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  1. #1
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    Greedfall - Irgendwas zwischen Langeweile und Spielspaß

    Grüß euch,

    Greedfall ist seit dem 10. September auf dem Markt und mittlerweile sind auch die ersten Wertungen und User-Reviews zu dem Spiel verfügbar. Zuvor ging das Spiel ein wenig an mir vorbei. Erst einige Wochen vor Release habe ich Greedfall "entdeckt" und der Stil war recht interessant. Mir entging nur, dass der Entwickler der selbe ist, auf dessen Konto schon Spiele wie Of Orcs and Men und Bound by Flame gingen. Letzteres landete bei mir auf der "War ein Fehlkauf"-Liste. Und Greedfall?

    Da leider keine User-Tests auf PCGames mehr möglich sind, will ich hier mal meine Eindrücke zu dem Spiel vermitteln. Nach bisher nur 15 Stunden kann ich mir natürlich kein abschließendes Fazit erlauben. Wohl aber erste Eindrücke, nachdem ich die grundlegenden Mechaniken des Spiels erlebt habe. Und mein Eindruck bisher ist: Die gezahlten 49,99€ auf Steam hätte ich besser anlegen können. Das Spiel ist keinesfalls eine Katastrophe, aber weit davon entfernt, wirklich gut zu sein.

    RPG-typisch erstellt man sich zu Beginn den Charakter. Zugegeben, eigentlich ist der vorgegeben, aber wie in Mass Effect wählt man zwischen Männlich und weiblich. Anschließend kann man aus mehr oder weniger rudimentären Optionen seine Figur nach eigenem Ermessen basteln und die Klasse wählen. Von diesen gibt es drei Klassen (Krieger, Magier und Schurke), die widerum jeweils noch mehrere Skill-Trees haben. Bis hierher ist es völlig in Ordnung.

    Ich komme also gleich zu den Punkten, wegen denen mir das Spiel eher semi-geil vorkommt:
    • Die leblose Umgebung: Ich kann mit den steifen Gesichtern durchaus leben. Die Grafik an sich sieht ja auch echt schick aus und überzeugt insbesondere dann, wenn der Spieler sich durch die Landschaften bewegt. Diese sehen herrlich atmosphärisch und organisch aus. Es sieht einfach richtig, richtig schön aus. Ehrlich, ich war erstaunt, was man optisch aus einem Spiel heraus pressen kann, das technisch weit hinter einem Kingdom Come oder einem Assassins Creed Odyssey steht. Der Grafikstil tut sein übriges dazu. Aber die Umgebung ist leider nur das: Schön. Schön, aber leblos und mehr schicke Kulisse. Kaum Kleintier in den Außengebieten. NPCs stehen nur doof an der Stelle und haben keinen Tagesablauf. Keine Dialoge, denen man im Vorbei gehen lauscht. Nichts. Schade.
    • Die Quests: Die Quests erzählen, abseits der Hauptstory, eigentlich gute Geschichten, die durchaus mit einem The Witcher 3 konkurrieren können. Eigentlich! Denn wo die Quests in The Witcher 3 recht kompakt ausfallen, lässt Greedfall den Spieler permanent hin und her rennen. Selbst für einen Dialog, den man in ein paar Augenblicken abgefrühstückt hat muss man häufig bis zum anderen Ende der Map laufen. Dann geht es wieder zurück, nur um dann wieder zum anderen Ende der Map zu laufen, wo man eben schon den Zwei Zeilen-Dialog hatte. Das wäre gar nicht weiter wild, wenn denn dazwischen irgendwas passieren würde. Aber nein, die Laufwege bleiben ereignislos, viel zu lang und langweilig. Das ist nichts anderes als unnötiges Strecken der Spielzeit und es macht irgendwann auf Dauer einfach keinen Spaß mehr, sodass ich irgendwann froh war, das erste Außengebiet betreten zu haben und dort einfach nur Monster klatschen kann.
    • Der Schwierigkeitsgrad: Wo wir nun beim Schwierigkeitsgrad wären. Es ist zwar entspannt, sich einfach mal in eine Horde wilder Tiere zu stürzen, aber so richtig herausfordernd ist das selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad nicht. Okay, es gibt ein paar Bossgegner und sogenannte "Wächter-bestien" oder so ähnlich, die anspruchsvoller sind, aber alles in allem erscheint mir das Spiel eindeutig zu leicht.
    • Abwechslung: Karge Inneneinrichtung der Häuser. Wenig Gegnertypen und lange Laufwege. Das Spiel krankt an Abwechslung und Spannung. Von Anfang an. Greedfall zeigt ziemlich eindeutig, wie wichtig Abwechslung in einem Spiel ist und wie man es nicht machen sollte.


