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Neuwahlen in Palästina

Stef1811

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Neuwahlen in Palästina

Palästinenser Präsident Abbas hat heute per Dekret das Parlament in Ramallah aufgelöst und somit Neuwahlen ausgerufen. Er stellt auch sich selber zur Wahl. Die Hamas sprechen natürlich von einem Putsch. Aber ob Abbas Handlung den Gesetzen des Landes entspricht oder ungesetzlich ist, weiß keiner so genau. Im Prinzip ist es nicht erlaubt, aber bei genauerer Betrachtung könnte es durchaus möglich sein. Ein Artikel zu dem Thema. Die Regierung soll in der Zeit ein Komitee übernehmen, das Verhandlungen mit den Amerikanern und den Europäern aufnehmen soll.
Ob diese Entwicklung tatsächlich zu begrüßen ist wie es der Isrealische Ministerpräsident Olmert sieht, bezweifle ich ein wenig. Ich vermute eher, dass dieser Schritt die so schon gespannte Lage im Nahen Osten nur noch verschärfen wird und Hamas unter Umständen sogar noch in die Karten spielt. Aber unter Umständen ist eine Neuwahl auch gar nicht die Absicht von Präsident Abbas.

Hier noch ein Artikel zu dem Thema: Abbas kündigt Neuwahl an - Hamas spricht von Staatsstreich
 
AW: Neuwahlen in Palästina

Die Frage ist natürlich was er sonst hätte tun sollen.
Die Regierung hat aufgrund des Finazboykotts kein Geld mehr, die Zusammenstöße zwischen Hamas und Fatah mehren sich.
Viel verschlimmern kann er da vermutlich nicht.
 
AW: Neuwahlen in Palästina

Boesor am 16.12.2006 16:36 schrieb:
Die Frage ist natürlich was er sonst hätte tun sollen.
Die Regierung hat aufgrund des Finazboykotts kein Geld mehr, die Zusammenstöße zwischen Hamas und Fatah mehren sich.
Viel verschlimmern kann er da vermutlich nicht.
Aber was macht dass den auf den Bürger für einen Eindruck wenn sein relativ frisch gewähltes (Januar) Parlament ohne eindeutige Rechtsgrundlage aufgelöst wird?
 
AW: Neuwahlen in Palästina

Stef1811 am 16.12.2006 17:01 schrieb:
Aber was macht dass den auf den Bürger für einen Eindruck wenn sein relativ frisch gewähltes (Januar) Parlament ohne eindeutige Rechtsgrundlage aufgelöst wird?

Nunja, nicht wenige werden vermutlich hoffen das die Regierung abgelöst wird und wieder Geld aus dem Westen kommt
der Druck ist ja durchaus da.
 
AW: Neuwahlen in Palästina

Boesor am 16.12.2006 17:06 schrieb:
Nunja, nicht wenige werden vermutlich hoffen das die Regierung abgelöst wird und wieder Geld aus dem Westen kommt
der Druck ist ja durchaus da.
Stimmt auf den Straßen in Palästina herrscht ja schon heute annähernd Bürgerkrieg. Aber ich versetze mich mal in die Rolle eines Hamas-Führers, was würde ich meinen Anhängern sagen? Ich glaube in meiner Rede würde ich Israel und die USA für die Zustände verantwortlich machen, Abbas als deren Helfer bezeichnen und dazu aufrufen Hamas nun noch verstärkter zu unterstützen.
 
AW: Neuwahlen in Palästina

ist doch mal wieder interressant. in palästina kündigt der präsident neuwahlen an, die legitim und demokratisch gewählte hamas-regierung spricht von staatsstreich und die usa und die eu begrüßen den vorschlag für neuwahlen.

im libanon passiert das gleiche mit umgekehrten vorzeichen. die hisbollah fordert neuwahlen und der premierminister spricht von staatstreich. die usa und die eu lehnen den vorschlag nach neuwahlen ab, da der premier legitim und demokratisch gewählt ist.

gerade im vergleich, ist es doch offensichtlich das usa/eu nicht nach demokratischen grundsätzen handeln, sondern nur danach, wie sich ihre interessen am besten durchsetzen lassen. und die sind u.a. klar die hamas und die hisbollah aus der politik zu verdrängen. neben vielen anderen interessen...

um wirklich was zu ändern, müsste den menschen dort wieder eine perspektive gegeben werden, nicht versucht werden, missliebige meinungen weg zu manipulieren. das verhalten von usa/eu wird die nur die extreme stärken, nicht die konflikte lösen und wer soll dort bei so einem verhalten des "westlichen auslands" vertrauen in die demokratie entwickeln?
 
