Game of Thrones: HBO verteidigt das Ende von Season 8

AndreLinken

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RedDragon20

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"Sie haben ein großes Flugzeug gelandet, was nicht einfach war. Man wird niemals alle glücklich machen können.
Das ist richtig. Aber der Großteil scheint sich ja doch recht einig zu sein.

Doch ich glaube auch nicht, dass es das war, was sie machen wollten. (...)
Auch das ist richtig. Die wollten die Serie schnell beenden.

Sie haben spektakuläre Arbeit geleistet."
Spektakulär war die letzte Staffel in der Tat und auch stellenweise mega spannend. Aber inhaltlich einfach absolut schwach. Vieles ist durchaus nachvollziehbar und es geht (mir) nichtmal um das "Was", sondern um das "Wie". Die Umsetzung war einfach nur auf Action und Popcorn getrimmt.
 

schmoki

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In der gesamten Folge war nicht eine ernste Szene. Ständig hat irgendwer rumgeblödelt. Fand ich etwas unpassend nachdem die ganze Stadt ausgelöscht wurde. Auch war in der ganzen Folge keine Spannung. Lieber lässt man die Chars 30min der Zeit durch die Gegend laufen.

Meiner Meinung nach hätte man die Folge auch in 10min abfrühstücken können. Der Rest der Folge war belanglos.
 
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HansHa

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Ich fand das Finale ok, nicht mehr und nicht weniger. Das Rumgealber beim Rat in der letzten Folge und die vielen Logiklücken haben mich gestört.
 

moloch519

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Ich hasse PR Speech. Geht niemals konkret auf irgendwas ein.
 

Frullo

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Ehrlich gesagt fand ich die letzte Staffel trotz Schwächen grandios. Ja - man hätte bei einigen Dingen tatsächlich mehr ins Detail gehen können, mehr Charaktermomente einbauen können. Aber unter Umständen wäre dann der Vorwurf gekommen, man ziehe alles unnötig in die Länge. Ist schon richtig: Man kann nicht alle zufriedenstellen. Aber ich fand es eben trotz allem gut, dass man sich auf das Wesentliche konzentriert hat und meines Erachtens ohne Ausnahme alle Charaktergeschichten zu einem würdigen Abschluss gebracht hat.

von mir daher: :top:
 

Loosa

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Lieber lässt man die Chars 30min der Zeit durch die Gegend laufen.

Meiner Meinung nach hätte man die Folge auch in 10min abfrühstücken können. Der Rest der Folge war belanglos.

Gerade dass sie sich die Zeit genommen hatten, mit Tyrion durch die halbe Stadt zu laufen und damit die Grausamkeit von Daenerys' Handeln zu reflektieren, fand ich gut. Ein unerwarteter und dadurch umso besserer Tempowechsel. Das hätte man mit einer ganzen Episode Laberei nicht so rüberbringen können.

Mir hat die letzte Staffel gut gefallen. Nur, dass der Kampf gegen den Night King so aprupt endete und nicht das Hauptthema war, hat mich gestört.
Bei amerikanischen Filmen ist es zwar üblich, fast bis zum erbrechen, jeden einzelnen Handlungsstrang abschließen zu wollen. Aber bei dem Umfang der Serie, und den immensen Handlungsfäden? R.R.Martin schafft es doch seit Jahren schon nicht, dass zusammenzuführen.

Ein bisschen traurig ist es zwar, aber ich bin froh, dass die Reihe jetzt abgeschlossen ist. Lieber ein paar neue Spinoffs in dem Universum, als das noch endlos weiter rauszuziehen. Als absoluter Umsatzbringer hätte HBO das problemlos auch noch 5 Jahre melken können.



In der gesamten Folge war nicht eine ernste Szene.

Tyrion? Zerstörte Stadt? Laut deiner Aussage war das doch die halbe Folge. ;)
Alles mit Daenerys und Grey Worm war bierernst.
 

Rochus

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Ich fand die letzte Staffel eigentlich auch gang ok. Im Vergleich zu den vorhergegangen Staffeln hatte ich jedoch das Gefühl, in einem Schnellzug zu sitzen. Ich kann nicht verstehen, weshalb man nur eine "halbe" Staffel gedreht hat, statt einer Ganzen, mit 12 oder 13 Folgen. Klar waren die Kosten bestimmt auch ein Faktor, doch bei den Zuschauermassen hätten sich die Mehrausgaben bestimmt ausbezahlt. Die gleiche Story mit doppelt so viel Zeit für Charakterentwicklung und mehr Storydetails und die Staffel wäre top gewesen!
 

RedDragon20

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Das Rumgealber beim Rat in der letzten Folge und die vielen Logiklücken haben mich gestört.
Der lockere Ton in der zweiten Hälfte der Folge hat mich gar nicht gestört. Im Gegenteil. Es war meiner Meinung nach nötig, da mal etwas albern zu werden, nach all dem Krieg und Tod. Hat auch gepasst, finde ich.
 

Weissbier242

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Fand die letzte Folge auch gut und die Fäden wurden schlüssig aufgelöst. Auch das es wieder etwas ruhiger zuging hat mir gut gefallen, nach dem ganzen gehetze.

