Spielemarkt: Europa vs USA

weltking

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
13.11.2013
Beiträge
390
Reaktionspunkte
42
Hallo,

mir ist heute mal wieder die Frage aufgekommen, warum sich Spiele von der Story her hauptsächlich an den USA orientieren und seltener an Europa. Vielleicht wurde dieses Thema schon mal diskutiert, habe aber dazu nichts gefunden. Weder hier im Forum noch im WWW.
Ist der europäische Spielemarkt im Gegensatz zu dem amerikanischen so viel kleiner oder kennt jemand da andere Gründe.
 

Herbboy

Senior Community Officer
Teammitglied
Mitglied seit
22.03.2001
Beiträge
78.662
Reaktionspunkte
5.933
Das große Geld sitzt halt schon eher in den USA, und die USA ist halt auch das bevölkerungsreichste Land der westlichen Welt - da ist der Markt dann auch sehr groß. Kaum einen Europäer stört es, in zB einem virtuellen New York oder L.A. zu spielen, aber etliche Amis würden ein Spiel wohl liegenlassen, wenn es in einer europäischen Großstadt spielt, allein weil viele US-Bürger kaum irgendwas außerhalb der USA überhaupt kennen ;)


Zudem orientieren sich Games ja auch an dem, was in Filmen beliebt ist - und auch da sind US-Settings halt dominant. In Sachen Entertainment rund um die USA kommt auch im Ausland im Zweifel gut an und wird als "cooler" empfunden. In Sachen "Krieg" und Militär ist die USA z.B. halt DAS Land für die westliche Welt, vlt. sogar weltweit, auch was Waffenproduktion angeht UND was auch die reale Verstrickung in Einsätze angeht. Da macht es mehr Sinn, eine Story rund um eine US-Einheit zu erstellen, als dass man eine Story über eine französische Eliteeinheit oder nen deutschen Trupp macht. Und auch bei anderen Setting wie zB GTA oder Spionage-Spielen usw. ist halt auch die USA das große Vorbild. Alles, was mit Gangstern, Spionen usw. zu tun hat, verbindet man nun Mal mit den USA. Nicht das es NUR dort stattfinden könnte, aber jeder in der relevanten Zielgruppe kennt nun Mal den "american way of life", die typischen US-Großstädte usw. usw., und was noch dazukommt: die US-Kultur steht wie keine andere in der westlichen Welt für "Du musst Dir selber helfen" und "der stärkere überlebt", und DAS ist auch für Games wichtig, wenn man sich nicht langweilen soll ;)

Also, das ist jedenfalls das, was ich mir als Erklärung vorstelle.
 

MichaelG

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
04.06.2001
Beiträge
26.576
Reaktionspunkte
6.867
1. Viele Softwarefirmen sitzen in den USA
2. USA ist einer der großen Märkte

Das allein bedingt schon einmal eine Dominanz von US-Schauplätzen. Und wie bereits gesagt. Die meisten Amerikaner könnten mit einem Bonn, Köln oder Hamburg wenig anfangen. Die kennen maximal Berlin.
 
TE
weltking

weltking

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
13.11.2013
Beiträge
390
Reaktionspunkte
42
Das große Geld sitzt halt schon eher in den USA, und die USA ist halt auch das bevölkerungsreichste Land der westlichen Welt - da ist der Markt dann auch sehr groß. Kaum einen Europäer stört es, in zB einem virtuellen New York oder L.A. zu spielen, aber etliche Amis würden ein Spiel wohl liegenlassen, wenn es in einer europäischen Großstadt spielt, allein weil viele US-Bürger kaum irgendwas außerhalb der USA überhaupt kennen ;)


Zudem orientieren sich Games ja auch an dem, was in Filmen beliebt ist - und auch da sind US-Settings halt dominant. In Sachen Entertainment rund um die USA kommt auch im Ausland im Zweifel gut an und wird als "cooler" empfunden. In Sachen "Krieg" und Militär ist die USA z.B. halt DAS Land für die westliche Welt, vlt. sogar weltweit, auch was Waffenproduktion angeht UND was auch die reale Verstrickung in Einsätze angeht. Da macht es mehr Sinn, eine Story rund um eine US-Einheit zu erstellen, als dass man eine Story über eine französische Eliteeinheit oder nen deutschen Trupp macht. Und auch bei anderen Setting wie zB GTA oder Spionage-Spielen usw. ist halt auch die USA das große Vorbild. Alles, was mit Gangstern, Spionen usw. zu tun hat, verbindet man nun Mal mit den USA. Nicht das es NUR dort stattfinden könnte, aber jeder in der relevanten Zielgruppe kennt nun Mal den "american way of life", die typischen US-Großstädte usw. usw., und was noch dazukommt: die US-Kultur steht wie keine andere in der westlichen Welt für "Du musst Dir selber helfen" und "der stärkere überlebt", und DAS ist auch für Games wichtig, wenn man sich nicht langweilen soll ;)

Also, das ist jedenfalls das, was ich mir als Erklärung vorstelle.

