aber nicht motivieren, sondern inhaltlich zum Spiel passen. Und soweit ich mich entsinne, wurde Gewalt in Spec Ops auch ordentlich belohnt, ähnlich wie in Bulletstorm. Das macht die kritische Auseinandersetzung mit Gewalt im Spiel wieder zu einer Farce.
Ein Bulletstorm hätte man auch ohne das Belohnen besonders stylischer Tötungsaktionen entwickeln können. Das hat nichts mit der Story zu tun.
Warum sollte Gewalt nicht motivieren? Das ist das archetypische Motiv fast jeder "großen" Geschichte auf dieser Welt, die sich in irgendeiner Weise mit Leid oder Tod befasst. Dem Spielercharakter oder irgendjemanden, für den er verantwortlich ist, der ihm nahesteht, den er verteidigen muss, oder ähnliches, wird Gewalt angetan und daraufhin sucht der Charakter nach Gerechtigkeit, nach Vergeltung oder einfach nur nach Wiederherstellung des Friedens. Was soll daran schlecht sein (es sei denn, man findet Actionspiele, -filme, -bücher generell abstoßend)? Ich könnte dir dutzende Romane der Weltliteratur aufzählen, die auf einem Grundprinzip der Gewalt basieren (und das auch teilweise noch deutlich drastischer beschreiben als das in modernen Spielen der Fall ist....)... ;)

Ich kann mich übrigens nicht daran erinnern, dass übermäßige Gewalt in Spec Ops belohnt wurde. In dem Spiel gab es ja auch keine Erfahrungspunkte oder sowas. Klar war man als Spieler gezwungen, zu töten (war eben auch einfach ein Shooter), aber eine besonders grausame Weise wurde dabei nicht extra belohnt. Warum das Spiel also eine Farce sein sollte, weiß ich nicht. In Apocalypse Now und anderen Anti-Kriegsfilmen töten die "Helden" auch Truppen des Feindes und trotzdem ist es keine Farce.....

Bulletstorm (oder z.B. Dead Island) ist ein ganz a/nderes Kaliber. Hier wird das Töten als Spielprinzip zelebriert. Anders als z.B. Spec Ops ist das Spiel aber an sich schon äußerst unrealistisch und als reine Fiktion angelegt. Der (erwachsene) Spieler weiß hier vorher schon recht gut, was ihn erwartet: virtuelles Töten als reines Entertainment. Hier wird aber gar nicht versucht, die Vorgänge auf usnerem Planeten in irgendeiner Weise zu reflektieren, diese Spiele sind reine Fantasiegebilde, im Prinzip Parodien. Das mag zwar der ein oder andere abstoßend finden, aber wirklich kontrovers ist das nicht. ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
In Spec Ops: The Line ging es den Entwicklern darum, die Grausamkeit und Unmenschlichkeit des Krieges zu beschreiben. Nein, nicht nur zu beschreiben, sondern den Spieler diese Grausamkeit am eigenen Leib erfahren zu lassen. Das wurde hier sehr eindrucksvoll gemacht.

Ich erinnere in MW2 daran, dass man Makarov dort hätte töten können, um gleich den gesamten Weltkrieg zu verhindern. Aber was will man machen, Logik lässt Call of Duty oft genug einfach nicht zu.

Genau so wenig war es in MW3 nötig, diese Grausamkeiten an der Zivilbevölkerung zu zeigen. Im Verlauf der GESAMTEN STORY wird auf die Zivilisten einfach nur geschissen und hier soll es einen Schocker darstellen.

Und Duke Nukem: Forever? Naja, was will man machen, Papa Duke ist eben der größte Macho im Universum, da ist es klar, dass so was passieren wird. Allerdings könnte man sich da schnell abregen, da das Spiel sich eigentlich selbst nicht ernst nimmt.

Und Saw? Da muss es schon fast sein, um den Geist der Filme einzufangen, dass man sich in tödliche, teils ekelhafte Fallen begibt.

Zu guter letzt von meiner Seite noch BioShock 1&2: Es ist ein zentrales Spielelement der beiden, dass man auf das ADAM zum Überleben angewiesen ist. Es soll einen vor den Gewissenskonflikt stellen "Rette ich sie, mach sie zum lieben, unschuldigen, kleinen Mädchen oder beute ich sie gewissenlos aus und nehm in Kauf, dass sie stirbt?" BTW kenn ich niemanden, der die Little Sisters wirklich ausbeuten will, allein schon wegen dem schlechten Gewissen.
 
