Wenn man sich den Erfolg von Games mit/trotz Lootboxen (Overwatch zum Bleistift) anschaut und deren Umsatz dann ja. Spieler wollen es. Sie kaufen es ja.
Wenn das so ist, dann müssen wir das wohl zähneknirschend hinnehmen. Man kann niemandem, der für Finanzen verantwortlich ist, einen Strick daraus drehen, daß er sich genau anguckt, wo Umsätze generiert werden. Und wenn mit Zusatzinhalten mehr Geld zu machen ist als mit dem eigentlichen Spiel, dann richten sich Unternehmen danach aus. So funktioniert nun mal die konkurrenzgetriebene Marktwirtschaft, die wir doch alle wollen. Hätten wir globale Planwirtschaft, würden wir immer noch auf einem ZX81 Sokoban mit ASCII-Grafik zocken.
Was kann man tun? Natürlich Produkte mit In-Game- oder In-App-Shops boykottieren. In den sauren Apfel mag nicht jeder beißen. Ich auch nicht. Sonst könnte ich jetzt zum Beispiel "Origins" nicht spielen, das mir sehr gefällt. Was man aber auf jeden Fall tun kann: Einfach nichts in diesen Wucherläden kaufen. Wenn die sich nicht rentieren, dann -- und nur dann -- werden sie auch wieder verschwinden.
EDIT: Man kann es keinem Unternehmen zum Vorwurf machen, daß es profitorientiert ist. Ein Unternehmen, das sich nicht um Profit schert, verschwindet eher über kurz als über lang. Ich sehe nicht, was daran unmoralisch sein sollte, den eigenen Angestellten pünktlich zum Ersten des Monats das Geld zu überweisen und vielleicht sogar noch zu Weihnachten ein bißchen was draufzupacken. Da könnte ich mir Übleres vorstellen. Moralisch verwerflich wird es für mich erst, wenn sich ein Unternehmen die Spielsucht der Menschen zunutze macht, um sich zu bereichern. Dafür haben wir in Deutschland das Glücksspielgesetz, das möglicherweise nicht mehr ganz zeitgemäß ist und auch ständig unterwandert wird. Ich darf keine Lotterie oder kein Kasino aufmachen, auch wenn ich sehr viel mehr ausschütten könnte als Wolfgang Schäuble mit seinem lächerlichen Lotto, und das ist gut so. Wenn es um Sucht geht, haben Menschen ein Recht darauf, vor sich selbst geschützt zu werden, das hat aus meiner Sicht mit staatlicher Gängelung oder Bevormundung nichts zu tun.