AW: Neuwahlen in Palästina

Wolf-V am 18.12.2006 13:54 schrieb:
ist doch mal wieder interressant. in palästina kündigt der präsident neuwahlen an, die legitim und demokratisch gewählte hamas-regierung spricht von staatsstreich und die usa und die eu begrüßen den vorschlag für neuwahlen.

im libanon passiert das gleiche mit umgekehrten vorzeichen. die hisbollah fordert neuwahlen und der premierminister spricht von staatstreich. die usa und die eu lehnen den vorschlag nach neuwahlen ab, da der premier legitim und demokratisch gewählt ist.

gerade im vergleich, ist es doch offensichtlich das usa/eu nicht nach demokratischen grundsätzen handeln, sondern nur danach, wie sich ihre interessen am besten durchsetzen lassen. und die sind u.a. klar die hamas und die hisbollah aus der politik zu verdrängen. neben vielen anderen interessen...

um wirklich was zu ändern, müsste den menschen dort wieder eine perspektive gegeben werden, nicht versucht werden, missliebige meinungen weg zu manipulieren. das verhalten von usa/eu wird die nur die extreme stärken, nicht die konflikte lösen und wer soll dort bei so einem verhalten des "westlichen auslands" vertrauen in die demokratie entwickeln?


Hmmm, da entdecke ich aber einen kleinen Unterschied, einmal erklärt der Präsident eines Landes Neuwahlen und ein anderes mal werden sie von außen gefordert.
 
AW: Neuwahlen in Palästina

Boesor am 18.12.2006 13:55 schrieb:
Hmmm, da entdecke ich aber einen kleinen Unterschied, einmal erklärt der Präsident eines Landes Neuwahlen und ein anderes mal werden sie von außen gefordert.

Um diesen Unterschied genauer zu beleuchten, müsste man sich mal ansehen, wie die jeweiligen Verfassungen der Länder gestrickt sind. Bei uns zum Beispiel könnte der Präsident keine Neuwahlen "fordern" oder gar ansetzen. Und jede Begrüßung einer solchen Aktion seitens des Auslands wäre zu verurteilen.

In anderen Ländern hingegen ist sowas üblich. Teils aus dem Parlament, teils durch den Präsidenten.

Darüberhinaus ist es in der Geschichte durchaus schon oft vorgekommen, dass Regierungen, die nicht mehr zum Volk passten, am besten den Forderungen "von außen", also durch den Druck der Straße, nach Neuwahlen nachgaben. Das ist also nicht von vornherein zu verurteilen.

Aber unabhängig von diesen Details hat Wolf natürlich Recht: In den unterschiedlichen Reaktionen von EU und USA drückt sich nichts anderes aus als ihre jeweilige Vorliebe für einen bestimmten Partner. Besonders demokratisch ist das nicht, aber vielleicht hilft's ja.
 
AW: Neuwahlen in Palästina

Wolf-V am 18.12.2006 13:54 schrieb:
gerade im vergleich, ist es doch offensichtlich das usa/eu nicht nach demokratischen grundsätzen handeln, sondern nur danach, wie sich ihre interessen am besten durchsetzen lassen. und die sind u.a. klar die hamas und die hisbollah aus der politik zu verdrängen. neben vielen anderen interessen...

So wie ich das sehe ist Demokratie in erster Linie ein staatsinterner Prozess. Das bedeutet: Staaten müssen andere Staaten noch lange nicht nur deswegen respektieren, nur weil die Regierung demokratisch gewählt wurde.