Die Szene mit dem Phosphor in SpecOps war glaube ich eine der beeindruckendsten Spielszenen, die ich in meiner bisherigen Zockerkarriere gesehen habe. Nicht im positiven Sinne natürlich ;-)
 
Die Szene mit dem Phosphor in SpecOps war glaube ich eine der beeindruckendsten Spielszenen, die ich in meiner bisherigen Zockerkarriere gesehen habe. Nicht im positiven Sinne natürlich ;-)

Ja, die ist schon heftig. Aber die Szene regt zumindest an, über die Gräuel des Krieges nachzudenken, was nicht viele Spiele schaffen (bzw. nicht mal wollen). :-)
 
Ja, die ist schon heftig. Aber die Szene regt zumindest an, über die Gräuel des Krieges nachzudenken, was nicht viele Spiele schaffen (bzw. nicht mal wollen). :-)

Das schafft das Spiel für mich sowieso fast während der gesamten Spielzeit.
Selbst die "einfachen" Kills fühlen sich teilweise echt mies an, wenn man sich z.B. vorher an die Gegner rangeschlichen hat und gehört hat, das sie ihre Frauen, Kinder und ihre Heimat vermissen.
Ich erinnere mich auch an eine nicht geskriptete Szene mitten im Gefecht, in der ich aus Versehen eine Zivilistin erschossen habe, weil sie unerwartet durch mein Sichtfeld vor einen Gegner gelaufen ist. Ich hab mich richtig mies gefühlt und konnte es dummerweise nicht mal rückgängig machen, weil das Spiel gespeichert hatte :-|
Wirklich ein tolles Spiel, auf seine eigene Art und Weise. :-)
 
Ich hab auch nichts gegen Gewalt bzw. krasse Szenen, aber nur wenn sie auch in das Gesamtbild des Spieles passen, wenn sie die Geschichte vorantreiben zum Beispiel. Wenn so etwas aber nur eingebaut wird, um Aufmerksamkeit zu erhaschen oder um höhere Verkaufszahlen zu erreichen und das Ganze auch noch total plump wirkt, dann find' ich das auch doof und brauch ich dann nicht.
Bei Bulletstorm hat es mich z.B. überhaupt nicht gestört, weil das einfach zu dem abgedrehten Stil des Spieles passte. Im Gegenteil, ich musste da manchmal lachen, da merkte jeder auch gleich, dass das einfach zu dem Humor des Spieles gehörte.
 
Eben. Bei Spielen wie Bulletstorm, Saints Row, Dead Island, Borderlands, Duke Nukem usw gehört die krasse Gewalt eben einfach zum Spielprinzip. Für Erwachsene ist daran nichts verkehrt. :-)
 
Ein Bulletstorm hätte man auch ohne das Belohnen besonders stylischer Tötungsaktionen entwickeln können. Das hat nichts mit der Story zu tun.
Hätte man können, ja. Aber eben diese überzogene Gewalt ist der USP (unique selling point) des Games; hätte man das kreative Töten weggelassen, wäre Bulletstorm nur ein bestenfalls mittelmäßiger Shooter mit schwacher Story.
 
Ich begreife nicht, was fiktive und reale Gewalt miteinander zu tun haben sollen.
(Zumal eine Darstellung noch lange keine Verherrlichung ist.)
 
Warum sollte Gewalt nicht motivieren? Das ist das archetypische Motiv fast jeder "großen" Geschichte auf dieser Welt, die sich in irgendeiner Weise mit Leid oder Tod befasst. Dem Spielercharakter oder irgendjemanden, für den er verantwortlich ist, der ihm nahesteht, den er verteidigen muss, oder ähnliches, wird Gewalt angetan und daraufhin sucht der Charakter nach Gerechtigkeit, nach Vergeltung oder einfach nur nach Wiederherstellung des Friedens. Was soll daran schlecht sein (es sei denn, man findet Actionspiele, -filme, -bücher generell abstoßend)? Ich könnte dir dutzende Romane der Weltliteratur aufzählen, die auf einem Grundprinzip der Gewalt basieren (und das auch teilweise noch deutlich drastischer beschreiben als das in modernen Spielen der Fall ist....)... ;)

Ich kann mich übrigens nicht daran erinnern, dass übermäßige Gewalt in Spec Ops belohnt wurde. In dem Spiel gab es ja auch keine Erfahrungspunkte oder sowas. Klar war man als Spieler gezwungen, zu töten (war eben auch einfach ein Shooter), aber eine besonders grausame Weise wurde dabei nicht extra belohnt. Warum das Spiel also eine Farce sein sollte, weiß ich nicht. In Apocalypse Now und anderen Anti-Kriegsfilmen töten die "Helden" auch Truppen des Feindes und trotzdem ist es keine Farce.....

Bulletstorm (oder z.B. Dead Island) ist ein ganz a/nderes Kaliber. Hier wird das Töten als Spielprinzip zelebriert. Anders als z.B. Spec Ops ist das Spiel aber an sich schon äußerst unrealistisch und als reine Fiktion angelegt. Der (erwachsene) Spieler weiß hier vorher schon recht gut, was ihn erwartet: virtuelles Töten als reines Entertainment. Hier wird aber gar nicht versucht, die Vorgänge auf usnerem Planeten in irgendeiner Weise zu reflektieren, diese Spiele sind reine Fantasiegebilde, im Prinzip Parodien. Das mag zwar der ein oder andere abstoßend finden, aber wirklich kontrovers ist das nicht. ;-)

1.) In dem Fall ist aber nicht die Gewalt selbst die Motivation, sondern, geht man nach deinem Beispiel, schlichtweg Rache. Emotionen sind in dem Fall der Antrieb, nicht die gewalttätige Handlung.
2.) Okay, dann habe ich mich schlichtweg geirrt, was das Belohnen von Gewalt in SpecOps angeht. :D Verzeihung.
3.) Korrekt. Gewalt wird in Bulletstorm als Spielprinzip zelebriert. Ob das gefällt oder ob man es als richtig empfindet, ist in dem Fall nun wieder tatsächlich reine Ansichtssache. Für mich ist es einfach nichts. Ich halte es für verantwortungslos und eher geschmacklos. Ganz zu schweigen davon, dass es nicht gerade für ein Spiel spricht, wenn die Gewalt das einzige ist, was es zu bieten hat.
 