DIe Staffel war halt an sich gut, aber kein Vergleich zu den Vorgängern, wegen den oft erwähnten Logiklöchern und der zu hastigen Erzählweise. Folge 3 war halt einfach nur Facepalm wegen der dummen Taktik, die kein normaler Mensch so machen würde. Klar Action, Spannung, Technik usw toll, aber wenn man sich ständig Sagen hört "so dumm kann man doch nicht sein" zerstört das halt einiges. Dann später wo der Drache fällt, dachte Ich auch nur heeee??? Nicht gesehen??? ok, aber warum fliegst du jetzt nicht einfach außen rum und greifst von hinten an?? Später killt Sie dann einfach so alles weg, obwohl Sie vorher nicht mal paar Meter an die Schiffe kommt. Sind halt einfach viele Kleinigkeiten die recht viel kaputt gemacht haben.

Aber in der Summe eine großartige Serie, die Ich mir irgendwann als komplette Box mal auf Blue Ray kaufen werde.
 

Schalkmund

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Das Ende an sich ging eigentlich ok es hatte eine gewisse Schwere durch den Wahnsinn und Verrat und war letztlich dann doch noch versöhnlich mit der Aufbruchsstimmung am Ende. Was wären die Alternativen? Märchen Happy End ala Jon und Daenerys regieren gemeinsam fröhlich auf ihrem Drachen fliegend die 7 Reiche? Oder Horror-Ende mit einer Schreckensherrschaft durch die Khaleesi oder gar Cersei? Ich denke irgendeinen Mittelweg musste man ja finden damit es nicht zu kitschig wird. Klar es wirkte alles etwas überhastet, aber was soll man auch noch stundenlang an Storys erzählen nach dem alle wichtigen Schlachten geschlagen wurden denen man quasi seit Staffel 1 entgegen gefiebert hat, da brechen dann die Quoten am Ende noch weg. :D
 

pcg-veteran

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Die Reaktionen der Fans sind aus meiner Sicht nachzuvollziehen.
Mit den Jahren hatten sich verschiedene Identifikationsgruppen (Stark, Jon Snow, Dany, Cersei, NightKing) herausgebildet.

Die Opfer unter den Charaktergruppen waren am Ende aber recht ungleich verteilt :

Von der Essos-Fraktion (Dany) starben
- Jorah Mormont
- Missandei
- Dany + 2 Drachen
Letztlich überlebte nur Grey Worm. Damit wurde die Essos-Fraktion so gut wie ausgelöscht.

Daß Cersei und Euron oder der NightKing nicht überleben, war wahrscheinlich.

Von der Stark/Westeros-Fraktion überlebten dagegen :
- Jon Snow
- Bran, Arya und Sansa Stark
- Tyrion, Bronn, Brienne, Sam, Davos, etc.
- ...

Daß Team Cersei und Team NightKing kein Happy End bekommen, war klar, aber daß Team Dany kurz vor Schluß noch ins böse Lager geschoben und ausgelöscht wurde, hat viele langjährige Fans ihrer Identitätsfiguren beraubt und verärgert. Niemand liest gerne eine Geschichte, in der der Held/die Identifikationsfigur gegen Ende zum Bösewicht wird und stirbt.

Durch das Ende ist auch klar, daß es zwar zB Arya - oder Jon Snow - oder Tyrion- Spin Offs geben könnte, aber kein Dany+Missandei+Grey Worm + Drachen - Spin-Off, (es sei denn es würde irgendwann zwischen Staffel 1 und Staffel 8 spielen.)
D&D haben für ihr Ende bewußt die Dany-Fraktion der Fans geopfert, aber das kümmert sie selber vermutlich nicht wirklich, da sie jetzt ja StarWars machen und nicht mehr GoT.

Aus diplomatischer wie kommerzieller Sicht wäre es besser gewesen, sich mehr Optionen offenzuhalten, um gegebenenfalls die Serie weiterführen zu können und nicht einen erheblichen Teil der Fans vor den Kopf zu stoßen. Die letzten Folgen kommen nur auf ein Rating von etwa 5/10.
 

Loosa

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Ich hatte bei der Serie noch nie in Fraktionen gedacht. :O
Klar, es gab die Arschloch-Fraktion (mit einigen wenigen, die sich da herausarbeiteten), und wer will sich schon damit identifizieren? Letztlich hatten aber fast alle Figuren gute wie schlechte Seiten (mit Jon Snow als einer der ganz wenigen Ausnahmen).

Einzig der Abstieg / das Überschnappen von Daenerys kam für mich dann doch relativ unerwartet. Obwohl es, im Nachhinein gesehen, über die Jahre schon viele Anzeichen dafür gab; die Tyrion am Ende nochmal zusammenfasste.

