• Aktualisierte Forenregeln

    Keine Angst, niemand kauft eine Waschmaschine! Und im Grunde sind keine großen Neuerungen dazu gekommen, sondern nur Sachen ergänzt worden, an die sich die Moderation sowieso laut internen Absprachen hält. Die Forenregeln sind an den betreffenden Punkten nur etwas klarer formuliert. Änderung gab es unter dem Punkt 1.2 Meinungsfreiheit und 4.6 Spam und neu dazu gekommen ist 1.3 Verhaltensregeln, wo es im Grunde nur darum geht, höflich zu bleiben.

    Forenregeln

    Das bezieht sich nach wie vor nicht auf Neckereien und soll vor allem verhindern, dass Diskussionen zum Schauplatz von Streitigkeiten werden.
    Vielen Dank

Kinder und die Nächstenliebe

Wolf-V

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Kinder und die Nächstenliebe

Hmmm... also wird ja vieles hier diskutiert, aber der missbrauch von kindern bzw. die verhinderung der aufklärung dieser straftaten durch gewisse nächstenliebenden institutionen, ist kein Thema wert?

Ich mein - und einige werden es wissen - ich bin sicher kein freund der religionen, noch weniger einer der kirchen, aber manchmal frag ich mich doch, wenn das was derzeit an straftaten - begangen durch jesuiten und die katholische kirche - aufgedeckt wird, z.b. von scientology begangen worden wäre, ob die rufe nach verbot und lebenslang wegsperren nicht lauter sein würden?

Und noch verlogener die argumentation von einigen der täter "ich bereue, ich beichte ich erbitte gnade für das was ich getan habe" und das meinen die tatsächlich ernst (nugut, denke die wissen ja das es verjährt ist) - damit soll es gut sein???

auch sehr widerlich so nen bischof der tatsächlich bei aller verurteilung der angelegenheit sagte, er kannte und kennt solche täter schon lange, aber solche fälle gibt es ja auch woanders? ich mein, seit wann ist den mitwisserschaft und schweigen in ordnung?

es soll hier ja nicht um katholiken-bashing gehen, aber es stellt sich mir schon die frage, weshalb so eine organisation noch immer soviel gesellschaftliche verantwortung zugetraut wird. die haben da ein massives problem, dass sie wohl nicht in den griff kriegen, aber hey, die sind vertrauenswürdig genug die kindergärten zu betreiben?
 

Fiffi1984

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

Im Prinzip bin ich deiner Meinung, aber ich glaube in meiner Abneigung gegen Relegionen und die Kirche schon einen Schritt weiter.

Für mich ist ein perverses Schwein einfach ein perverses Schwein, egal ob das Kind im katholischen Kindergarten, beim Fussballverein oder im Jugendclub mißbraucht wurde. Was ich damit sagen will: Die Religionen sind mir mittlerweile einfach egal. Ich habs aufgegeben darin einen Sinn sehen zu wollen. Dabei mache ich keinen Unterschied. Mir sind strenge Lutheraner genauso wurscht wie Katholiken oder Muslime (wobei hiermit natürlich die ganz Eifrigen gemeint sind, die vielleicht noch gerne ihre Mitmenschen bekehren und andere für ihre Lebensführung kritisieren). Gegen normale gläubige Menschen habe ich natürlich nichts. :) Ich hab mir auch abgewöhnt was zu dem Thema zu sagen, es sei denn ich werde gefragt. Man beißt sowieso auf Granit.

Nochmal zum Thema an sich: Du willst damit sagen dass man "religiöse" Einrichtungen und Gruppen mehr kontrollieren sollte, oder? Da bin ich ganz bei dir. Das dürfte allerdings sehr schwer sein, denn auch diese Leute schützen sich untereinander. Ich sehe da kaum eine Möglichkeit die über das hinaus geht was momentan schon gemacht wird.

Mal eine andere Frage: Wäre es vielleicht möglich, die Häufung der Sexualstraftaten durch eine liberale Einstellung zur Sexualität zu verringern? Können die Betroffenen vielleicht deshalb ihre Triebe nicht kontrollieren, weil es in ihren Kreisen verpönt bzw. sogar verboten ist, diese auszuleben?

Das Schlimme ist die Scheinheiligkeit: Vornerum predigen, dass Sex vor der Ehe nicht gut ist, gegen Kondome und verhütung sein, aber dann die Leute schützen, die Kinder mißbrauchen.
 

anjuna80

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

Ein brisantes Thema, dass schnell zum unkonstruktiven Kirchenbashing ausarten kann.
Ich empfehle dazu den aktuellen "Spiegel", der die Probleme ganz gut veranschaulicht...

...ich aber zu faul bin, selbiges wiederzugeben :-D
 

Bonkic

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

eine frage, die mich ja mal in diesem kontext interessieren würde:

was man so hört, vergehen sich priester ja meistens an kleinen jungs, zumindest wenn man von dem urteilen darf, was man in den medien so mitbekommt.
weshalb ist das so?
wenn das "problem" nur der selbstverordnete verzicht auf sex ist, wieso steigen diese männer, dann nicht ganz einfach -und wies es "normal" wäre- mit einer (natürlich erwachsenen) frau (homosexuelle natürlich mit einem erwachsenen mann, bevor mir hier was unterstellt wird ;) ) ins bett?

denn die tatsache, dass das zumindest bei vielen (von einzelfällen kann man ja beilebe nicht reden) so ist, lässt einen ja fast zu der überlegung gelangen, ob nicht schon generell-sehr untechnisch gesprochen- "kranke" menschen diesen "beruf" überhaupt erst ergreifen.
ich hoffe ich beleidige damit jetzt niemanden; ich geb ja zu, dass sich das merkwüridg anhört.
 

Herbboy

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

Nun, es ist für mich einfach nur logisch, das dort EHER was passiert als in anderen Institutionen:

- eine Instutution, in der Männer offiziell keine Frauen haben dürfen
- Enthaltsam nach außen als "Plicht", also selbst ein Homosexueller kann sich nicht normal entfalten
- im Grunde haben die kein echtes Privatleben haben, sondern 24/7 "der Pfarrer" oder "der Bischof", was es nochmal schwerer macht, "heimlich" einen normalen Partner zu haben
- traditionell sind diese Männer gesellschaftlich eine Autorität, fühlen sich daher selber oft selber als "erhaben"
- traditionell "unantastbar", keiner würde es wagen, einen Pfarrer oder so in Frage zu stellen und zu beschuldigen (hat sich in heutigen zeiten glücklicherweise geändert, aber zB selbst in den 1970ern war selbst ein kleines Widerwort gegenüber einem Pfarrer so ziemlich das Schlimmstdenkbare, was ein Kind machen konnte... )
- zB Meßdiener oder Kinder, die bewußt in eine streng-katholische Schule geschickt werden, stammen natürlich wiederum eher aus Elternhäusern, wo Kirchenangehörige außerhalb jeder Kritik stehen, so dass die Kinder es natürlich viel eher nicht wagen, darüber zu reden, als ein Kind aus einem weniger gläubigen Elternhaus
- Kinder allgemein sind natürlich leichter zu beeinflussen, merken vlt. gar nicht, was da mit denen geschieht (zB bei dieser Jesuitenschule wurden u.a. "nur" Fotos gemacht, wie ein paar der Jungen nach dem Duschen nackt im Garten waren - da weiß man nicht mal, ob die erst im Nachhinein gemerkt haben, dass das nicht o.k ist)