Deine Erklärung finde ich auf jeden Fall sehr logisch und in diese Richtung habe auch gedacht. Sicher sind die Amis schon eine Art Leitkultur und damit ist die aktuelle Lage wahrscheinlich auch zu erklären. Ich finde es dennoch sehr, sehr schade, dass europäische Produktionen nicht etwas mehr Mut zu beweisen. So langsam wird es halt langweilig, wenn man in Shootern als US-Elitesoldat als einziger mal wieder komplett heroisch und selbstlos die Welt vor bösen Bedrohungen gerettet hat:-D

Aber hat jemand zufällig auch iwelche Zahlen was die Größe der Märkte darstellt?

Mir kommt Europa nämlich schon recht oft stiefmütterlich behandelt vor. Besonders der Release der letzten Konsolengeneration hat mir das mal wieder vors Auge geführt. Die PS4 ist dort früher erschienen, hat, wenn ich das richtig mitbekommen habe, mehr Lieferkapazitäten bekommen. Bei der Xbone hat man die TV-Funktion für Europa mehr oder weniger komplett ignoriert mit der Geschichte 50 bzw. 60 Hertz. Bei vielen Spieleerscheinungen werden die Spiele ja auch oftmals früher in Amerika released als in Europa.
Aus solchen Dingen schließe ich dann, dass der US-Markt wesentlich wichtiger ist, als Europa.
 

McDrake

Bekanntes Gesicht
Mitglied seit
22.03.2001
Beiträge
20.354
Reaktionspunkte
5.582
So langsam wird es halt langweilig, wenn man in Shootern als US-Elitesoldat als einziger mal wieder komplett heroisch und selbstlos die Welt vor bösen Bedrohungen gerettet hat:-D
Jetzt könnte man natürlich politisch antworten und fragen:
Welche Nation ist denn sonst Weltweit mit Truppen im Einsatz?
Ist ja auch ein wenig die Krux an dem System.
 

Herbboy

Senior Community Officer
Teammitglied
Mitglied seit
22.03.2001
Beiträge
78.662
Reaktionspunkte
5.933
Deine Erklärung finde ich auf jeden Fall sehr logisch und in diese Richtung habe auch gedacht. Sicher sind die Amis schon eine Art Leitkultur und damit ist die aktuelle Lage wahrscheinlich auch zu erklären. Ich finde es dennoch sehr, sehr schade, dass europäische Produktionen nicht etwas mehr Mut zu beweisen. So langsam wird es halt langweilig, wenn man in Shootern als US-Elitesoldat als einziger mal wieder komplett heroisch und selbstlos die Welt vor bösen Bedrohungen gerettet hat:-D

Aber hat jemand zufällig auch iwelche Zahlen was die Größe der Märkte darstellt?
Der US-Markt ist der größte Einzelmarkt, sofern man "westliche" Länder betrachtet (keine Ahnung, ob rein zahlenmäßig gesehen vlt zB China auch riesig ist), und der US-Markt ist in jedem Falle größer als der deutsche - aber US vs. EU, da sieht es schon eher ausgeglichen aus. Was aber eben auch extrem schwer zu sagen ist: was genau gehört alles dazu? Es ist ja so, dass wg. Handygames, Tablets usw. zig Millionen, vlt sogar inzwischen Mrd. Umsatz erzielt werden, was wir hier als "PC-Gamer" an sich am liebsten komplett weglassen würden, wenn wir von "richtigen" Spielen reden wollen. Und: sicher kaufen auch viele Leute Keys usw., die formal gesehen US-Keys sind, obwohl die Leute vlt gar nicht in den USA wohnen. All das kann man nur sehr schwer trennen, selbst klare Verkaufszahlen von Blockbustergames hier in D sind schon sehr schwer zu erheben, da ja nicht jeder Shop immer jedes verkaufte Spiel "meldet" und dann auch noch den Preis, den er dafür erzielt hat. Dazu kommen noch Downloadkäufe + Importe zb über Amazon.de + meist aus Hongkong stammende Key über zB ebay usw. usw.


Mir kommt Europa nämlich schon recht oft stiefmütterlich behandelt vor. Besonders der Release der letzten Konsolengeneration hat mir das mal wieder vors Auge geführt. Die PS4 ist dort früher erschienen, hat, wenn ich das richtig mitbekommen habe, mehr Lieferkapazitäten bekommen.
der US-Markt ist halt auch klassisch viel konsolenlastiger, und dass man das größte Land am Anfang bevorzugt beliefert, ist an sich normal, WENN es Engpässe gibt. Ich würde das alles gelassener sehen, denn wo ist denn das Problem, ob man ein nagelneues Produkt nun heute oder erst in 2 Wochen im Handel bekommt? Im Gegenteil: kleine Fehler im System "dürfen" dann die Amis als erste ausbaden, und hier bekommt man ein bereits gepatchtes Produkt ;) und man bekommt in den heutigen Zeiten einfach viel mehr mit. Vor 20 Jahren hättest du erst Wochen später durch ein Fachmagazin erfahren, dass es die PS4 in den USA schon etwas früher gab - ansonsten wäre das Dir gar nicht aufgefallen ;)
 
Oben Unten