1.) In dem Fall ist aber nicht die Gewalt selbst die Motivation, sondern, geht man nach deinem Beispiel, schlichtweg Rache. Emotionen sind in dem Fall der Antrieb, nicht die gewalttätige Handlung.
2.) Okay, dann habe ich mich schlichtweg geirrt, was das Belohnen von Gewalt in SpecOps angeht. :D Verzeihung.
3.) Korrekt. Gewalt wird in Bulletstorm als Spielprinzip zelebriert. Ob das gefällt oder ob man es als richtig empfindet, ist in dem Fall nun wieder tatsächlich reine Ansichtssache. Für mich ist es einfach nichts. Ich halte es für verantwortungslos und eher geschmacklos. Ganz zu schweigen davon, dass es nicht gerade für ein Spiel spricht, wenn die Gewalt das einzige ist, was es zu bieten hat.

zu 1) Klar ist nicht die Gewalt selbst die Motivation, sondern die Emotionen, die der gewalttätige Akt auslöst. Der Spielercharakter (und damit auch der Spieler selbst) empfindet doch logischerweise umso mehr, je größer die Intensität der Gewalt ist, die gegen ihn verübt wurde. Das kann z.B. das Töten der Familie sein (Max Payne z.B.) oder bei einem Military-Shooter wie Homefront das Hinrichten von unschuldigen Zivilisten oder (wie bei MW 2) das Töten von Teammitgliedern. Klar ist das visuell harter Tobak, aber das sind doch "legitime" Mittel, um Emotionen wie Rache und Hass erst auszulösen.

zu 3) Was soll daran verantwortungslos sein? Das Spiel ist für Erwachsene, von denen man ausgehen muss, dass sie klar zwischen virtueller und realer Gewalt unterscheiden können. Außerdem ist das Spiel inhaltlich so weit weg von unserer Realität, d.h. das Level an Abstraktion ist so hoch, dass es meiner Meinung nach keinen schädlichen Einfluss hat. Spiele wie Tomb Raider finde ich dahingehend viel schlimmer, da sie insgesamt viel realitätsnäher sind und die darin gezeigte/gespielte Gewalt unserem tatsächlichen Leben viel eher entspricht, gerade weil nicht besonders viel abstrahiert wird (von der mystischen Geschichte mal abgesehen). ;-)
 
Persönlich hab ich nichts gegen Spiele mit erhöhtem Gewaltfaktor. Sicherlich ist es wird es hier und da ein wenig übertrieben, in manchem Spiel artet es sogar ein wenig aus, aber solange Gewalt nicht nur der Gewalt wegen gezeigt wird, sondern ein hintergründiger Gedanke steckt, ist es doch in Ordnung.
"Homefront" hat mir mit dieser Eltern-Hinrichtungsszene einen echten Schock verpasst, aber genau das wollte es ja auch: eine emotionale Reaktion auslösen. Nicht unbedingt die der Rache, sondern die des Entsetzens. Das unterscheidet das Spiel von anderen Titeln, die solche Gewalteinlagen exzessiv, ohne Sinn und Verstand ausschlachten. "Spec Ops" tut das Gleiche, und geht sogar noch weiter, man erinnere sich nur an das grandiose Ende. Oder an die Ghetto-Säuberung in "Velvet Assassin" muss ich bis heute zurückdenken. Da war das blutige Grauen durchgehend spürbar, obwohl die Hinrichtungen nur im Off passierten, d.h. man wurde nie direkt Zeuge davon, sondern sah "nur" das Resultat davon.
Von Gewaltspielen, die wirklich nur niveaulos und demonstrativ ein Schlachtfest nach dem Anderen anreihen, ohne Kontextbezug oder überhaupt einen tieferen Sinn, halte ich dagegen überhaupt nichts.
 
Wenn wir schon davon reden: Wer Spec Ops: The Line noch nicht gespielt hat, aber gerne mal ein Antikriegsspiel spielen würde, bei Nuuvem ist es gerade für ca. 4€ im Angebot (Steamkey). Definitiv ein Blick wert. :-)
http://forum.pcgames.de/sonstige-sp...e-schnaeppchen-zum-budget-60.html#post9571865

Ich warte ja die ganze Zeit schon darauf, dass es wieder im Steam Deal auftaucht. Aber ich muss sagen, ich bin jetzt einfach zu faul, mich durch die Sprachbarriere von Nuuvem zu kämpfen und warte einfach weiter. :-B
 
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