Da ist es einfach nur logisch, dass es dann EHER vorkommt, dass so was passiert. Dazu müssen die Täter nicht mal wirklich pädophil sein, sondern für einige ist das ein Ventil für ihre Sexualität und/oder um Macht auszunutzen (auch viele Kindesvergewaltiger "stehen" nicht wirklich auf Kinder, sondern sehen darin einfach ein leichtes, wehrloses Opfer). Würd mich aber auch nicht wundern, wenn einige homosexuelle Pädophile sogar bewußt beruflich in die Kirche gehen, da logischerweise einige der "Enthaltsamkeits"-Nachteile aus deren Sicht dann wegfallen.

Ein Jugendtrainer eines Sportvereins zB kann aber seine Sexualität privat Problemlos ausleben, der hat mehr als genug (legale) Optionen. Daher wundert es mich nicht, dass/wenn in der Kirche mehr solcher Taten stattfinden als außerhalb.


Ich sehe da aber keinen direkten Zusammenhang zum katholischen Glauben, sondern nur zu den "formalen" Umständen, denen die Priester usw. unterstellt sind.

Speziell das Zölibat / Heiratsverbot hat an sich nix mit dem Glauben zu tun, sondern ist ganz simpel eine erbrechtliche Sache: der Sohn eine Bischofs hätte Amt und Besitz geerbt, was der Kriche natürlich nicht recht war - die war im Mittelalter ja grad jeweils Regional oft die eigentliche Macht und Reicher ans Geld und Einfluss als die regionalen Fürsten, manchmal sogar als der König/Kaiser. Natürlich wurde das ganz offiziell damit begründet, dass die Enthaltsamkeit nur eine Art Beweis der Diszplin und Gottesfrucht sei, so wie zB ein Schweigegelübte.
 

anjuna80

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

Nun, es ist für mich einfach nur logisch, das dort EHER was passiert als in anderen Institutionen:
...
Größtenteils richtig, wie du die Situation darstellst.
Was aber der Hauptkritikpunkt an der Debatte ist: der Umgang der Kirche mit den ihnen bekannt gewordenen Vorwürfen. Da wurde nicht genau nachgeforscht, sondern bevorzugt das Thema unter den Teppich gekehrt und der beschluldigte Priester versetzt. Die Kirche behandelt das Thema noch viel zu zurückhaltend und immer in der Sorge, in der Öffentlichkeit gut wegzukommen.
Der zweite Punkt ist die gesetzliche Wirkung auf vergangene Fälle. Die meisten sind verjährt, wenn man als Betroffener nicht innerhalb von 10 Jahren nach Volljährigkeit tätig wird, können die Beschuldigten nicht mehr belangt werden. Viele Vorwüre sind jahrzehnte alt, aber staatliche Gerechtigkeit werden die damaligen Kinder nicht mehr erwarten können.
Alles Dinge, die geändert werden können.
 
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Wolf-V

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

Nun, es ist für mich einfach nur logisch, das dort EHER was passiert als in anderen Institutionen:
...
Größtenteils richtig, wie du die Situation darstellst.
Was aber der Hauptkritikpunkt an der Debatte ist: der Umgang der Kirche mit den ihnen bekannt gewordenen Vorwürfen. Da wurde nicht genau nachgeforscht, sondern bevorzugt das Thema unter den Teppich gekehrt und der beschluldigte Priester versetzt. Die Kirche behandelt das Thema noch viel zu zurückhaltend und immer in der Sorge, in der Öffentlichkeit gut wegzukommen.
Der zweite Punkt ist die gesetzliche Wirkung auf vergangene Fälle. Die meisten sind verjährt, wenn man als Betroffener nicht innerhalb von 10 Jahren nach Volljährigkeit tätig wird, können die Beschuldigten nicht mehr belangt werden. Viele Vorwüre sind jahrzehnte alt, aber staatliche Gerechtigkeit werden die damaligen Kinder nicht mehr erwarten können.
Alles Dinge, die geändert werden können.
ich kann noch nicht so ganz nachvollziehen, wir rücksichtsvoll mit den tätern umgegangen wird. und da meine ich zum einen die direkten täter und dann zum anderen die organisation die das gefördert hat, genau indem sie eben die taten verschleiert hat und den tätern neuen opfern zugeführt hat.

verlogen auch, die heutige reue, weil sie doch genau wissen, dass sie straffrei ausgehen, wegen verjährung.

normalerweise sehe ich mich ja auf der argumentationsseite, die gegen die todesstrafe und folter (grundsätzlich aber auch) für kinderschänder ist, verständlicherweise wird dies im normalen fall sehr schnell und oft gefordert. plötzlich denke ich aber, hey wie mit dem thema umgegangen wird, das ist aber wirklich zu rücksichtsvoll... das wird mit der kirche zu tun haben und dem ansehen was sie hat, ja aber kann das grund sein?

wie ich anfangs sagte, ich glaube wenn das scientology gemacht hätte, würde die öffentliche reaktion anders aussehen, so glaube ich aber, das thema wird noch etwas für auflage sorgen, dann versanden und vergessen werden, bis wieder mal die verjährunsgzeit um ist.

und bei all dem was vorgefallen ist, müsste doch zur diskussion stehen, ob man der verantwortlichen organisation, die so unverantwortlich damit umgegangen ist, weiterhin zutraut schulen, kindergärten und jugendbetreuung zu betreiben, ich frage mich sogar ob solche leute für sich den anspruch der gemeinnützigkeit vertreten können und dürfen - oder lieg ich da falsch?
 

anjuna80

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

ich kann noch nicht so ganz nachvollziehen, wir rücksichtsvoll mit den tätern umgegangen wird. und da meine ich zum einen die direkten täter und dann zum anderen die organisation die das gefördert hat, genau indem sie eben die taten verschleiert hat und den tätern neuen opfern zugeführt hat.

verlogen auch, die heutige reue, weil sie doch genau wissen, dass sie straffrei ausgehen, wegen verjährung.

