News - Divine Divinity - Pflichtkauf für Rollenspieler?

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das_fantom

Guest
AW: News - Divine Divinity - Pflichtkauf für Rollenspieler?

Habe den Kauf von Divine Divinity bislang nicht bereut. Es macht süchtig. Nächtelang bin ich schon am zocken.

Das ist ein Rollenspiel nach meinem Geschmack. Gehe ich in ein Haus so siehts da aus als ob da einer wohnt. Das ist stimmungsvoller als bei einem 3D Spiel, wo ausser einem Schrank und Tisch in den Häusern nix ist. Und ein Fass ist echt rund und nicht 12eckig.

Stärken: Suchtfaktor, Humor, freie Entwicklung der Figur, vollständige Handlungsfreiheit, tolle Musik, tonnenweise Skills

Schwächen: kein Multiplayer, deutsche Stimmen zT übertrieben komisch, einige Skills zu stark oder zu schwach

Großes Plus: Der Hersteller kümmert sich um sein Spiel. Ich hab schon von Spielen gehört, wo man nach dem ersten Patch alle Arbeiten eingestellt hat (Ultima). Vorbildliches Forum, große Fangemeinde. Übrigens habe ich bislang überhaupt keine Probleme mit Abstürzen und so. Divinity funzt bei mir wie ne 1.

Unverständlich find ich nur, dass man die Spielstände nach dem 1. Patch nicht mehr verwenden konnte. Das darf einem Entwickler heut einfach nicht mehr passieren.

Für mich gabs in diesem Sommer zwei Rollenspielhits: Neverwinter Nights (wegen Editor) und Divine Divinity. Hoffentlich entwickeln die Macher eine Fortsetzung. Dann gibts neben Bioware in Zukunft noch einen Entwickler von tollen Rollenspielen. Und ein 2. Teil wird ja meist noch etwas besser.
 
TE
S

SYSTEM

Guest
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Zum Artikel: http://www.pcgames.de/aid,80190
 
TE
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Moriendor

Guest
AW: News - Divine Divinity - Pflichtkauf für Rollenspieler?

Divinity ist in der Tat ein "Pflichtkauf" für Rollenspieler. Wer die Baldur's Gate Serie (insbesondere Teil 2) gemocht hat, wird von der packenden Story begeistert sein und schon nach kurzer Zeit feststellen, dass Divinity in ähnlichem Masse wie BG II durch das hervorragende "Story-Telling" zu überzeugen weiss.

Trotz der schier zahllos erscheinenden Anzahl von Nebenquests verliert der Spieler in Divinity zu keiner Zeit die Hauptstory aus den Augen. Die weniger wichtigen Aufgaben integrieren sich nahezu nahtlos in das Spielgeschehen. Ein "lost-in-space" Gefühl wie bei zB bei Morrowind kann sich bei Divinity gar nicht erst einstellen, da der Spieler trotz der gebotenen Nicht-Linearität nie in die Situation gerät, nicht zu wissen, was als nächstes zu tun ist.
Im Gegenteil. Divinity schafft es, eine Art von "positivem Stress" aufzubauen. Der Spieler wird nie mit einem leeren und (bei halbwegs intelligenter Veranlagung ;)) auch nie mit einem unübersichtlichen, überfüllten Questbook zu tun haben.

Was die Kämpfe betrifft, so lehnt sich Divinity schon recht stark an Diablo I+II an. Anders als in vorbenannten Spielen, ist es in Divinity jedoch ungleich entscheidender, in welche Rchtung man seinen Charakter entwickelt hat. Da jedem Charakter grundsätzlich *alle* Skills offenstehen, ergibt sich gegenüber der Diablo-Serie eine deutlich gesteigerte Komplexität. Dazu tragen auch die Gegner mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften bei. Manche Gegner sind gegen bestimmte Skills/Zaubersprüche immun, so dass es im Spielverlauf immer wieder zu Überrschungen und dem Einfluss strategischer Kampfelemente kommt.

Des weiteren sollte auf der Positivliste nicht unerwähnt bleiben, dass Divinity eine ähnliche Sammelwut hervorzurufen vermag, wie es dereinst nur Diablo geschafft hat. Die ständige Suche nach besserer Ausrüstung und Bewaffnung verstärkt den ohnehin schon vorhandenen Suchtfaktor nur noch mehr.

Ebenso bemerkenswert sind die zahlreichen Möglichkeiten, seine Umwelt zu manipulieren. In Divinity können fast alle Objekte bewegt werden. Zudem sind Kombinationen von Gegenständen nicht nur möglich, sondern in bestimmten Fällen sogar zur Lösung von Aufgaben erforderlich. Divinity vermag es, den Spieler immer wieder auch vor geistige Herausforderungen zu stellen.