Aufrechnen wer von welchem Haus wieviele verlor? Bei GoT? Da war es doch überraschender, wieviele nicht über den Jordan gingen. ;)


Wie es auch schon in manchen Rezensionen zu lesen war, finde ich auch, dass die Serie ein würdiges Ende bekam.
Zehn Jahre TV-Geschichte abzuschließen, sozusagen eine Instanz der Popkultur zu beerdigen, kann nie perfekt funktionieren. Oder, wie es in der letzten Folge ganz richtig heißt: niemand ist wirklich glücklich damit, dann muss es also ein guter Kompromiss sein. ;)

Mir hat die letzte Staffel gut gefallen, aber natürlich saß ich nach der letzten Episode trotzdem nicht beglückt vor dem Bildschirm. Ist halt Schade, dass die Reise (erstmal) vorbei ist. :|
 

SpieleKing

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Wer dieses Finale verteidigt und sagt die Kritiker seien in der Minderheit, muss an Realitätsverlust leiden! Das war kein würdiges Finale der Serie sondern ein klatte Enttäuschung. Für mich war die große Folge der 8 Staffel klar die 3. Zu viele Ungereimtheiten und Logikfehler hatte die letzte Folge. Zudem keinerlei Überraschung, außer vllt. Das die Unbefleckten ihn verhaftet und nicht sofort getötet haben.
 

Schalkmund

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Daß Team Cersei und Team NightKing kein Happy End bekommen, war klar, aber daß Team Dany kurz vor Schluß noch ins böse Lager geschoben und ausgelöscht wurde, hat viele langjährige Fans ihrer Identitätsfiguren beraubt und verärgert. Niemand liest gerne eine Geschichte, in der der Held/die Identifikationsfigur gegen Ende zum Bösewicht wird und stirbt.

Durch die Familiengeschichte der Targaryens gab es aber durchaus ein gewisses Foreshadowing und am Ende hat sich der Kreis gerade zu perfekt geschlossen was die Daenerys angeht.

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ichmusssagen

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Ich denke auch, dass es eine schwache Ausrede ist, man habe es den Fans nicht recht machen können. Die gesamte Konzeption der 8. Staffel war katastrophal.
Zunächst 2 belanglose Folgen, in denen es um nichts ging, außer die Charaktere, wie für Serienneulinge, oberflächlich vorzustellen.
Dann eine hanebüchene Schlacht in Teil drei, die so unsinnig geführt wurde, dass selbst Laien sich an den Kopf schlagen konnten. Stellen die Reiterei nach vorne, dann die Katapulte. Dramaturgisch teilweise platt. Bester Satz: "Bemannt die Mauern!" (in der Mitte der Schlacht)
Und von Folge 4 bis 6 dann der aufgesetzte Konflikt, bei welchem Jon so dümmlich wirkt, dass permanent Fremdschämen angesagt ist.
 

pcg-veteran

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Durch die Familiengeschichte der Targaryens gab es aber durchaus ein gewisses Foreshadowing und am Ende hat sich der Kreis gerade zu perfekt geschlossen was die Daenerys angeht.

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Das Video erzählt die Vorgeschichte von Robert's Rebellion aus Sicht von King Robert.

Sicher kann es bei Inzucht irgendwann einen Punkt geben, ab dem alle folgenden Generationen garantiert eine erbliche Geisteskrankheit haben, die zum Wahnsinn führt, wenn die Person nicht vorher schon an etwas anderem stirbt. Beim Mad King könnte es aber auch ein normaler Wahnsinn und Verfolgungswahn gewesen sein, der sich bei manchen totalitären Herrschern mit der Zeit entwickelt. Selbst wenn die Krankheit erblich ist, bedeutet das nicht, daß Daenerys sie automatisch von ihrem Vater geerbt hat, da sie ihre Anlagen sowohl von Vater (Aerys II.) als auch Mutter (Rhaella) bzw. indirekt ihren Großeltern (ebenfalls Inzucht : Jaehaerys II. + Shaera) erhalten hat. Wenn Eltern und Großeltern aufgrund einer Erbkrankheit alle wahnsinnig wurden, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß Dany auch wahnsinnig wird. Aus dem Wahnsinn von Aerys II. alleine läßt sich für Dany noch keine Diagnose stellen, da sie ja auch Glück gehabt und von ihrer Mutter bzw. den Großeltern gesunde Gene geerbt haben kann, die die Krankheit nicht enthalten bzw. nicht zum Ausbruch kommen lassen. Dabei spielt es eine große Rolle, ob das defekte Gen mit der Erbkrankheit dominant or rezessiv wirkt. Angenommen, die Krankheit würde nur auf dem Y-Chromosom liegen, dann gäbe es für Dany (XX) keine Gefahr.

Das Foreshadowing sehe ich etwas anders. (Wenn Du eine konkrete Episode nennen kannst, schaue ich mir die Szene gerne noch einmal an. Ich habe nicht alle 73 Folgen komplett im Kopf.)
Dany wächst auf im Exil in einer feindlichen Welt und wenn sie nicht ab und zu hart gegenüber ihren Gegnern ist, überlebt sie dort nicht lange. Sie ist nicht grausamer als andere in dieser mittelalterlichen Feudal- und Sklavenhalterwelt. In Robert's Rebellion wurde fast ihre ganze Familie ausgelöscht. (Man denke zB an Rhaegar und Elia Martell und ihre Kinder.) In den ersten Staffeln wurden Mörder und Spione auf sie angesetzt. Sie wächst auf in dem Wissen, daß Westeros ihr gestohlener Familienbesitz ist und es ihre Aufgabe sei, diesen eines Tages zurückzuerobern. Dieser Machtanspruch läßt sich nicht ohne Gewalt durchsetzen, wenn die neuen Besitzer die Gebiete nicht zurückgeben wollen.
(Man darf nicht den Fehler machen und moralische Ansprüche aus unserer modernen, aufgeklärten und zum Glück bei uns friedlichen Welt nach GoT zu übertragen.)
 