Demokratie ist nur die Methode, ob dadurch gute oder schlechte (Hamas) an die Macht kommen, hat mir der Methode nichts zu tuen.

Und die Reaktion anderer Staaten auf die eigene Regierung ist eben auch ein Punkt den man bedenken kann, wenn kann wählen geht (falls man wählen geht :p )
 
AW: Neuwahlen in Palästina

Naja zu einer Demokratie gehört für mich nicht nur eine demokratisch gewählte Partein, sonderen auch, dass sich diese Partei demokratisch verhält. Und das ist bei Hamas und Hisbollah nicht unbedingt der Fall.
Abgedroschener Vergleich, aber die Nazis wurden 1933 auch ganz normal gewählt.

Und wenn in Österreich die Parteien keine Koalition zusammenbringen (was nicht unwahrscheinlich ist), dann werden wir hier auch früher oder später Neuwahlen haben. Hisbollah und Fatah bekommen keine stabile Regierung bzw. stabile Verhältnisse zusammen, also ist es zumindest keine undemokratisches Verbrechen, wenn man Neuwahlen fordert.
 
AW: Neuwahlen in Palästina

HobbitMeister am 18.12.2006 20:03 schrieb:
Naja zu einer Demokratie gehört für mich nicht nur eine demokratisch gewählte Partein, sonderen auch, dass sich diese Partei demokratisch verhält. Und das ist bei Hamas und Hisbollah nicht unbedingt der Fall.
Abgedroschener Vergleich, aber die Nazis wurden 1933 auch ganz normal gewählt.

Und wenn in Österreich die Parteien keine Koalition zusammenbringen (was nicht unwahrscheinlich ist), dann werden wir hier auch früher oder später Neuwahlen haben. Hisbollah und Fatah bekommen keine stabile Regierung bzw. stabile Verhältnisse zusammen, also ist es zumindest keine undemokratisches Verbrechen, wenn man Neuwahlen fordert.

Hää Hisbollah und Fatah? Meinst du Hamas und Fatah? Warum sollten die denn keine stabile Regierung zusammenbekommen? Und hab ich die Wahlergebnisse falsch im Kopf, oder hat Hamas auch alleine eine stabile Regierung und Präsident Abbas war so angetan von der Idee einer Einheitspartei?
 
AW: Neuwahlen in Palästina

Ich finde, dass die ganze sache hier viel zu leicht genommen wird, und es fehlt meiner meinung nach an einer etwas differenzierteren betrachtung der lage in den palästinensergebieten.
Es wird ständig von demokratie geredet....warum?
Hat sich jemand von euch schon mal die charta der hamas durchgelesen?
deren primären ziele sind nicht demokratie und freiheit, sondern einerseits die errichtung eines islamischen staates auf dem ursprünglichen staatsgebiet palästinas zur zeit der britischen mandatsherrschaft (was eine auslöschung israels mit sich bringen würde) und andererseits das "heranziehen einer neuen streng islamischen generation".

die hamas wird als politische organisation angesehen (scheint mir zumindest so, wenn cih einige posts hier im thread lese), obwohl sie weltweit größtenteils als terroristische vereinigung angesehen wird.
und letztere sichweise ist mehr als berechtigt, ebenso wie der finanzboykott gegenüber der palästinensischen autonomiebehörde.
klar treffen alle sanktionen in erster linie die palästinensische bevölkerung und israels regierung bemüht sich auch nciht gerade, nicht als "elefant im porzellanladen" dazustehen- soll heißen, ihnen fehlt in vielen situationen das nötige "fingerspitzengefühl"- anders gesagt, ein selbstmordattentat, so schlimm es ist, rechtfertigt keine militärmaßnahme, bei der helfende rettungskräfte vorsätzlich beschossen werden.

