AW:
KONNAITN am 28.06.2009 18:36 schrieb:
Also wenn es nicht gerade um Cartoons oder Strichmännchen geht, sondern eher spielrelevante Grafiken, wie etwa Concept Art oder generell realistische Malerei, kann man den handwerklichen Aspekt durchaus auch objektiv beurteilen. Etwa ob ein Künstler Ahnung von Licht- und Schattenwurf hat, von Perspektive, von Farben und Oberflächen im Zusammenspiel mit Licht, von Anatomie bzw. Muskelaufbau, wie er verschiedene Materialien darstellt, usw.
... was aber letztendlich vollkommen irrelevant ist, da es eben auch Kunstwerke gibt, die genau diese Vorgaben bewußt ignorieren und eben gerade
deshalb zu bedeutenderen Kunstwerken wurden - siehe zB Werke von Dali oder Picasso.
Sprich: die Qualität eines Spiels, eines Kunstwerkes läßt sich nicht anhand irgendeiner technischen Liste bewerten.
Denn man kann technisch perfekt ein Bild malen, in dem alles "richtig" ist - Schattenwurf, Perspektive, Proportionen, Farbgebung ... - und trotzdem ist es ein schweinelangweiliges und uninteressantes Bild, weil zB das Motiv nichtssagend ist.
Und genauso kann man perfekt dargestelltes Wasser, eine 1A Physikengine, großartige Synchronsprecher und eine optimale 3D Engine haben und trotzdem ein rotzlangweiliges Spiel produzieren.
Natürlich, was darüber hinausgeht, also wie z.B. ein Bild komponiert wird, wie kreativ es ist usw. ist natürlich Geschmackssache und kaum noch objektiv zu beurteilen, das handwerkliche Können, ähnlich wie beim Film oder der Musik, aber schon.
Letzen Endes begeistert ein
nur technisch perfektes Spiel aber nur über den Zeitraum, in dem diese technische Leistung aktuell ist - ein Spiel, bei dem der Wert auf Spielbarkeit, Story, Charakterentwicklung, Spaß, ... gelegt wurde, begeistert hingegen auch nach Jahrzehnten(!) noch.
Als Beispiele seien hier die legendären LucasArts Adventures genannt (Monkey Island, Day of the Tentacle) oder Outcast, Starcraft, Diablo 2, MDK...