normalerweise sehe ich mich ja auf der argumentationsseite, die gegen die todesstrafe und folter (grundsätzlich aber auch) für kinderschänder ist, verständlicherweise wird dies im normalen fall sehr schnell und oft gefordert. plötzlich denke ich aber, hey wie mit dem thema umgegangen wird, das ist aber wirklich zu rücksichtsvoll... das wird mit der kirche zu tun haben und dem ansehen was sie hat, ja aber kann das grund sein?
Das alles mag rücksichtsvoll erscheinen, aber ich denke nicht dass die Kirche an sich der Grund ist, sondern dass unsere gesetzliche Regelungen uns unangemessen erscheinen. Fälle ausserhalb der Kirche würden auch nicht anders behandelt werden. Ich bin auf diesem Gebiet kein Rechtsexperte, aber ich denke schon dass zum einen bei einer Vielzahl der Beschuldigungen der Nachweis schwierig ist (Aussage gegen Aussage, wenn sich nur ein einzelner Betroffener zu Wort meldet), zum anderen überhaupt einen greifbaren Anklagepunkt zu finden. Sicher ist es verabscheuungswürdig, aber weise mal einem Priester, der andere zu sich in die Sauna einläd, eine kriminelle Handlung nach. Oder dem Zucht ausübenden Lehrer dass er es nur zur eigenen sexuellen Stimulation macht. Vielfach kam es ja gar nicht zur direkten sexuellen Handlung. Ich will das nicht schön reden, aber rechtlich ist das sicherlich ein schwer zu handhabendes Feld.

wie ich anfangs sagte, ich glaube wenn das scientology gemacht hätte, würde die öffentliche reaktion anders aussehen, so glaube ich aber, das thema wird noch etwas für auflage sorgen, dann versanden und vergessen werden, bis wieder mal die verjährunsgzeit um ist.

und bei all dem was vorgefallen ist, müsste doch zur diskussion stehen, ob man der verantwortlichen organisation, die so unverantwortlich damit umgegangen ist, weiterhin zutraut schulen, kindergärten und jugendbetreuung zu betreiben, ich frage mich sogar ob solche leute für sich den anspruch der gemeinnützigkeit vertreten können und dürfen - oder lieg ich da falsch?
Sicherlich wäre die Reaktion anders ausgefallen, wenn innerhalb bspw. scientology derartige Fälle bekannt geworden wären. Dafür ist die Kirche viel zu sehr und zu lange Bestandteil unserer Gesellschaft und mit ihren Einrichtungen und Organisationen zu sehr in ihr integriert. Man darf nicht vergessen dass es sich nach wie vor um Einzelfälle handelt und es ja nicht nur um Priester, sondern auch um Jugendarbeiter, Chorleiter und ehrenamtlich Tätige geht. Diese bringen ein gesamtes System in Verruf, in dem aber immer noch Hunderttausende ihren Job anständig ausüben.
Gerade eine Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen zieht immer wieder die Falschen an, das wird man auch mit anderen Organisationen nicht unterdrücken können. Man kann in die Köpfe nicht reinschauen. Nur die Behandlung der Fälle muss in Zukunft anders ablaufen, da darf man sich nicht mehr um sein Ansehen fürchten, sondern muss dazu stehen und die Täter an den Pranger stellen.
Ich denke auch nicht dass das Ganze in 2 Wochen wieder vergessen ist. Die Menschen sind jetzt sensibilisiert worden, und die Kirche wird ihre Haltung sicherlich überdenken.
 

Herbboy

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

Ich denke auch, dass die Täter intern ganz schön einen auf den Latz bekommen, aber man kann als Kirche nach außen hin nunmal auch nicht so einfach "Vergebung" predigen und dann aber die eigenen Leute komplett rausschmeissen oder so was, zumal ja noch dazukommt, dass - wie ajuna es schon schrieb - ein Nachweis einer sexuellen Motivation je nach Art des Vorfalls schwierig ist und es vielleicht sogar in manchen Fällen grad in den Heimen, wo "Täter" und Kinder wie in einer Familie jahrelang zusammenlebten, wirklich einfach nur gedankenloses Verhalten war nach dem Motto "in einer normalen Familie geht der Vater doch auch ins Bad, wenn Sohn/Tochter grad badet - was ist schlimm daran?"
 
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Wolf-V

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

Ich denke auch, dass die Täter intern ganz schön einen auf den Latz bekommen, aber man kann als Kirche nach außen hin nunmal auch nicht so einfach "Vergebung" predigen und dann aber die eigenen Leute komplett rausschmeissen oder so was, zumal ja noch dazukommt, dass - wie ajuna es schon schrieb - ein Nachweis einer sexuellen Motivation je nach Art des Vorfalls schwierig ist und es vielleicht sogar in manchen Fällen grad in den Heimen, wo "Täter" und Kinder wie in einer Familie jahrelang zusammenlebten, wirklich einfach nur gedankenloses Verhalten war nach dem Motto "in einer normalen Familie geht der Vater doch auch ins Bad, wenn Sohn/Tochter grad badet - was ist schlimm daran?"
die realität sagt aber was anderes, die täter werden einfach in eine andere einrichtung für kinder oder jugendliche der organisation versetzt, wo sie weitermachen können.

und genau dieses obige verständnis für die taten "wie ein vater der ins bad kommt" das kann ich nicht nachvollziehen. es ist kindesmissbrauch, es ist schaden für die kinder entstanden. dafür bedarf es nicht unbedingt der schwersten stufe, der körperlichen vergewaltigung, da gibt es viele andere formen. und was bisher öffentlich wurde zeigt, dass da eben nicht "aus versehen" oder vorgänge waren die die kinder fast nicht bemerkt haben...

der nachweis ist im übrigen nicht so schweirig, schwierig ist nur das täter und organisation peinlich genau darauf achten, das nur fälle die bereits verjährt sind öffentlich werden bzw. zugegeben werden.

aber vielleicht ist es so einfach, die sind einfach zur beichte gegangen, haben sich gegenseitig ihre sünden vergeben und meinen wirklich dass sie nun unschuldig sind... ich könnt nicht soviel essen, wie....
 

PiusQuintus

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

Hmmm... also wird ja vieles hier diskutiert, aber der missbrauch von kindern bzw. die verhinderung der aufklärung dieser straftaten durch gewisse nächstenliebenden institutionen, ist kein Thema wert?

Ich mein - und einige werden es wissen - ich bin sicher kein freund der religionen, noch weniger einer der kirchen, aber manchmal frag ich mich doch, wenn das was derzeit an straftaten - begangen durch jesuiten und die katholische kirche - aufgedeckt wird, z.b. von scientology begangen worden wäre, ob die rufe nach verbot und lebenslang wegsperren nicht lauter sein würden?
Die Kirche begeht diese Verbrechen nicht, sondern ihre Mitglieder. Du tust gerade so, als fördere die Kirche (wobei noch zu klären ist, wer denn "die Kirche" überhaupt ist) diese Verbrechen!