Schalkmund

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Wenn Eltern und Großeltern aufgrund einer Erbkrankheit alle wahnsinnig wurden, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß Dany auch wahnsinnig wird. Aus dem Wahnsinn von Aerys II. alleine läßt sich für Dany noch keine Diagnose stellen, da sie ja auch Glück gehabt und von ihrer Mutter bzw. den Großeltern gesunde Gene geerbt haben kann, die die Krankheit nicht enthalten bzw. nicht zum Ausbruch kommen lassen. Dabei spielt es eine große Rolle, ob das defekte Gen mit der Erbkrankheit dominant or rezessiv wirkt. Angenommen, die Krankheit würde nur auf dem Y-Chromosom liegen, dann gäbe es für Dany (XX) keine Gefahr.

Ich bezweifel, dass sich George R. R. Marten wirklich so tiefgehend mit der Vererbungslehre beschäftigt hat, als er sich für dieses Ende entschied. Und ich weiß auch nicht ab wann für ihn dieses Ende feststand, aber der Inzest und der Wahnsinn in der Familie waren vermutlich schon sehr lange ein Option um die Serie so enden zu lassen wie sie geendet ist. Die Parallelen die zur Geschichte von Daenerys Vater gezogen wurden waren ja doch recht deutlich. Klar das Ende sagt nicht jedem zu aber wie schon gesagt für mich ist es ok und ich bin mit dieser Erklärung für ihr Verhalten zufrieden.
 

pcg-veteran

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Und ich weiß auch nicht ab wann für ihn dieses Ende feststand, aber der Inzest und der Wahnsinn in der Familie waren vermutlich schon sehr lange ein Option um die Serie so enden zu lassen wie sie geendet ist.

Das ist der offene Punkt. Ich habe bisher noch keine Info gesehen, was GRRM D&D über das Ende konkret gesagt hat. Man weiß nur, daß er ihnen angedeutet hat, in welche Richtung es geht. Beim Nachtkönig hatten D&D auch relativ freie Hand, da dieser nicht in den Büchern vorkommt und auch nicht vorkommen wird. Das ist schon Episoden-mäßig die halbe finale Staffel. GRRM hat sicher kein Drehbuch für die letzten Folgen rübergereicht. Es ist nicht auszuschließen, daß er das Ende der Bücher noch nicht fix hat, da es ihn zu sehr einengen würde. Er schreibt ja momentan an Winds of Winter und danach kommt noch mindestens ein weiteres Buch.

Jetzt wo GoT abgewickelt ist, könnte es aber sein, daß D&D oder GRRM das Geheimnis vielleicht irgendwann lüften. Spätestens wenn die nächsten Bücher erscheinen, wird man die Unterschiede sehen. (Falls sie erscheinen.)

"I think there are two types of writers, the architects and the gardeners," he said. "The architects plan everything ahead of time, like an architect building a house. They know how many rooms are going to be in the house, what kind of roof they're going to have, where the wires are going to run, what kind of plumbing there's going to be. They have the whole thing designed and blueprinted out before they even nail the first board up. The gardeners dig a hole, drop in a seed and water it. They kind of know what seed it is, they know if planted a fantasy seed or mystery seed or whatever. But as the plant comes up and they water it, they don't know how many branches it's going to have, they find out as it grows. And I'm much more a gardener than an architect."
https://www.theguardian.com/books/booksblog/2011/apr/14/more-george-r-r-martin

VORSICHT SPOILERS : Der folgende Reddit Post scheint den aktuellen Stand von ASOIAF am Ende der bisher veröffentlichten 5 Bücher zusammenzufassen. Ganz praktisch, um schnell einen Blick auf die Unterschiede zwischen TV-Serie und Bücher zu werfen.

[Spoilers Published] Now we can just talk about the books. I am excited that our lives don't end with the show
 
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Phone

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Sie haben kein großen Flugzeug gelandet sonder verkackt und das in einem biblischen ausmaß..Die letzen zwei Folgen waren eine Katastrophe!
Da kann man nichts schön reden.
Und die letze Folge war wirklich die Krönung des Schwachsinns...

KEINEN interessiert es das Jon eigentlich nur das Recht eingefordert hat als Thronfolger und zugleich noch ein wenig Gerechtigkeit walten ließ...

KEINEN interessiert es das er seine Strafe eigentlich Instant verweigert und sonstwohin reitet...
Keinen der Eisenmänner interessiert es was mit Theon passierte...
Ser Davos darf einfach mal die große Weite verschenken...

Ach ich kann hier noch zig andere Dinge aufzählen die alle so schlecht oder seltsam gemacht wurden, das es überhaupt nicht zu den anderen 7 Staffeln passt, wobei Staffel 7 auch schon ordenlich an fahr aufgenommen hat um alles zu zeigen.


Grauer Wurm scheint hier immer noch Befehlsgewalt zu haben...Keiner weiß was im Osten ist..aber der 7 Äugige Rollerrenner könnte ja nen dämlichen Raben schicken und gucken was so abgeht aber NEEE

Was bleibt?
Sansa Stark ist König im Norden Brandon Stark herrscht über die 6 Königslande...Jon Schnee/ Stark / Targaryen scheint Anführer des freien Volkes zu sein.

