Der Film hat den klassischen französischen Scharm und Witz. Sowas kann man einfach nicht "veramerikanisieren".
Genauso wie Honig im Kopf. Das funktioniert einfach nicht.
Ich finde,
Honig im Kopf hat auch schon in der deutschen Version nicht sonderlich gut funktioniert. Das war für mich viel zu sehr auf die Til Schweiger Formel gemünzt und teilweise nur als Vorlage für ein paar Witzchen gedient. (zB
das Gespräch mit dem Arzt, das wie ein Sketch wirkt, aber mit der Realität von Alzheimer/Demenz Patienten nichts zu tun hat."
Alleine schon der Titel: (etwas) "Honig im Kopf" haben, der die Synapsen verklebt und das Denken schwer macht, ist ja was anderes als einen "Kopf voller Honig" haben, in dem dann der Honig das Gehirn ersetzt.
Zudem haben die Macher der US Version scheinbar den stärksten Moment der Bildsprache des Films versemmelt:
Im DE Original sitzt "der Alte" eines Morgens alleine auf einer Bank in Venedig. Darauf angesprochen, warum, weiß er keine Antwort mehr. Auch die Protagonisten des Films kommen nicht dahinter.
Nur der Zuschauer sieht aufgrund der Kameraeinstellung das eingeritzte Herz auf der Rückseite der Bank, auf der er sitzt und kann daraus schließen, daß "der Alte" und seine Frau hier mal gesessen haben.
Prima Metapher für die Erlebnisse, die "einfach aus dem Blickfeld verschwinden" und vergessen werden und für Handlungen, die den Angehörigen unsinnig erscheinen - aber nur, weil sie sie nicht verstehen können.
Beispiel aus der Praxis: Ich habe eine demente Frau gesehen, die in der Vorweihnachtszeit die schöne Papiertischdecke zerrissen hat. Keiner konnte verstehen, wieso sie das macht. Bis sie das herausgerissene Stück um ihre Fernsehzeitung legte: Sie wollte die Zeitung als Geschenk verpacken.
In der US Version des Films hingegen: ...
Til Schweiger: "Honig im Kopf"-Remake wird von US-Kritikern zerrissen - SPIEGEL ONLINE