um auf die palästinensische bevölkerung zurück zu kommen.
in unserer tageszeitung steht heute ein bericht über die auseinandersetzungen zw fatah und hamas.
dort kommt auch ein vertreter der autonomiebehörde zur sprache, der von hamas- anhängern kurzzetig entführt wurde.
er sprach davon, dass er von mehreren jugendlichen unter 18 jahren entführt wurde.
und das zeigt das eigtl problem der palästinensischen bevölkerung.
die militanten anhänger der hamas sind keine frustrierten älteren palästinenser, die negative erfahrungen mit israelis gemacht haben, sondern sind größtenteils jugendliche und kinder, die im glauben aufwachsen,es gäbe ncihts besseres, als den nächsten bus nach tel aviv, haifa oder jerusalem zu nehmen und sich in die luft zu sprengen.

die hamas hat ihre wahlen einerseits gewonnen, weil es viele anhänger gibt, die von ihren politischen inhalten überzeugt sind, das lässt sich nicht abstreiten, dennoch wählte ein erheblicher teil der bevölkerung die hamas aus dem grund, weil jene versprachen der korrupten regierung (fatah) ein ende zu setzen und weil die hamas durch karikatives engagement die wähler auf ihre seite zog.
mit geldern der hamas werden, ählich, wie es die hisballah im libanon betreibt, kankenhäuser gebaut, suppenküchen errichtet, oder die menschen einfach finanziell unterstützt, was dazu führt, dass sie menschen mit der helfenden hamas nicht deren todbringende, wahnsinnige ideologie verbinden, sondern nur einfach etwas hilfe im alltäglichen wahnsinn im nahen osten.
 
AW: Neuwahlen in Palästina

Bartok-Munchkin am 20.12.2006 20:51 schrieb:
und das zeigt das eigtl problem der palästinensischen bevölkerung.
die militanten anhänger der hamas sind keine frustrierten älteren palästinenser, die negative erfahrungen mit israelis gemacht haben, sondern sind größtenteils jugendliche und kinder, die im glauben aufwachsen,es gäbe ncihts besseres, als den nächsten bus nach tel aviv, haifa oder jerusalem zu nehmen und sich in die luft zu sprengen.

Gut möglich, dass genau das die Hauptursache des Terrorismus ist: hohe Geburtenrate und damit eine Vielzahl an jungen Männern, die sich radikalisieren lassen.

interessanter Artikel zu dem Problem:
Die nachwachsende männliche Gefahr

hier kann man sich eine Sendung ansehen, die von dem Thema handelt. Auch sehr interessant:

Weltproblem Radikalismus
 
AW: Neuwahlen in Palästina

TBrain am 20.12.2006 22:51 schrieb:
Bartok-Munchkin am 20.12.2006 20:51 schrieb:
und das zeigt das eigtl problem der palästinensischen bevölkerung.
die militanten anhänger der hamas sind keine frustrierten älteren palästinenser, die negative erfahrungen mit israelis gemacht haben, sondern sind größtenteils jugendliche und kinder, die im glauben aufwachsen,es gäbe ncihts besseres, als den nächsten bus nach tel aviv, haifa oder jerusalem zu nehmen und sich in die luft zu sprengen.

Gut möglich, dass genau das die Hauptursache des Terrorismus ist: hohe Geburtenrate und damit eine Vielzahl an jungen Männern, die sich radikalisieren lassen.

interessanter Artikel zu dem Problem:
Die nachwachsende männliche Gefahr

hier kann man sich eine Sendung ansehen, die von dem Thema handelt. Auch sehr interessant:

Weltproblem Radikalismus

Ich persönlich glaube das das alles eher weniger "unser" Problem sein wird.

Die Möglichkeiten von Al Kaida un Co. ihre Attentäter bei "uns" einzuschleusen sind schließlich jetzt schon ziemlich ausgeschöpft und werden eher weniger als mehr. Das "uns" durch diese Meuten mehr Terror droht ist somit eher unwahrscheinlich.

Es wird, zumal Dank der rigiden Sexualmoral in den Islamischen Staaten (der Druck in der Hose, der zur Hirnerweichung führt) und der nicht gerade hohen wirtschaftlichen Entwicklung, dort zu großen Problemen kommen, aber diese Probleme werden bei "uns" eher zu einem höheren Ölpreis führen als zu einer echten Gefahr. Zumahl "wir" Militärisch gesehen stärker sind und auch stärker bleiben werden.