Und noch verlogener die argumentation von einigen der täter "ich bereue, ich beichte ich erbitte gnade für das was ich getan habe" und das meinen die tatsächlich ernst (nugut, denke die wissen ja das es verjährt ist) - damit soll es gut sein???
Ich unterstelle einfach mal, dass diese Art der Reue auch käme, könnte man die Täter noch strafrechtlich dafür belangen. Gut ist es damit natürlich noch lange nicht, denn zur echten Reue gehört Wiedergutmachung (soweit das möglich ist).

auch sehr widerlich so nen bischof der tatsächlich bei aller verurteilung der angelegenheit sagte, er kannte und kennt solche täter schon lange, aber solche fälle gibt es ja auch woanders? ich mein, seit wann ist den mitwisserschaft und schweigen in ordnung?
Das ist natürlich nicht in Ordnung und keinesfalls ein Grund zur Rechtfertigung oder gar Entschuldigung.

es soll hier ja nicht um katholiken-bashing gehen, aber es stellt sich mir schon die frage, weshalb so eine organisation noch immer soviel gesellschaftliche verantwortung zugetraut wird. die haben da ein massives problem, dass sie wohl nicht in den griff kriegen, aber hey, die sind vertrauenswürdig genug die kindergärten zu betreiben?
Mit dieser Sippenhaft, wie sie z.B. auch "Der Spiegel" betreibt, sind wir allerdings schon mitten drin im Bashing.

Um es klar zu sagen: Was da von einigen Geistlichen getan wurde, ist durch nichts zu rechtfertigen! Die Täter müssen bestraft werden (ich weiß, dass das höchstens noch zivilrechtlich geht. Meiner Meinung nach sollte die Verjährung für solche Straftaten erhöht werden)- und auch diejenigen sollten zur Verantwortung gezogen werden, die vertuscht und verheimlicht haben, ganz egal an welcher Stelle. Auch muss alles getan werden, um zu verhindern, dass sich diese Verbrechen wiederholen. Natürlich mag es Strukturen geben, die ein Vertuschen in der Kirche begünstigen. Aber diese Strukturen allein für den sexuellen Missbrauch haftbar zu machen, ist Unsinn. Das würde nämlich bedeuten, dass Missbrauch nur dort vorkäme, wo diese Strukturen herrschen- dass 99% aller Missbräuche aber von Nicht-Priestern begangen werden, widerspricht dem doch recht deutlich (seit 1995 gab es rd. 210.000 polizeilich erfasste Fälle von Missbrauch, davon, laut "Spiegel", 94 durch kirchliche Mitarbeiter).

Kindesmissbrauch ist kein kirchliches Phänomen, sondern ein gesellschaftliches. Da die Kiche aber nunmmal Teil der Gesellschaft ist, finden sich solche Fälle auch in ihr wieder. Das Geschrei, das jetzt erhoben wird, ist heuchlerisch, aber durchaus bequem, denn so kann man seinen Zorn und seine Fassungslosigkeit auf die Institution Kirche richten und braucht sich nicht mit dem Zustand der Gesellschaft befassen. [Zynismus] Denn wer kümmert sich denn aktuell um die Kinder, die von ihren Vätern, ihren Lehrern und Sporttrainern missbraucht werden? Die spielen jetzt offensichtlich keine große Rolle, weil der Hauptschuldige ja schon gefunden (und verurteilt) ist.[/Zynismus]
 

PiusQuintus

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

[...]Ich sehe da aber keinen direkten Zusammenhang zum katholischen Glauben, sondern nur zu den "formalen" Umständen, denen die Priester usw. unterstellt sind.

Speziell das Zölibat / Heiratsverbot hat an sich nix mit dem Glauben zu tun, sondern ist ganz simpel eine erbrechtliche Sache: der Sohn eine Bischofs hätte Amt und Besitz geerbt, was der Kriche natürlich nicht recht war - die war im Mittelalter ja grad jeweils Regional oft die eigentliche Macht und Reicher ans Geld und Einfluss als die regionalen Fürsten, manchmal sogar als der König/Kaiser. Natürlich wurde das ganz offiziell damit begründet, dass die Enthaltsamkeit nur eine Art Beweis der Diszplin und Gottesfrucht sei, so wie zB ein Schweigegelübte.
Der Zölibat wurde schon lange vor der Grundherren-Zeit der Geistlichkeit gelebt und als Ideal der Nachfolge Christi angesehen. Mit Disziplin hatte das weniger zu tun- ein Zölibatär ist doch nicht gehorsamer als ein verheirateter Mann. Später dann wurde er verpflichtend: Der Priester sollte in seinem ganzen Leben Jesus nacheifern (natürlich mit dem Nebeneffekt, dass Erbschaften und Nachlässe kein Problem waren). Ihn jetzt aber als Ursache für sexuellen Missbrauch zu sehen, ist falsch. Durch den Zölibat wird niemand pädophil ([Sarkasmus]immerhin lebten z.B. die vielen vor allem Grüne Befürworter der Pädosexualität -die sich übrigens auffallend zurückhalten in der aktuellen Debatte, ich frage mich, warum bloß-, auch nicht enthaltsam[/Sarkasmus]), diese Neigungen werden mitgebracht- und machen einen Menschen ungeeignet für den Umgang mit Kindern, egal ob als Priester oder Kindergärtner.
 

anjuna80

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der nachweis ist im übrigen nicht so schweirig, schwierig ist nur das täter und organisation peinlich genau darauf achten, das nur fälle die bereits verjährt sind öffentlich werden bzw. zugegeben werden.
Problematisch ist halt auch, dass viele Opfer jahrelang nicht an die Öffentlichkeit gehen, aus Scham, aus Angst...warum auch immer. Einer bringt den Stein ins Rollen, und andere ziehen dann nach. Aus diesem Grund kommen jetzt vermehrt "alte" Fälle ans Licht.
Das die Kirche versucht, dass zu vertuschen, sowohl alte Fälle aus auch neue, bestreitet ja auch keiner, aber die versuchte und gezielte Bekanntmachung von verjährten Fällen stimmt mMn nicht.
 

Mothman

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...,nach dem Motto "in einer normalen Familie geht der Vater doch auch ins Bad, wenn Sohn/Tochter grad badet - was ist schlimm daran?"
Deshalb ist das ja auch ein Heim und keine "normale Familie". ;)
Außerdem ist da wohl mehr gelaufen, als "ein verbotener Blick".

Solche Vorfälle können immer und überall passieren, Es ist nur die Frage, wie dann damit umgegangen wird. Und hier versagt die chr. Kirche seit Jahren, Jahrzehnten (Jahrhunderten?).

Seit ich lebe hört man in der Presse sporadisch immer wieder von sexuellen Übergriffen in großem Stil ausgehend von kirchlichen Kindererziehern/Betreuern. Und dass das mit einige Wahrscheinlichkeit nur die Spitze des Eisbergs ist, könnte man annehmen.
Sicher ist: Jeder andere "Verein" hätte bei so viel Morden, Vergewaltigungen, Raubtaten und Lügen schon dicht machen müssen. :-D
 

PiusQuintus

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

Ich erlaube mir, Dich großzügig zu zitieren und die Aussagen nur ein wenig zu ändern.