Also hat die Geschichte des 3 Äugen überhaupt keinen nutzen sowie den das Jon ein Targaryen ist.. ES IST SOOOO SINN BEFREIT
 

Eberhard

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Für mich war die große Folge der 8 Staffel klar die 3. Zu viele Ungereimtheiten und Logikfehler hatte die letzte Folge.

Gerade die Folge 3 mit den großen taktischen Fehlern (Landen der Luftwaffe mitten in feindlichen schnellen Fußtruppen, und dann auch noch Fokus nur nach vorn, sowie Frontalangriff der Dothraki im Dunkeln in unbekanntes Terrain)??
Folge 4 war da wesentlich besser, weil es wenigstens ansatzweise wieder in gewohnte Bahnen in Sachen Taktierei und Politik ging.
 

Eberhard

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Die Reaktionen der Fans sind aus meiner Sicht nachzuvollziehen.
Mit den Jahren hatten sich verschiedene Identifikationsgruppen (Stark, Jon Snow, Dany, Cersei, NightKing) herausgebildet.
Was aber leichtsinnig war. GRRM hatte ja schon in der ersten Staffel klar gemacht, dass es in GoT schlecht und dämlich ist, sein Herz an eine Figur zu hängen. Gerade diese unreife und platte Angewohnheit von Lesern/Zuhörern wollte GRRM ja vor Augen führen.
Außerdem war Daenerys auch nicht wirklich eine liebenswerte Figur. Ich selber ging lange Zeit davon aus, dass GRRM sie beim Überqueren des Meeres mitsamt ihren Mannen absaufen lässt. Hätte zu GoT gepasst.

Die Opfer unter den Charaktergruppen waren am Ende aber recht ungleich verteilt
GoT ist doch kein Kindergarten-Buch!
Fehlt bloß noch, dass sich irgendwer heulend hinstellt und ruft: "Menno, das ist aber voll ungerecht!".
Gab es irgendwann, zu irgendeinem Zeitpunkt, das Versprechen, dass irgendwer irgendeinen Anspruch auf's Überleben hätte? Wurde stattdessen nicht immer wieder betont, dass es jederzeit jeden erwischen kann? Da ist das Denken in Fraktionen ja schon sträflicher Leichtsinn.
Wo ich zustimmen kann ist, dass es seltsam ist, dass der Drache Jon nicht einfach verbrennt. Wäre auch ein gutes Ende für ihn gewesen.

Niemand liest gerne eine Geschichte, in der der Held/die Identifikationsfigur gegen Ende zum Bösewicht wird und stirbt.
Ach nein? Und ich dachte immer, dass GoT gerade dafür gefeiert wurde, weil "der Held" eben nicht, wie sonst immer, sicher überlebt.
Ich persönlich habe in meinem Leben schon genug Bücher gelesen, in denen der Held oder die Helding die Identifikationsfigur darstellt, und am Ende immer als lebendiges Bild des Guten und Gerechten in den Sonnenuntergang reitet. Mittlerweile bin ich gereift und lese auch Bücher mit offenem oder eben kontroversem Ende gerne.

Durch das Ende ist auch klar, daß es zwar zB Arya - oder Jon Snow - oder Tyrion- Spin Offs geben könnte, ....
Nein, HBO hat das ja bereits unmissverständlich klar gemacht, dass sie keine GoT-Story mit Figuren aus dem Werk der jetzigen Showrunner D&D machen werden, weil sie das als Kunstwerk so stehen lassen und nicht anfassen wollen. Dadurch ist auch kein Spin-Off mit Jon, Arya oder Tyrion möglich. Völlig unabhängig davon, wer gestorben ist und wer nicht. Die ganze Serie ist mit Folge sechs der Staffel acht gestorben.

D&D haben für ihr Ende bewußt die Dany-Fraktion der Fans geopfert, aber das kümmert sie selber vermutlich nicht wirklich, da sie jetzt ja StarWars machen und nicht mehr GoT.
Wenn man D&D etwas vorwerfen kann, dann dass sie zu Gunsten ihrer "keine Lust mehr auf GoT"-Einstellung die Story in der achten Staffel extrem im Rush abgefertigt haben. Im Grunde hätte es eine neunte Staffel gebraucht, oder aber die achte mit 14 Folgen. Dann hätte das Ganze mehr Zeit zum Entwickeln gehabt (gewohnt GoT-like).
Dass sie für "ihr" Ende (das gar nicht so besonders ihrs ist) die Dany-Fraktion geopfert haben (sorry, aber das klingt schon albern), kann man ihnen dagegen nicht vorwerfen. Erstens war Dany schon lange fällig, und zweitens könnte man ihnen, wenn schon, denn schon, vorwerfen, dass sie Tyrion nicht vor den Toren Königsmunds von Cersei haben töten lassen, und dass der Drache Jon nicht gebraten hat.
So hat die Serie das beste Ende gefunden, denn es spielt am Ende damit, dass alles genau dort wieder neu beginnt, wo es vor acht Staffeln angefangen hat. Man kann sich gut vorstellen, dass irgendwann Tyrion an Altersschäche stirbt und Bran jemanden nach Winterfell schickt, um dort jemanden als neue Hand abzuholen.
Daenerys wollte das Rad brechen. aber das Rad ist nicht zu brechen. Während man noch an den Speichen knabbert, ist es schon über einen hinweg gerollt. Das ist der Kern von GoT.