Außerdem glaube ich nicht das dieses Problem sich überhaupt zu einem entwickeln wird. Bestes Beispiel ist der Iran, wo die Jugend mit der Islamischen Revolution zu weit mehr als 70% überhaupt nichts anfangen kann und in den Tugendwächtern eher eine Plage als eine notwendigkeit sehen. Deren Gesellschaftsideal wäre wohl eine Türkei ohne den radikalen Laizismus.

Das gleiche Phänomen könnte man wohl auch in Palästina beobachten, wenn die dortige Jugend nicht um ihr leben kämpfen müßte sondern in (wenn auch bescheidenem) Wohlstand aufwachsen dürfte.

Was getan werden muß; und dazu gibt es leider überhaupt keine Ansätze ist, den Menschen in der ganzen Arabischen Welt zu einem gewissen Lebensstandart zu verhelfen. Damit wird auch das Bild das diese Menschen vom "Westen" haben automatisch besser und es kommen sehr viel weniger Junge Menschen auf blöde Ideeen.

MFG Florian
 
AW: Neuwahlen in Palästina

CyclopGraz am 20.12.2006 23:53 schrieb:
Das gleiche Phänomen könnte man wohl auch in Palästina beobachten, wenn die dortige Jugend nicht um ihr leben kämpfen müßte sondern in (wenn auch bescheidenem) Wohlstand aufwachsen dürfte.

Was getan werden muß; und dazu gibt es leider überhaupt keine Ansätze ist, den Menschen in der ganzen Arabischen Welt zu einem gewissen Lebensstandart zu verhelfen. Damit wird auch das Bild das diese Menschen vom "Westen" haben automatisch besser und es kommen sehr viel weniger Junge Menschen auf blöde Ideeen.

MFG Florian

Die Theorie dieses Soziologen ist es, dass weniger der mangelnde Wohlstand der Auslöser für die Bildung radikaler Gruppen ist, sondern ein "Menschenüberschuss" für den nicht ausreichend "Positionen" in einer Gesellschaft vorhanden sind. Angeblich will er das für alle großen Gewaltexzesse der Geschichte nachgewiesen haben, für die Kreuzzüge und auch für die Kolonialisierungskriege der Spanier in Südamerika.

Beispiel: Ein Bauer hat 3 Söhne. Von diesen kann aber lediglich einer den Hof des Vaters übernehmen (dessen Position), die 2 anderen müssen sich andere "Positionen" suchen (und die sind überall auf der Welt knapp).

Wenn in einer Gesellschaft eine große Menge dieser "Söhne ohne Position" hervorbringt, werden die - im Kampf um eine solche - entweder sich gegenseitig meucheln oder andere Gesellschaften angreifen und "Positionen" dort übernehmen. Sämtliche Ideologien (z.B. Religionen, Gesellschaftsordnungen,...) dienen dieser Masse nur als Mittel sich zu organisieren um eine gemeinsame Grundlage zu haben, und sind im Grunde beliebig.

Es ist (aus der Sicht) weniger ein Wohlstandsproblem, mehr ein Problem zu vieler Männer für die keine reguläre Machtposition bereitgestellt werden kann. Um Essen wird bebettelt, um Positionen wird geschossen. :|
 
AW: Neuwahlen in Palästina

TBrain am 21.12.2006 00:34 schrieb:
Es ist (aus der Sicht) weniger ein Wohlstandsproblem, mehr ein Problem zu vieler Männer für die keine reguläre Machtposition bereitgestellt werden kann. Um Essen wird bebettelt, um Positionen wird geschossen. :|

Da ist sicherlich was dran.

Ich habe aber das Gefühl, dass die Radikalisierung palästinensischer Jugendlicher auch ein wenig mit ihren Kindheitserfahrungen (zB tote Verwandte, Eltern, Großeltern; zerstörte Häuser; Gängelungen durch namenlose Soldaten) zu tun haben könnte. Sicher total abwegig, aber könnte ja sein.
 