[...]Solche Vorfälle können immer und überall passieren, Es ist nur die Frage, wie dann damit umgegangen wird. Und hier versagt die chr. Kirche seit Jahren, Jahrzehnten (Jahrhunderten?).
Solche Vorfälle können immer und überall passieren, Es ist nur die Frage, wie dann damit umgegangen wird. Und hier versagt die Gesellschaft seit Jahren, Jahrzehnten (Jahrhunderten!)

Seit ich lebe hört man in der Presse sporadisch immer wieder von sexuellen Übergriffen in großem Stil ausgehend von kirchlichen Kindererziehern/Betreuern. Und dass das mit einige Wahrscheinlichkeit nur die Spitze des Eisbergs ist, könnte man annehmen.
Sicher ist: Jeder andere "Verein" hätte bei so viel Morden, Vergewaltigungen, Raubtaten und Lügen schon dicht machen müssen. :-D
Seit ich lebe hört man in der Presse sporadisch immer wieder von sexuellen Übergriffen in großem Stil ausgehend von Familienvätern, im Verein und am häufigsten in Familien. Und dass das mit einige Wahrscheinlichkeit nur die Spitze des Eisbergs ist, könnte man annehmen.
Sicher ist: Jeder andere "Lebensentwurf" hätte bei so viel Morden, Vergewaltigungen, Raubtaten und Lügen schon dicht machen müssen. :(
 

Herbboy

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

...,nach dem Motto "in einer normalen Familie geht der Vater doch auch ins Bad, wenn Sohn/Tochter grad badet - was ist schlimm daran?"
Deshalb ist das ja auch ein Heim und keine "normale Familie". ;)
Außerdem ist da wohl mehr gelaufen, als "ein verbotener Blick".
das ist ja eben das, was man nicht genau wissen kann. Woher willst Du wissen, ob ein "Täter" nicht wirklich völlig unbedarft und ohne hintergedanken in die Duschen gegangen ist um zu schauen, ob da alles o.k ist ? zB in nem Fußballclub, wo nach dem Training alle zusammen duschen, würd auch keiner auf den Gedanken kommen, dass der Trainer irgendwelche Hintergedanken hat, wenn der da nachschaut. Und selbst wenn er doch Hintergedanken hat: wie will man das nachweisen? Der "Täter" kann ja eben genau das behaupten, was ich ausführte.
 

Mothman

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

@PiusQuintus:
Was für ein Vergleich mal wieder.^^
Es geht um eine milliardenschwere, riesige, weltweite Institution mit dem Anspruch moralisch den richtigen Weg zu gehen. Und nicht um eine Familie.
Außerdem legitimiert das in irgendeiner Weise das Vorgehen der Kirche mit den Taten oder die Taten selbst? Willst du das damit rechtfertigen? "Passiert ja überall"...also warum die Kirche in besondere Verantwortung nehmen? Ich glaube du hast Grundsätzliches nicht verstanden.
EDIT:
UNd außerdem: Familien, in denen nachweislich vergewaltigt wurde (oder geschlagen), die werden SEHR WOHL aufgelöst, bzw. in der aktuellen Form getrennt. Also greift dein "Argumentationsversuch" nicht ansatzweise.

...,nach dem Motto "in einer normalen Familie geht der Vater doch auch ins Bad, wenn Sohn/Tochter grad badet - was ist schlimm daran?"
Deshalb ist das ja auch ein Heim und keine "normale Familie". ;)
Außerdem ist da wohl mehr gelaufen, als "ein verbotener Blick".
das ist ja eben das, was man nicht genau wissen kann. Woher willst Du wissen, ob ein "Täter" nicht wirklich völlig unbedarft und ohne hintergedanken in die Duschen gegangen ist um zu schauen, ob da alles o.k ist ? zB in nem Fußballclub, wo nach dem Training alle zusammen duschen, würd auch keiner auf den Gedanken kommen, dass der Trainer irgendwelche Hintergedanken hat, wenn der da nachschaut. Und selbst wenn er doch Hintergedanken hat: wie will man das nachweisen? Der "Täter" kann ja eben genau das behaupten, was ich ausführte.
Ja, sagt doch auch keiner was dagegen. Aber meinst du, dass es hier um einen Blick in die Dusche geht? ;)
 

Herbboy

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das ist ja eben das, was man nicht genau wissen kann. Woher willst Du wissen, ob ein "Täter" nicht wirklich völlig unbedarft und ohne hintergedanken ...
Ja, sagt doch auch keiner was dagegen. Aber meinst du, dass es hier um einen Blick in die Dusche geht? ;)
Ja, in einigen der Vorwürfe geht es in der tat NICHT um irgendwas, wo auch Körperkontakt oder so im Spiel ist. zB dass einer die "Jungs" allmorgendlich in der Dusche mit einem Schlauch abduschte steht u.a. als "Vorwurf" im Raum, wobei da zusätzlich noch bedenken muss, dass in den 70er den "Heimen" extrem streng und mit Methoden zuging, die man heute nur aus schelchten US-Krimis bei Knastszenen kennt.... Da ist dann kaum zu sagen, ob da nun was sexuelles im Spiel war oder nicht. Natürlich geht es in anderen Fällen wiederum dann doch eindeutig um "mehr"

Die Infos sind aber auch spärlich gestreut, zB soll einer in einem Heim in seinem Privatzimmer auch mal Fieber gemessen haben, und zwar auf die "alte" Methode - Du weißt schon... Da wo man das Thermometer danach dann gründlich sauber machen sollte... :B Dazu wurde aber nicht gesagt, ob das einzelfallartig bei Jungen war, die wirklich nen Fieberverdacht hatten (als ich kleiner war und meine Eltern mal abends ausgingen an nem Tag, als ich etwas kränkelte, hat der Nachbar, der auf mich aufpasste, dann auch völlig selbstverständlich Fieber gemessen), oder ob das Fiebermessen einfach so "angeordnet" wurde. In letzterem is der Fall ziemlich klar, in ersterem aber nicht. ^^
 

PiusQuintus

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@PiusQuintus:
Was für ein Vergleich mal wieder.^^
Es geht um eine milliardenschwere, riesige, weltweite Institution mit dem Anspruch moralisch den richtigen Weg zu gehen. Und nicht um eine Familie.
Außerdem legitimiert das in irgendeiner Weise das Vorgehen der Kirche mit den Taten oder die Taten selbst? Willst du das damit rechtfertigen? "Passiert ja überall"...also warum die Kirche in besondere Verantwortung nehmen?
Wieso gleich so aggressiv? Ich habe mitnichten versucht, hier etwas zu verharmlosen oder zu rechtfertigen, weil es nichts zu rechtfertigen und verharmlosen gibt. Micht stört lediglich, dass hier auf die Kirche eingeschlagen wird, als hätten ihre Mitglieder vorsätzlich Kinder missbraucht und als gäbe es das Problem des Kindesmissbrauchs nur in kirchlichen Einrichtungen, als begünstigten kirchliche Strukturen diesen Missbrauch etc. Damit tut man der Kirche unrecht ebenso wie den Opfern.
Was ich der Kirche vorwerfe ist aber, dass man viel zu lange weggesehen hat, wenn solche Verbrechen verübt wurden und dass der Täterschutz viel zu oft vor Opferschutz ging (übrigens trotz aller gegenteiligen Anweisungen durch Rom). Das muss endlich aufhören und ich bin mir sicher, dass es das auch wird. Kindesmissbrauch ist ein perverses Verbrechen, dass die Lehre der Kirche absolut kontrakariert und bekämpft werden muss! Aber eben nicht nur in der Kirche, sondern der ganzen Gesellschaft.