    Freilich gibt es natürlich auch positive Aspekte, die es zu betonen gilt und die das Spiel am Ende doch irgendwie besser machen:
    • Zum einen, die erwähnten schicken Landschaften.
    • Zum anderen das Kampfsystem, das sehr gut von der Hand geht und durchaus taktische Tiefe bietet. Vor allem in Verbindung mit der richtigen Auswahl der Gefährten, die im Spielverlauf nach und nach auf die Spielfigur treffen und die jeweils eine der hiesigen Fraktionen angehören. Doof nur, dass Taktik und der gegebene Tiefgang des Gameplays kaum nötig sind, da das Spiel, wie gesagt, ganz einfach zu leicht ist.
    • Die Dialoge sind an sich toll geschrieben und die Hauptstory ist zumindest interessant (wären da nicht die langen Laufwege), von der ich hier aber nichts spoilern will. Ausgangspunkt jedoch ist eine Krankheit, von der die Spielfigur auch offensichtlich selbst befallen ist und die auf dem Festland wütet. Als Angehörige/r einer Adelsfamilie wird man also auf eine Insel geschickt, um dort ein Heilmittel zu suchen.
    • Die Gefährten sind recht glaubwürdig und haben auch ihre jeweiligen Questreihen, die mehr über die Hintergründe der Charaktere aufdecken.
    • Das Setting ist angenehm frisch und klassische Schwarz/Weiß-Malerei gibt es nicht. Alle Fraktionen und Figuren, auf die man im Spiel trifft und mit denen man interagieren kann, haben nachvollziehbare Motive und keiner ist wirklich gut oder böse. Das macht die Entscheidungen, die man im Laufe der Quests treffen muss, umso schwieriger. Oft entscheidet man scheinbar nur zwischen Pest und Cholera. Oder zwischen Löwenzahn und Maiglöckchen. Selten entscheidet man zwischen Maiglöckchen und Pest, also zwischen klar gut und böse...Und jede Entscheidung hat ihre Konsequenzen.


    Wobei man aber sagen muss, dass echte Emotionen kaum aufkommen. Auch wenn die Gefährten einem nachvollziehbar und recht glaubwürdig erscheinen, will irgendwie keine Sympathie oder Antipathie aufkommen. Das gilt auch für alle anderen NPCs, mit denen man interagiert. Das Spiel schafft es nicht, den Spieler emotional zu packen. Und das ist für ein Spiel, das offensichtlich gute Geschichten erzählen will, ziemlich schlecht. Beim "wollen" ist es also geblieben.

    Alles in allem macht es mir das Spiel echt schwer, es zu mögen. Die genannten Kritikpunkte sind (bis auf das Balancing/den Schwierigkeitsgrad) auch keine, die man mal eben raus patcht. Dazu kommt noch, dass das Spiel nicht immer flüssig läuft und nachladende Texturen an der Tagesordnung sind. Dennoch reißen es die positiven Aspekte irgendwie raus und heben das Spiel raus aus dem Sumpf der absoluten Mittelmäßigkeit und Spaßlosigkeit.
    Geändert von RedDragon20 (18.09.2019 um 09:12 Uhr)
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  2. #2
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    Ich war durch die Werbung auf Steam neugierig aufs en Titel geworden und wurde dann erstmal durch die Kritiken abgeschreckt.

    Die negativen Aspekte, die du erwähnst, las ich auch dort. Ich glaube, allein schon der Ablauf der Quests würde mir dank der Laufwege schnell zu anstrengend werden.

    Klingt dann doch eher nach einem Titel, den ich mir vielleicht mal im Sale anschauen werde.
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  3. #3
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    Zitat Zitat von Nyx-Adreena Beitrag anzeigen
    Klingt dann doch eher nach einem Titel, den ich mir vielleicht mal im Sale anschauen werde.
    Ja, genau so wuerde ich das im Moment (nach aehnlicher Spielzeit RedDragon20) auch empfehlen. $60 finde ich fuer den Titel schon auch sehr happig.
    Im PCGC Podcast naechste Woche werden wir uns uebrigens auch Greedfall widmen. Bis dahin hab ich's hoffentlich durch und kann auch ein abschliessendes Fazit geben.
    RIP PCGames Podcast. Ein paar von uns machen seit kurzem einen PC Games Community Podcast.
    Hier koennt ihr reinhoeren.

  4. #4
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    Hinzu fügen will ich noch, dass es so einige voneinander abgegrenzte Gebiete gibt. Wie gesagt, sehen die alle recht schick aus und dass es keine echte Open World ist, stört mich auch nicht. Aber passieren tut da nicht wirklich was. Es gibt innerhalb dieser Gebiete kaum bis keine Quests und die dienen scheinbar nur dazu, um mal Viehzeug zu klatschen und Materialien zu sammeln. Wie gesagt, alles recht leblos und maßlos verschwendetes Potential.

    Wieder so ein Spiel, bei dem man vorne und hinten merkt, dass es eigentlich deutlich besser hätte sein können.
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  5. #5
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    Danke für den Eindruck!

    Die Nennung der positiven Punkte hätte mir als Aufzählung besser gefallen. Also wie du es bei den Negativpunkten gemacht hast.
    Das würde mehr schnelle Übersicht und Einheitlichkeit bieten.

    Eventuell werden wir im nächsten Podcast Bezug auf dein kleines Review nehmen.
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  6. #6
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    Zitat Zitat von Zybba Beitrag anzeigen
    Danke für den Eindruck!

    Die Nennung der positiven Punkte hätte mir als Aufzählung besser gefallen. Also wie du es bei den Negativpunkten gemacht hast.
    Das würde mehr schnelle Übersicht und Einheitlichkeit bieten.

    Eventuell werden wir im nächsten Podcast Bezug auf dein kleines Review nehmen.
    Ich hab meinen Beitrag nochmal editiert und hier und dort ergänzt.

    Bisher habe ich das Spiel aber groß nicht weiter gespielt. Dafür fallen mir die genannten Mängel einfach zu sehr auf, weswegen die Motivation aktuell flöten gegangen ist. Am Anfang hat's noch irgendwie Spaß gemacht und es war alles interessant, wie ich im "Was spielt ihr gerade?"-Thread geschrieben habe. Aber die Fassade bröckelte doch recht schnell.
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