Deswegen ist das Ende an sich auch gut. Nur die Ausführung ist arg kritikwürdig.

Aus diplomatischer ... Sicht
Was, zum Geier, meinst Du mit diplomatischer Sicht??
Gibt es irgendeinen Zwang zu Diplomatie, wenn man TV_Serien macht? Steht das in irgendeinem Handbuch? Ich bin echt verwirrt, was Du damit meinst.
Man erzählt eine Geschichte so, wie man sie im Kopf hat. Wem sie nicht passt, der ärgert sich halt, dass er sie gelesen/geschaut hat. Wenn man erst mal zu viel darüber nachdenkt, wie man die verschiedenen Zielgruppen gleichmäßig bedient, landet man schnell beim austauschbaren und flachen Massenprodukt.

Aus .... kommerzielle Sicht wäre es besser gewesen, sich mehr Optionen offenzuhalten, um gegebenenfalls die Serie weiterführen zu können ...

Da die beiden Showrunner keine Lust mehr hatten, GoT weiter zu machen. hätte ein Weiterführen bedeutet, ihr "Baby" an jemand Fremden abzugeben. Das kam aber gar nicht in Frage. Warum sollten sie das auch tun, ihr eigenes Denkmal zu erodieren, wenn sie nicht durch Verträge dazu gezwungen werden? (Die sie übrigens zwecks Vermeidung genau dessen schon von Anfang an entsprechend abgeschlossen hatten).

Und vor den Kopf gestoßen wurden hauptsächlich die Fans, die die Serie nicht verstanden haben und meinten, eine der herkömmlichen Fantasy-Geschichten vor sich zu haben. Die anderen verstehen spätestens beim Polit-Talk der neuen Regierungstruppe, dass das Ende sehr gut ist, weil sich der Kreis schließt.
Und das Rating ist sowieso immer nur die Manifestation des kleinsten gemeinsamen Nenners. Viele sehr gute Stoffe hatten ein mieses Rating.

Wie schon gesagt: Wenn man D&D kritisieren will, dann beim Weg, WIE sie in Staffel acht höchst holprig zu dem Ende gekommen sind.
 
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pcg-veteran

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Die kommerzielle Sicht hat verschiedene Aspekte, zB
- wie zufrieden sind die Kunden mit dem Produkt und
- kann man mehr davon verkaufen?

Bei der finalen Staffel waren scheinbar 50% der Zuschauer enttäuscht/hatten einen negativen Eindruck. Wenn man ein Produkt entwickelt und 50% der Leute sind enttäuscht, ist wohl irgendetwas schiefgelaufen. In diesem Fall war es wohl so, daß der Hype um das GoT-Finale zu viele inkompetente Zuschauer angelockt hat, die die komplexe Logik von D&D's GoT nicht verstanden haben und deshalb enttäuscht waren bzw. schlecht gewertet haben. Würde man diese Zuschauer aus den Bewertungen herausrechnen, dürfte die finale Staffel vermutlich eine ähnlich gute Wertung wie die 7. Staffel bekommen. Das ist der Fluch des Erfolgs.

Ich zähle mich selber auch nicht zu diesen kompetenten Zuschauern, da ich auch enttäuscht war. Ich werde zur Abwechslung die Bücher anfangen. Auf reddit schrieb jemand : "Now we can just talk about the books. I am excited that our lives don't end with the show".
 

pcg-veteran

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Eine Person, die die Show wohl leider auch nicht richtig verstanden hatte, war wohl Emilia Clarke. Der zu erwartende Wechsel in ihrem Charakter in Staffel 8 kam unerwartet für sie. Vermutlich hat sie die Figur der Daenerys in den Staffeln 1-7 falsch interpretiert und damit auch viele Zuschauer auf eine falsche Fährte gelockt, indem sie eine weibliche Heldin und keine Tyrannin im Aufstieg spielte.
Schockierender Daenerys-Twist im "Game Of Thrones"-Finale: Emilia Clarke war am Boden zerstört - Serien News - FILMSTARTS.de

Ebenfalls interessant :
https://www.dwdl.de/wocheinserie/72400/zwoelf_lehren_die_man_aus_game_of_thrones_ziehen_kann/
 

Eberhard

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Die kommerzielle Sicht hat verschiedene Aspekte, zB
- wie zufrieden sind die Kunden mit dem Produkt ...

Das ist hier nur sekundär interessant, denn das Ziel, maximale Einschaltquoten für diese TV-Staffel zu schaffen, wurde ja mit wehenden Fahnen erreicht. Und die Serie ist danach zuende. Es werden also keine zufriedenen Kunden für's Anschauen der nächsten Staffel benötigt. Da außerdem eine einmal beendete Serie eh recht schnell im Ranking absteigt, und zudem in der Erinnerung die guten Staffeln 1-6 überwiegen werden, mit der Zeit, war das Experiment, eventuell mit dieser Version des Endes etliche Zuschauer unzufrieden zurückzulassen, kein sehr gefährliches.

... und
- kann man mehr davon verkaufen?