Ich glaube du hast Grundsätzliches nicht verstanden.
Spar Dir Deine Blasiertheiten.

EDIT:
UNd außerdem: Familien, in denen nachweislich vergewaltigt wurde (oder geschlagen), die werden SEHR WOHL aufgelöst, bzw. in der aktuellen Form getrennt. Also greift dein "Argumentationsversuch" nicht ansatzweise.
Du meinst sicher Familien, in denen das ans Licht kommt bzw. das Jugendamt und Gerichte eingreifen. Ich könnte Dir jetzt aus eigener Erfahrung zwei Fälle sog. häuslicher Gewalt nennen, in denen der oder die Täter nach wie vor unbehelligt leben (trotz Anzeige); die Kinder sind geflohen und wurden von Verwandten aufgenommen.
Im Übrigen gilt auch hier mein Vorwurf mit der Sippenhaft, die Du wie selbstverständlich forderst und auf den ich pointiert hinweisen wollte.
 

Fiffi1984

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

"Die Kirche" hat ein generelles Problem: Geistliche und religiöse Ansprüche wie christliche Nächstenliebe(gegen die ja im ursprünglichen Sinne nichts zu sagen ist), Moral, Ehrlichkeit etc auf der einen und weltliche Interessen bzw. Notwendigkeiten wie Geld, Macht, Einfluss etc auf der anderen Seite. Dass da Konflikte aufkommen ist eigentlich nur logisch. Man muss hier zwischen dem Glauben und dem "Unternehmen" dahinter unterscheiden.
 

PiusQuintus

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

"Die Kirche" hat ein generelles Problem: Geistliche und religiöse Ansprüche wie christliche Nächstenliebe(gegen die ja im ursprünglichen Sinne nichts zu sagen ist), Moral, Ehrlichkeit etc auf der einen und weltliche Interessen bzw. Notwendigkeiten wie Geld, Macht, Einfluss etc auf der anderen Seite. Dass da Konflikte aufkommen ist eigentlich nur logisch. Man muss hier zwischen dem Glauben und dem "Unternehmen" dahinter unterscheiden.
Am Spannungsverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit leidet nicht nur die Kirche, aber möglicherweise wird es an ihr besonders deutlich sichtbar.
 

Fiffi1984

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

Am Spannungsverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit leidet nicht nur die Kirche, aber möglicherweise wird es an ihr besonders deutlich sichtbar.

So ist es. An diesem Spannungsverhältnis leidet im Prinzip alles. Jeder Mensch, jeder Verein, jedes Unternehmen. Und die Kirche ist im Prinzip ein Unternehmen. Man sagt ja auch dass das Christentum das älteste (und erflgreichste) Marketingkonzept der Welt ist. Das Problem bei der Sache ist eben, dass "die Kirche" teilweise einen Anspruch auf moralische Richtigkeit hat. MAnchmal zu Recht, manchmal nicht. Da fällt sowas dann eben doppelt auf.
 
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Wolf-V

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

Die Kirche begeht diese Verbrechen nicht, sondern ihre Mitglieder. Du tust gerade so, als fördere die Kirche (wobei noch zu klären ist, wer denn "die Kirche" überhaupt ist) diese Verbrechen!
Also ich meine hier die Organisation der katholischen Kirche. Und ich behaupte nicht, ihr grundzweck ist es kinder zu missbrauchen, wenn allerdings feststeht, das die verschiedenen hierarchien dieser organisation über missbrauchsvorfälle informiert war, dagegen aber nicht ernsthaft vorgegangen ist, ist das meiner ansicht nach mittäterschaft. und ich glaube nicht, das die kirche so unwissend ist, was in ihr vorgeht, das eine strafversetzung einer person wegen missbrauchsfällen in der hierarchie unerkannt geblieben ist. und somit hat sich die organisation in machen fällen auch der förderung schuldig gemacht. die einzelnen fälle, schockieren mich garnicht so, leider hatte ich in meinem berufsleben allerhand einblick in verschiedene missbrauchsfälle, schlimm ist dann aber, das die täter ein sicheres rückzugsgebiet finden und das geht halt garnicht. egal von welcher organisation und die sollte dann auch entsprechend sanktioniert werden. die frage ist dann tatsächlich wie?

Ich unterstelle
einfach mal, dass diese Art der Reue auch käme, könnte man die Täter
noch strafrechtlich dafür belangen. Gut ist es damit natürlich noch
lange nicht, denn zur echten Reue gehört Wiedergutmachung (soweit das
möglich ist).
nuja, ich sag mal die wenigsten täter in diesem segment, zeigen wirklich reue, das liegt aber meist daran, dass sie oft der ansicht sind, nichts falsches gemacht zu haben, aber reue kann ich nicht wirklich erkennen, bei dem was bisher bekannt geworden ist (ausser vielleicht bei denen, die sich jetzt in der öffentlichkeit damit rumschlagen, selbst aber wohl nicht beteiligt waren.


Mit dieser Sippenhaft, wie sie z.B. auch "Der Spiegel" betreibt, sind wir allerdings schon mitten drin im Bashing.


Um es klar zu sagen: Was da von einigen Geistlichen getan wurde, ist durch nichts zu rechtfertigen! Die Täter müssen bestraft werden (ich weiß, dass das höchstens noch zivilrechtlich geht. Meiner Meinung nach sollte die Verjährung für solche Straftaten erhöht werden)- und auch diejenigen sollten zur Verantwortung gezogen werden, die vertuscht und verheimlicht haben, ganz egal an welcher Stelle. ...
nein, ich seh das nicht als bashing. du sagst es selber, die täter und mittäter müssen zur verantwortung gezogen werden, nur passierte das nicht, eben weil sie von ihrer organisation geschützt wurde. und ich mache auch nicht die strukturen in der kirche verantwortlich für die taten, sondern dafür, das die täter weiterhin straftaten ausüben konnten. und solange diese gefahr nicht beseitigt ist, habe ich meine zweifel ob dieser organisation die erziehung und betreuung von kindern anvertraut werden sollte.

und zu den polizeilich erfassten missbrauchsfällen noch eine anmerkung, es gibt keine einheitliche polizeiliche erfassung dieser delikte, dass hellfeld ist aus diesen und anderen gründen völlig aussagekraftslos, das dunkelfeld ist enorm hoch, weil der kindesmissbrauch (vom schlagen über vernachlässigung bis zu sexuellen übergriffen) in unsere gesellschaft möglichst ausgeblendet wird. insofern hast du recht, das unsere gesellschaft komplett verurteilt werden müsste, aber von religiösen menschen ausgehend, die der meinung sind in ihrer kirche schutz und hilfe zu finden, ihnen ihre kinder anvertrauen, von da aus gesehen, sind diese vergehen härter zu bewerten. ist ja so also ob polizisten die handtaschen alter omas klauen - das gibt es sicherlich auch und vertuschungsversuche auch, sobald es aber auf dem dienstweg bekannt wird, kommen die da nicht mehr mit durch. war früher anders, aber auch diese organisation musste sich den gesetzen anpassen.


