der-jan am 11.10.2008 12:28 schrieb:
was ist denn ein historischer shooter? es gibt keine shooter, der sich auch nur entfernt mit historischen ereignissen befaßt -
Der zweite Weltkrieg mag vielleicht noch Zeitgeschichte und nicht historisch sein, aber das BiA nicht im entferntesten was damit zu tun hat ist meiner Ansicht nach einfach falsch. Auch die operation market Garden gab es. Also ist das ganze Spiel eingebettet in wahren Begebenheiten, wenn auch mit der fiktiven Geschichte einer fiktiven Einheit.
es gibt zwar shooter, die als optische abwechslung halt keine aliens, soldaten eines science fiction regimes, söldner sondern halt mal soldaten irgend einer realen armee sind, aber das ist schon alles - es gab bis jetzt in der geschichte nichts was mit nem shootergameplay (einer alleine vernichtet ganze kompanien)
Ich glaube im letzten Satz fehlt was, den versteh ich nicht so recht. Aber ich denke du hast in gewisserweise recht, wenn man als einzelner Spieler ca. 200 Leute abschiesst wäre das schwierig permanent mit moralischen Ansichten zu hinterfragen.
Aber, gerade BiA ist ein "Shooter" der mehr Wert auf sowas legen könnte, da man eben nicht eine Ein-Mann-Armee ist. Ausserdem muss man nicht hinter jedem Soldaten eine Lebensgeschichte sehen, aber ein wenig mehr "Respekt" vor den Geschehnissen damals, auch gegenüber dem Gegner, wäre angebracht.
Mal ein Vergleich mit Filmen. Dort wird nicht jeder "böse", aber ein paar oder zumindest der "Endgegner" näher beleuchtet. Warum ist er böse, was für Absichten hat er usw.
Um mal zu Kriegsfilmen zu kommen. In Band of Brothers werden die deutschen nicht als inbegriff des bösen gezeigt, sondern als Soldaten. Col. Winters sagt ja auch irgendwann, so etwas wie "Der Mann auf den ich schiesse könnte auch ein Freund von mir sein, vielleicht geht er auch gerne Angeln, aber die durch die Umstände sind wir feinde" (Irgendwie sowas in der Richtung). In dem Vietnamkriegsfilm "Wir waren Helden" sieht man wiederum ganz klar, wie einseitig so ein Film sein kann. Die Vietnamesen werden in 2 - 3 Szenen einem mal näher gebracht. Da schreibt einer einen Brief, geht in die Schlacht und fällt. Auf amerikanischer Seite wird jeder Tod zum Theaterstück, Die Ammis setzen Napalm ein und zig Vietnamesen verbrennen, EINE Napalmbombe fliegt zu weit und trifft ein paar Amerikaner die mit aller Tragik und theatralischer Musikuntermalung verbrennen.
Und sowas mag ich nicht, gerade über den Vietnamkrieg, der so scharf kritisiert wird, gibt es soviele Heldenfilme der USA.
es gibt spiele, da finde ich es gut gemacht, wenn der spieler vor gewissenfragen gestellt wird, wenn er seinen gegner, den er als halt um bringen muss als facettenreiches menschliches wesen wahrnimmt, aber sowas kann nur ein paar mal in nem spiel erzeugt werden, wenn es wie in nem normalen shooter gilt alle paar sekunden einen zu erschießen, dann ist es doch gruslig sich vorzustellen, daß dies jedes mal ein "mensch mit gefühlen" ist und nicht einfach ein "stück programm, das mir ein game over beschert, wenn ich es nicht besiege"
Ja, sicher hast du da recht, aber schlussendlich ist es auch die Fantasie, die einem sagt auf was man schiesst. Die einen können sich gut in Filme, Spiele, Bücher reinversetzen und fiebern mehr mit als Andere.
Deine Idee, sowas ein paar mal im Spiel zu erzeugen finde ich gut, sowas fände ich toll. Man könnte das so hinbiegen, das man im Verlauf des Spiels merkt und sich bewusst wird, was für ein Leid man durch das erschiessen von Gegnern verursacht und ob es das richtige war. das ist jetzt etwas überspitzt ausgedrückt, aber sowas in die Richtung fehlt meistens. man schiesst sich durch die gegner um Ende als held gefeiert zu werden.
bye
Spinal