AW: Special - Die Sehnsucht nach dem ersten Mal: Wünschen wir uns die Klassiker wirklich zurück?
Also ich will auch ganz bestimmt keine automatische Zielerfassung.
Ich habe damals auch Karten gemalt und Codes aufgeschrieben und es hat Spass gemacht, weil es einfach fordernd war. Dass man heut Hilfsmittel, die einem das Gekritzel ersparen einbaut ist vollkommen in Ordnung, aber deshalb darf ein Spiel durchaus anspruchsvoll bleiben.
Wenn ich von den ersten 30 Rennen eines Spiels jedes Problemlos gewinne, geht mir jedenfalls die Lust am Weiterspielen verloren. Wenn man dann noch 50 verschiedene Autos hat, von denen man 49 absolut nicht benötigt, dann fragt man sich manchmal schon, was haben sich die Entwickler dabei gedacht. So erging es mir z.B. bei der Need for Speed Serie. Im Teil 4 (High Stakes/Brennender Asphalt) musste man gerade am Anfang noch wirklich um sein Auto bangen, bloß nicht zu Schrott fahren, das kostet zuviel und schon garnicht gegen jemand anderes das Auto verlieren. Bei NFS6 (Hot Pursuit 2) gab es das nicht mehr, einfach ins Auto, Finger aufs Gas und fertig. An einem Nachmittag war man dann auch durch. Bessere Grafik hin oder her, sowas ist einfach Mist. Da hätte ich auch einen Film schauen können. Mit Underground 1 und 2 wurde es zwar wieder etwas schwerer, dafür konnte man alles problemlos mit den ersten Autos durchspielen (MX5/Corsa) und war nie gezwungen auch nur mal was anderes auszuprobieren. Was soll man bitte im Nachhinein über solche Spiele sagen? War, nen schöner Nachmittag?!?
Dabei gibt es genug Beispiele, das sowas nicht sein muss. Für mich als Freund von rundenbasierten Strategiespielen ist die Civilization-Reihe da ein super Beispiel. Von Teil zu Teil wurde behutsam ausgebaut und verbessert. Dabei wurde aber niemals das ganze Spielkonzept über den Haufen geworfen oder die Balance aus den Augen verloren. Gerade Civ4:Colonization ist ein 1A Remake des Originals. An den richtigen Stellen leicht verbessert, aber sonst das alte Spiel in neuem Gewand. Gleiches erwarte ich zur Zeit von Worms Reloaded, ein Worms Armageddon in "modern". Die alten Worms-Teile hatten einfach den Reiz dass auch unerfahrene Spieler schnell ins Spiel finden konnten und man schnell einfach mal eine Partie spielen konnte. Das war es was Worms ausgemacht hat und genau das ist es, was mit der Innovation "3D" verloren gegangen ist.
Neue Grafik und Innovationen sind sicher toll, aber ohne stimmiges Spielkonzept und ausgewogene Balance, macht das aus einer Spielegurke auch keinen TopTitel. Zum Teil habe ich einfach das Gefühl, dass die Entwickler früher einfach viel öfter ihre Spiele auch selbst gespielt haben und getestet haben, ob das so überhaupt Spass macht. Heute ist das zur lieblosen Massenware geworden bei der man fürs Marketing einfach nur Screens mit möglichst guter Grafik braucht.

(Ausnahmen gibt es natürlich

)
Sid Meier hat glaube ich mal sowas in der Art gesagt wie: Man kann noch so tolle und innovative Ideen haben, wenn sie nicht ins Spielkonzept passen oder die Spielfluss unterbrechen, sind sie weder toll noch innovativ. (Habs jetzt leider nicht so schnell im original gefunden)