Kindesmissbrauch ist kein kirchliches Phänomen, sondern ein gesellschaftliches. ..
doch nur in der aktuellen diskussion ist die kirche im vordergrund, du hast aber recht, das es tw. heuchlerische züge gibt (siehe meine anmerkungen oben), aber es ist wie so oft, wenn jemand täter ist, sagt er "aber gibt doch auch andere" und wenn man die argumentation gelten lässt, wird es nie eine verbesserung geben.

(und wer sich um den missbrauch kümmert? viel zu wenige, jedes fünfte kind in deutschland wird opfer von müttern, vätern, tanten, onkels, managern, alkolikerinnen, religiösen, atheisten, usw., aber das das ein problem ist, kriegt man nicht in die diskussion)
 
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Wolf-V

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

...,nach dem Motto "in einer normalen Familie geht der Vater doch auch ins Bad, wenn Sohn/Tochter grad badet - was ist schlimm daran?"
Deshalb ist das ja auch ein Heim und keine "normale Familie". ;)
Außerdem ist da wohl mehr gelaufen, als "ein verbotener Blick".
das ist ja eben das, was man nicht genau wissen kann. Woher willst Du wissen, ob ein "Täter" nicht wirklich völlig unbedarft und ohne hintergedanken in die Duschen gegangen ist um zu schauen, ob da alles o.k ist ? zB in nem Fußballclub, wo nach dem Training alle zusammen duschen, würd auch keiner auf den Gedanken kommen, dass der Trainer irgendwelche Hintergedanken hat, wenn der da nachschaut. Und selbst wenn er doch Hintergedanken hat: wie will man das nachweisen? Der "Täter" kann ja eben genau das behaupten, was ich ausführte.
Nunja, wenn es auffallend wird, kann man von einem tatvorsatz ausgehen. und es ist leider so, das den kindern oft zuwenig und den erwachsenen zuviel geglaubt wird "ich wollte doch nur mal sehen ob alles in ordnung ist..."

wenn man genau hinsieht, kann man es ziemlich genau wissen und man kann durchaus davon ausgehen, dass fälle mit einem solchen umfang wie diesen, kein versehen oder missverständnis sind.

genau wegen dieser einstellung "man kann doch nicht genau wissen" wurden schon viele taten ermöglicht.
 

Mothman

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

@Pius:
Kein Sorge, ich verdamme nicht deinen Glauben.

"Aggressiv" bin ich geworden, weil du mein Posting mit deinem "Vergleich" versucht hast ins Lächerliche zu ziehen. Falls du dich persönlich angegriffen gefühlt hast, dann tut es mir leid. Aber die Kirche greife ich so oft und so laut an, wie ich will. ;)
Sicher ist mir auch bewusst, dass es - auch (selbst^^) in der Kirche - kein Alltag ist Kinder zu schänden.
Aber dass die Kirche eben mehrfach, seit solche Dinge überhaupt aufgeklärt werden, damit negativ aufgefallen ist, ist ein Fakt, den man schlecht wegdiskutieren kann oder einem der Glaube hilft.
Und dass so etwas überhaupt in ein und der selben "Einrichtung" mehrfach möglich ist, verdanken wir ja nur dem laschen (oder schon kriminellen) Umgang mit den Taten.

Dass es jetzt im aktuellen Fall ebenfalls ein "Kirchenmann" ist, der um eine lückenlose Aufklärung bemüht scheint, sollte ja auch lobend erwähnt werden. Ich sehe (oder will sehen) durchaus auch die Menschen in der Kirche, die ihre Sache ernst nehmen, bzw. die die Verantwortung annehmen, die der "job" mit sich bringt.
 

PiusQuintus

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

Die Kirche begeht diese Verbrechen nicht, sondern ihre Mitglieder. Du tust gerade so, als fördere die Kirche (wobei noch zu klären ist, wer denn "die Kirche" überhaupt ist) diese Verbrechen!
Also ich meine hier die Organisation der katholischen Kirche. Und ich behaupte nicht, ihr grundzweck ist es kinder zu missbrauchen, wenn allerdings feststeht, das die verschiedenen hierarchien dieser organisation über missbrauchsvorfälle informiert war, dagegen aber nicht ernsthaft vorgegangen ist, ist das meiner ansicht nach mittäterschaft. und ich glaube nicht, das die kirche so unwissend ist, was in ihr vorgeht, das eine strafversetzung einer person wegen missbrauchsfällen in der hierarchie unerkannt geblieben ist. und somit hat sich die organisation in machen fällen auch der förderung schuldig gemacht. die einzelnen fälle, schockieren mich garnicht so, leider hatte ich in meinem berufsleben allerhand einblick in verschiedene missbrauchsfälle, schlimm ist dann aber, das die täter ein sicheres rückzugsgebiet finden und das geht halt garnicht. egal von welcher organisation und die sollte dann auch entsprechend sanktioniert werden. die frage ist dann tatsächlich wie?
Im Prinzip stimme ich Dir zu. Allerdings darfst Du nicht vergessen, dass die Kirche quasi "föderal" strukturiert ist. Ich will das erklären: Die Weltkirche ist in Bistümer (Diözesen) geteilt, die ein Bischof leitet. Die Diözesen wiederum sind unterteilt in Seelsorgsbereiche, Visitationsbezirke etc. bis hinuter zur Pfarrei, der kleinsten Einheit. In einem Bistum hat der Bischof die "Herrschaftshoheit", er leitet und verwaltet es und ist darin äußerst frei und letztlich nur dem Papst verantwortlich- den er aber nicht über jeden seiner Schritte informieren muss. Wenn jetzt ein Bischof beschließen sollte, einen Priester zu versetzen, warum auch immer, bekommt das außerhalb des Bistums erstmal keiner mit (auch Rom nicht), schlicht, weil es Sache des Bischofs ist. Und schon endet das Wissen der Hierarchie an den Grenzen des Bistums; ein anderer Bischof bekäme es gar nicht mit, wen sein Mitbruder im Amt da weswegen wohin versetzt (noch ist es seine Angelegenheit). Außerdem kann ein Priester nicht so einfach von einer Diözese in eine andere wechseln, sprich: Der Bischof bleibt auf seinen Priestern sitzen... Soviel zum Wissen der hierarchischen Ebenen der Kirche.