Da die letzte Staffel eh größtenteils als Bestandteil der Serien-Gesamtausgabe verkauft werden dürfte, ist der Verkaufserfolg nicht so sehr von dieser Staffel abhängig. Und diejenigen, die sich bis jetzt die Einzel-Staffeln auf Scheibe gekauft haben, werden aller-größtenteils der Vollständigkeit halber auch die letzte kaufen, Enttäuschung hin oder her. Dazu kommt eben, wie oben erwähnt, dass die Erinnerung für die Serie arbeitet.
Insgesamt dürfte sich die Art des Endes also nicht allzu stark auf die Verkaufszahlen auswirken.

Zudem: Wie hätte das Ende aussehen müssen, damit weniger Leute enttäuscht gewesen wären?
Ein Friede-Freude-Eierkuchen-Ende hätte vielleicht nicht die Daenerys-Fraktion enttäuscht, dann aber die Leute, die an GoT den Anspruch einer ernsthaften und erwachsenen Story haben. Auch nicht besser.

Bei der finalen Staffel waren scheinbar 50% der Zuschauer enttäuscht/hatten einen negativen Eindruck.
Joah, das ist wohl so. Da gehöre ich auch zu. Aus weiter oben erwähnten Gründen. Nicht aber wegen des Endes an sich. Ich war bis Ende der Folge 5* völlig angesäuert, nachdem mich zwischenzeitlich Folge 4 ein wenig wieder aufgerichtet hatte. Folge sechs war dann immer noch mit Ärgernissen versehen, aber das Ende an sich ließ mich "na immerhin, der Punkt haut zumindest hin. Die Richtung hatte ich grob erwartet" sagen.

Wenn man ein Produkt entwickelt und 50% der Leute sind enttäuscht, ist wohl irgendetwas schiefgelaufen.
Jein. Bei einem Hardware-Produkt stimmt das wohl. Bei einer Geschichte kann es bedeuten, dass die Leute noch nicht reif genug dafür waren (Star Wars hätte 1950 auch noch keine Begeisterung ausgelöst), oder dass der Stoff anspruchsvoller ist, als die Leute wollten. Oder es ist als Teil eines größeren Ganzen das Beste, was irgendwie ging. Um letztere Variante handelt es sich hier, würde ich sagen. Da sind dann vielleicht viele Leute mit diesem letzten Teil nicht zufrieden, wohl aber insgesamt unter'm Strich mit der ganzen Serie.

In diesem Fall war es wohl so, daß der Hype um das GoT-Finale zu viele inkompetente Zuschauer angelockt hat, die die komplexe Logik von D&D's GoT nicht verstanden haben und deshalb enttäuscht waren bzw. schlecht gewertet haben.
Das würde ich auch schon für Staffel 7 sagen.

Ich würde die Leute auch nicht unbedingt als inkompetent bezeichnen, sondern als unaufmerksam. Würden sie die Serie aufmerksam sehen, und in der Schule vor Urzeiten mal gelernte (und vielleicht gehasste) Analyse-Mechanismen darauf anwenden, käme man schon auch in Fabel-Bereiche (was ja etwas bedeutet). Und eben darauf, dass exponierte Figuren in dieser Serie genau das sind: Exponiert, wenn die Sense schwingt, weil GRRM gern Helden tötet.
(Ich vermute mal, dass er das in den noch kommenden zwei Büchern noch stärker tun wird als die Serie).

Würde man diese Zuschauer aus den Bewertungen herausrechnen, dürfte die finale Staffel vermutlich eine ähnlich gute Wertung wie die 7. Staffel bekommen. Das ist der Fluch des Erfolgs.
Das ist möglich.

Ich zähle mich selber auch nicht zu diesen kompetenten Zuschauern, da ich auch enttäuscht war. Ich werde zur Abwechslung die Bücher anfangen. Auf reddit schrieb jemand : "Now we can just talk about the books. I am excited that our lives don't end with the show".
In den Büchern wird der Effekt des "nee-eh, das war, anders als Du's gedacht hast, nicht der Held der Geschichte"-Mechanismusses irgendwie noch fühlbarer. Andererseits leben in den Büchern Figuren noch, die in der Serie zu dem Zeitpunkt schon tot waren. GRRM hat D&D nur ein grobes Gerüst und eine Richtung mitgegeben.

Eine Person, die die Show wohl leider auch nicht richtig verstanden hatte, war wohl Emilia Clarke. ... und damit auch viele Zuschauer auf eine falsche Fährte gelockt, indem sie eine weibliche Heldin und keine Tyrannin im Aufstieg spielte.