Alles in allem ist Divinity zwar recht innovationsarm, aber dafür schafft es das Spiel von der ersten Minute an, einen selten da gewesenen Suchtfaktor zu erzeugen, der im gesamten Spielverlauf nicht nachlässt. Ständig will man unbedingt wissen, wie die Geschichte des eigenen Charakters weitergeht.
Das klassenfreie, skillbasierende Konzept der Charakterentwicklung trägt ihr übriges bei. Wie oft habe ich mich schon erwischt, als ich gedacht habe "Nur noch bis zum nächsten Level und dann aber ab ins Bett...". Tja, können vor lachen ;) .

Dem Spieler vergeht ausserdem nie die Lust darauf, neue und bessere Ausrüstung zu finden und die Interaktionsmöglichkeiten mit der Umwelt machen Divinity zu einer unvergessenen Rollenspielerfahrung.

Nach so viel Lob für Divinity sei auch etwas Kritik erlaubt.
Divinity ist ganz sicher nicht gleichzusetzen mit der Neu-Erfindung des Rads. Nein. Aber dafür vereint Divinity bewährte Konzepte aus Spielen wie Diablo I+II, Baldur's Gate I+II und Ultima VII und fügt diese zu eben jenem suchterzeugenden Mix zusammen, der sich "Divine Divinity" nennt.
Divinity hätte auch definitiv von Beginn an etwas bugfreier sein dürfen. Mittlerweile sind jedoch die schwerwiegendsten Fehler per Hotfix/Patch behoben worden, so dass einem ungetrübten Spielvergnügen nichts mehr im Wege steht und sollte doch mal ein Problem auftreten, so kann der betroffene Spieler seinen Speicherspielstand zu Larian einschicken, die sich in bestimmten Fällen höchstpersönlich um Korrekturen des Spielstands bemühen. Ähnliche Service- und Supportleistungen sucht man leider oft vergebens...

Letztlich bleibt mir nur, Larian Studios zu gratulieren. Sie haben es mit dem Bruchteil des Budgets von Blizzard/Interplay/Black Isle/BioWare geschafft, ein Rollenspiel epischer Ausmasse zu erschaffen, das den Anforderungen von RPG-Profis ebenso gerecht wird, wie RPG-Anfängern. Divinity ist einfach so ein Spiel der Sorte, das man einmal angefangen, so schnell nicht wieder loslassen kann...
 

Eberhard

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AW: News - Divine Divinity - Pflichtkauf für Rollenspieler?

Da kann ich mich nur anschließen! Wenn mich auch als Torment-Fan die etwas häufigen Kämpfe etwas nerven und ich mir (noch) mehr Quests wünschen würde, gab es doch nie einen Moment, wo ich den Kauf des Spiels beruet hätte oder mir langweilig geworden wäre!

Gerade die Interaktion mit der Umwelt macht das Spiel zu einem echten Renner, denn dadurch entsteht das Gefühl, wirklich durch eine lebendige Welt zu rennen, wo man eben alles untersuchen, sich aus Strohgarben ein Schlaflager einrichten, aus Kräutern und Pilzen Tränke extrahieren, mit Hilfe einer Flasche aus Fässern Bier zapfen und Dutzende solcher Dinge mehr tun kann!

Und die Grafik ist absolut nicht altbacken!!!

Nur weil etwas nicht in 3D daherkommt, ist es nicht altbacken!
Es werden ja auch heute noch Bilder im Romantikstil gemalt, obwohl inzwischen längst andere Stile auftauchten. Da behauptet ja auch niemand, das wäre überholt. Wo es hinpaßt, ist mir eine solche stimmungsvolle isometrische Ausführung lieber als alle nüchterne 3D, in der ich in der Ich-Perspektive rumrennen kann (wobei ich letztere sowieso nicht bevorzuge - Geschichten lese ich ja auch von außerhalb des Buches).
Wenn man der Grafik etwas vorwerfen möchte, dann vielleicht, daß sie in der Farbauswahl etwas düster geraten ist. Allerdings würde ein Mehr dort auch schnell zuviel - eine Gratwanderung.

Inhaltlich kann ich mich jedenfalls nicht beschweren. Die Story stimmt und entgegen der Behauptung in der PC-Games-Beurteilung kehrt man nicht automatisch zum einfachen Stil zurück, sondern nutzt etliche der Skills das ganze Spiel über, weil man sonst nicht weiter kommt.

Der Schwierigkeitsfaktor kommt mir als nicht so 100%iger Hardcore-Gamer ebenfalls entgegen, anspruchsvoll, aber nicht zu schwer. Und wenn ich dann noch den hervorragenden und sehr schnellen (!) Service dazuzähle, den man wirklich nicht überall bekommt (vielleicht noch bei Ascaron), dann freue ich mich ebenfalls auf einen zweiten Teil oder ein weiteres RPG aus gleicher Quelle! Wenn dann noch konsequent weiter- und nicht überentwickelt wird, dann bin ich glücklich und zufrieden!

Ebi
 
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