Du hast völlig recht, dass es ein Skandal ist, wenn ein Bischof nicht gegen einer seiner Priester vorgeht, der sexuellen Missbrauch an Kindern begangen hat, die Hierarchie im Ganzen dafür verantwortlich zu machen, halte ich aber für falsch.

Ich unterstelle
einfach mal, dass diese Art der Reue auch käme, könnte man die Täter
noch strafrechtlich dafür belangen. Gut ist es damit natürlich noch
lange nicht, denn zur echten Reue gehört Wiedergutmachung (soweit das
möglich ist).
nuja, ich sag mal die wenigsten täter in diesem segment, zeigen wirklich reue, das liegt aber meist daran, dass sie oft der ansicht sind, nichts falsches gemacht zu haben, aber reue kann ich nicht wirklich erkennen, bei dem was bisher bekannt geworden ist (ausser vielleicht bei denen, die sich jetzt in der öffentlichkeit damit rumschlagen, selbst aber wohl nicht beteiligt waren.
Da ich nicht in die Menschen hineingucken kann, kann ich über die Aufrichtigkeit ihrer Reue keine Aussage treffen.

Mit dieser Sippenhaft, wie sie z.B. auch "Der Spiegel" betreibt, sind wir allerdings schon mitten drin im Bashing.
[...]Um es klar zu sagen: Was da von einigen Geistlichen getan wurde, ist durch nichts zu rechtfertigen! Die Täter müssen bestraft werden (ich weiß, dass das höchstens noch zivilrechtlich geht. Meiner Meinung nach sollte die Verjährung für solche Straftaten erhöht werden)- und auch diejenigen sollten zur Verantwortung gezogen werden, die vertuscht und verheimlicht haben, ganz egal an welcher Stelle. ...
nein, ich seh das nicht als bashing. du sagst es selber, die täter und mittäter müssen zur verantwortung gezogen werden, nur passierte das nicht, eben weil sie von ihrer organisation geschützt wurde. und ich mache auch nicht die strukturen in der kirche verantwortlich für die taten, sondern dafür, das die täter weiterhin straftaten ausüben konnten. und solange diese gefahr nicht beseitigt ist, habe ich meine zweifel ob dieser organisation die erziehung und betreuung von kindern anvertraut werden sollte.
Die Strukturen, werden sie ernst genommen, machen eine Wiederholungstat eigentlich unmöglich, denn jeder Priester, der sich an Kindern vergeht, hat sämtliche Rechte und Privilegien verwirkt und muss (auch strafrechtlich!) bestraft werden- allerdings, und das passierte in der Vergangenheit zu selten, muss das der Bischof tun.
Ich verstehe hier viele Bischöfe nicht. Warum greifen sie nicht unnachgiebig hart durch?

und zu den polizeilich erfassten missbrauchsfällen noch eine anmerkung, es gibt keine einheitliche polizeiliche erfassung dieser delikte, dass hellfeld ist aus diesen und anderen gründen völlig aussagekraftslos, das dunkelfeld ist enorm hoch, weil der kindesmissbrauch (vom schlagen über vernachlässigung bis zu sexuellen übergriffen) in unsere gesellschaft möglichst ausgeblendet wird. insofern hast du recht, das unsere gesellschaft komplett verurteilt werden müsste, aber von religiösen menschen ausgehend, die der meinung sind in ihrer kirche schutz und hilfe zu finden, ihnen ihre kinder anvertrauen, von da aus gesehen, sind diese vergehen härter zu bewerten. ist ja so also ob polizisten die handtaschen alter omas klauen - das gibt es sicherlich auch und vertuschungsversuche auch, sobald es aber auf dem dienstweg bekannt wird, kommen die da nicht mehr mit durch. war früher anders, aber auch diese organisation musste sich den gesetzen anpassen.
Siehe oben. Es IST ein Unding und widerspricht neben Sitte und Anstand auch den kirchlichen Gesetzen, einen Täter so zu schützen (und ihm oft genug zu ermöglichen, sich wieder an Kindern zu vergehen).


Kindesmissbrauch ist kein kirchliches Phänomen, sondern ein gesellschaftliches. ..
doch nur in der aktuellen diskussion ist die kirche im vordergrund, du hast aber recht, das es tw. heuchlerische züge gibt (siehe meine anmerkungen oben), aber es ist wie so oft, wenn jemand täter ist, sagt er "aber gibt doch auch andere" und wenn man die argumentation gelten lässt, wird es nie eine verbesserung geben.
(und wer sich um den missbrauch kümmert? viel zu wenige, jedes fünfte kind in deutschland wird opfer von müttern, vätern, tanten, onkels, managern, alkolikerinnen, religiösen, atheisten, usw., aber das das ein problem ist, kriegt man nicht in die diskussion)
Volle Zustimmung.
 

PiusQuintus

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AW: Kinder und die Nächstenliebe

@Pius:
Kein Sorge, ich verdamme nicht deinen Glauben.
Selbst wenn, würde mir das keine schlaflosen Nächte bereiten; aber darum geht es hier gar nicht.

"Aggressiv" bin ich geworden, weil du mein Posting mit deinem "Vergleich" versucht hast ins Lächerliche zu ziehen. Falls du dich persönlich angegriffen gefühlt hast, dann tut es mir leid.
Ich habe versucht, auf die Scheinheiligkeit in der Diskussion hinzuweisen, wie es Wolf-V auch schon geschrieben hat.

Aber die Kirche greife ich so oft und so laut an, wie ich will. ;)
Offensichtlich. Aber auch das spielt hier keine Rolle.

Sicher ist mir auch bewusst, dass es - auch (selbst^^) in der Kirche - kein Alltag ist Kinder zu schänden.
Aber dass die Kirche eben mehrfach, seit solche Dinge überhaupt aufgeklärt werden, damit negativ aufgefallen ist, ist ein Fakt, den man schlecht wegdiskutieren kann oder einem der Glaube hilft.
Und dass so etwas überhaupt in ein und der selben "Einrichtung" mehrfach möglich ist, verdanken wir ja nur dem laschen (oder schon kriminellen) Umgang mit den Taten.
Ja.

Dass es jetzt im aktuellen Fall ebenfalls ein "Kirchenmann" ist, der um eine lückenlose Aufklärung bemüht scheint, sollte ja auch lobend erwähnt werden. Ich sehe (oder will sehen) durchaus auch die Menschen in der Kirche, die ihre Sache ernst nehmen, bzw. die die Verantwortung annehmen, die der "job" mit sich bringt.
Die überwältigende Mehrheit der Menschen in der Kirche nimmt ihren "Job" ernst- wer das nicht tut, sollte ihn besser gleich drangeben.
 
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