Ja, sieht so aus. Wobei mich das bei ihr nicht wundert, weil sie viel zu nah dran war, um die Hinweise rechtzeitig zu sehen. Die Szenen werden nicht in chronologischer Reihenfolge gedreht, die Drehtage sind anstrengend, das ganze Set wuselt, die Drehbücher haben teils geschwärzte Stellen wegen der Geheimhaltung, so dass ein größerer Zusammenhang nur schwer sichtbar wird. Sah sie die fertige Folge im Fernsehen, wird sie eher auf ihr Spiel geachtet haben, als auf Hinweise, wohin die Reise geht.
Wie sie in dem von Dir verlinkten Text sagt ("Sie habe sich schon immer gewundert, warum ihr am Set oft gesagt wurde, sie solle Daenerys nicht spielen wie die Heldin..."), sah sie eventuelle Hinweise zum damaligen Zeitpunkt nicht. Genauso wie viele Zuschauer.
Ich las die Bücher vor der Serie. Es starb halt (genau wie in der Serie) ihr Bruder, weil er relativ malle-malle war. Und unverschämt. Erstes Gefühl war zu dem Zeitpunkt erst mal Mitleid mit seiner Schwester Daenerys. Aber im Anschluss an das Begräbnisfeuer mit der Drachengeburt kommt einem nach dem Triumph des "Ja! Jetzt kann ich es allen zeigen! Dies ist der Beginn meiner Rache" im Buch vielleicht eher auch der Folgegedanke in den Sinn. Nämlich die Frage, was diese Konstellation für eine Art Anführerin hervor bringt. Nachdem Vater und Bruder verrückt waren, nimmt das zumindest schon mal die unschöne Verlaufsvariante mit in die Liste auf. Man hat beim Lesen mehr Zeit als in einer TV-Darstellung, denn in letzterer stürmen gleich neue Bilder auf einen ein, und es bleibt einem weniger Zeit zum Denken. Im Buch wird irgendwie , zumindest nach meinem Empfinden, auch minimal stärker unterstrichen, dass sie Geschwister sind. Was ja eben etwas bedeutet.
Aber Clarke war, wie sie im selben Artikel sagt, ja letztlich doch ganz im Reinen damit, wie es ihrer Figur ergangen war.

Interessant wäre übrigens zu erörtern, wie man eine Tyrannin im Aufstieg hätte spielen müssen, um sie von einer Heldin zu unterscheiden. Sind nicht die meisten Tyrannen im Aufstieg erst mal Helden für eine recht große Zahl an Leuten?


*Am meisten hatten mich neben dem Story-Rush die "Held benimmt sich dämlich und entgegen seiner gewohnten Art, um Sendezeit zu schinden, oder künstlich Spannung zu forcieren"-Stellen genervt. Das ist so ein störendes Manko. Wenn man gerade nicht weiter weiß, zaubert man unlogische Sachen aus dem Hut. Das ist schlechtes Schreiben/schlechtes Geschichtenerzählen.
 
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Am meisten hatten mich neben dem Story-Rush die "Held benimmt sich dämlich und entgegen seiner gewohnten Art, um Sendezeit zu schinden, oder künstlich Spannung zu forcieren"-Stellen genervt. Das ist so ein störendes Manko. Wenn man gerade nicht weiter weiß, zaubert man unlogische Sachen aus dem Hut. Das ist schlechtes Schreiben/schlechtes Geschichtenerzählen.

So etwas stört mich auch.

Die Welt von GoT ist grausam und unmenschlich. (Man denke nur an Viserys' Krönung.) Allerdings treten mit Tyrion und Jon Snow am Ende zwei große Humanisten und Menschenrechtler auf, die der Zivilbevölkerung zuliebe am liebsten Kings Landing komplett ohne Gewalt und Verlust von Menschenleben einnehmen möchten. (Das sind moderne Ansichten aus unserer heutigen westlichen Welt und passen überhaupt nicht in die Welt von GoT.) Demgegenüber wirkt die sinnlose Zerstörung von Kings Landing durch Dany natürlich noch stärker.
Alexander der Große, eine der großen Figuren der Menschheitsgeschichte, hat zahllose Städte erobert. Einige hat er befreit, andere hat er zerstört und die Bevölkerung in die Sklaverei verkauft. Das war früher einfach normal. Und GoT ist näher an der Antike als an unserer modernen Zeit.

Zudem: Wie hätte das Ende aussehen müssen, damit weniger Leute enttäuscht gewesen wären?

Ein diplomatisches Ende könnte sein :
Dany hat für den finalen Kampf gegen Cersei nicht genügend Truppen und schließt eine Allianz mit den anderen Herrschern von Westeros. Cersei wird besiegt. Der Eiserne Thron wird zerstört. Dany verzichtet auf die Gesamt-Herrschaft über Westeros (weil sie momentan zu schwach ist und nicht gegen ihre Verbündeten kämpfen möchte.) und übernimmt nur einige der freigewordenen Gebiete. Die Herrscher der 7 unabhängigen Königslande gründen eine Art Union mit gemeinsamer Ratsrunde. Die wesentlichen Figuren wie Jon, Dany, Drogon, Tyrion, ... bleiben für zukünftige Abenteuer (Sequels) erhalten.

Ein vollständiges Ende wäre dagegen folgendes :
Dany zerstört Kings Landing, Jon tötet Dany. Drogon tötet Jon und läßt nun ohne bremsende Dany seinem Drachenfuror freien Lauf, zerstört Armeen, Burgen, Städte, plündert die Länder von Westeros und kehrt schließlich nach Valyria zurück. In Westeros bricht das Feudalsystem zusammen. Der angekündigte lange Winter kommt und bleibt eine Generation. Am Ende lebt niemand mehr von den Figuren aus den Büchern und die wenigen Überlebenden haben nur eine ungenaue Vorstellung von dem was passiert ist. Sam (das alter ego von GRRM) hat alles aufgeschrieben und hinterläßt den kommenden Generationen das Lied von Eis und Feuer.
 
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