AW: Neuwahlen in Palästina

TBrain am 21.12.2006 00:34 schrieb:
Die Theorie dieses Soziologen ist es, dass weniger der mangelnde Wohlstand der Auslöser für die Bildung radikaler Gruppen ist, sondern ein "Menschenüberschuss" für den nicht ausreichend "Positionen" in einer Gesellschaft vorhanden sind. Angeblich will er das für alle großen Gewaltexzesse der Geschichte nachgewiesen haben, für die Kreuzzüge und auch für die Kolonialisierungskriege der Spanier in Südamerika.

Beispiel: Ein Bauer hat 3 Söhne. Von diesen kann aber lediglich einer den Hof des Vaters übernehmen (dessen Position), die 2 anderen müssen sich andere "Positionen" suchen (und die sind überall auf der Welt knapp).

Das eine geht aber für mich Hand in Hand mit dem anderen.
Der Zweck, "Positionen" in der Gesellschaft zu besetzen, liegt ja darin, sich einen gewissen Lebensstandard zu sichern.

Wenn die Entwicklung "bei uns" (ich schließe jetzt da auch andere westliche Staaten mit ein) anhält, und immer mehr Menschen als Verlierer des Systems dastehen ("Menschenüberschuss"), dann bin ich mir sicher, dass es wieder zu genau solchen Gewaltexzessen (blutige Aufstände, Bürgerkriege) kommen wird. Wahrscheinlich werden wir alle das auch noch erleben.

Lösung für das Dilemma?

Ja, gibt es. Diese hatten im Ansatz schon die Herren Marx & Engels durchgedacht. Leider hat das Ganze dank Perversion von innen und außen nicht funktioniert...aber ich erspar Euch jetzt meine Lieblingsutopie von der handlungsfähigen Globalregierung, samt Einteilung der Welt in kulturelle Zonen, aktiver Mitbestimmung aller Weltbürger durch E-Government und weltweit gleichem Lohnniveau... :X

Gruss,
Bremse
 
AW: Neuwahlen in Palästina

Spassbremse am 21.12.2006 12:35 schrieb:
Lösung für das Dilemma?

Ja, gibt es. Diese hatten im Ansatz schon die Herren Marx & Engels durchgedacht...

Es gibt wirklich wahnsinnig viele Fragen auf dieser Welt, aus die "Kommunismus" NICHT die richtige Antwort ist.

Diese Idee der begrenzen Positionen ist mir nicht neu, und als ich damlas davon gelesen habe wurde insbesondere Lenin als Mussterbeispiel genannt.

Tatsächlich stammt praktisch keine Figur irgendeiner revolutionären Bewegung aus den unterstens Schichten, die diese zu vertreten vorgeben. Arme Leute haben andere Probleme, als eine Revolution zu starten.
 
AW: Neuwahlen in Palästina

Spassbremse am 21.12.2006 12:35 schrieb:
Ja, gibt es. Diese hatten im Ansatz schon die Herren Marx & Engels durchgedacht. Leider hat das Ganze dank Perversion von innen und außen nicht funktioniert...aber ich erspar Euch jetzt meine Lieblingsutopie von der handlungsfähigen Globalregierung, samt Einteilung der Welt in kulturelle Zonen, aktiver Mitbestimmung aller Weltbürger durch E-Government und weltweit gleichem Lohnniveau... :X

Gruss,
Bremse

Ich bezweifle ganz ehrlich, dass die Welt verbessern würde, aber das ist eine andere Frage.

Zu der Theorie mit dem Männerüberschuss: Ich hab schonmal etwas ähnliches über die Situation in Deutschland gelesen. In Regionen, in denen die NPD sehr stark ist, herrscht extremer Männerüberschuss. Die Stärke der NPD resultiert dann daraus, dass die Männer eine Beschäftigung suchen, wenn sie keine Familie haben und sich somit "Kameraden" suchen, welche sie am besten in der NPD finden. Ähnlich könnte man das natürlich auch auf die Palästinensergebiete übertragen. Aber natürlich ist aphs Idee der Grundlage der Gewalt auch nicht sehr abwegig ;) . Aber ich würde hier noch hinzufügen: Ein großer Teil des Hasses kommt sicher auch von gezielter Propaganda über jeden jene Dinge, die aph genannt hat.
 
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