Elex 2: Warum Piranha Bytes wohl nie wieder Gothic machen wird

PCGH_Richard

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Hatte Gothic3 eigentlich Controllersupport?
Hätte irgendwie Bock es mal wieder zu spielen. Will mich aber nicht mit M&T an den PC setzen.
Nicht nativ. Es gibt wohl Skript-Möglichkeiten (z.B. das hier), also die Tastatur-Inputs auf einen Controller mit Programmen zu mappen. Aber wie gut das funktioniert, keine Ahnung.
 
TE
CarloSiebenhuener

CarloSiebenhuener

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Hello Leute,
sorry, hatte ein langes Wochenende und hab das ausgenutzt. Deswegen komm ich erst heute dazu, mitzudiskutieren. :)
Ich dachte eigentlich dass die Rechte an Gothic bei Jowood lagen und THQ Nordic die mit übernommen hat. Denn ein Gothic 4 kam ja später von Jowood und ohne Piranha Bytes. Nur war das halt ziemlicher Müll.
Jetzt gehören ja sowohl Jowood (bzw. das was davon übrig blieb) als auch Piranha Bytes zu THQ Nordic was ein Gothic von PB möglich machen könnte.
Jowood hatte nach dem Zerwürfnis die Rechte für genau ein neues Gothic-Spiel. Das war Arcania. Danach sind die Rechte wieder zurück an PB gefallen. Das war wohl so abgemacht.

Naja, überspitzt gesagt wurde bei Gothic 3 zu Release eher aus einem Blauwal ein Elefant gemacht. In gewisser Weise war der dritte Teil das 2006er Cyberpunk.

Ich hatte auch mittelstarke Deja-Vu-Momente, als das Cyberpunk-Desaster letztes Jahr seinen Lauf nahm.
Fun Fact: Auch Gothic 3 hat sein Goldmaster nochmal zurückgezogen. Genauso, wie Cyberpunk. :-D

Aber da hier ja schon einige Kriegsgeschichten zu G3 gepostet worden sind, erzähle ich mal meine. Ich war damals richtig hart gehyped und stand am 13.10.2006 mit der Collectors Edition zuhause. Eingelegt, installiert, losgespielt... und da waren die Bugs. Aber es war noch spielbar.
Zumindest bis zu einem bestimmten Punkt in der Spielwelt. Es war wie eine unsichtbare Grenze, eine Linie und wenn ich die überschritten habe, ist das Spiel abgeraucht. Das war nach dem Neustart auch immer reproduzierbar.
Ich hab dann das Spiel deinstalliert und neu installiert (Savegames natürlich vorher gesichert) und siehe da: Die Grenze war verschwunden und ich konnte weiterspielen.
Zumindest, bis ich die nächste Crashgrenze erreicht habe. Wieder willkürlich einfach in der Gegend einen Schritt zu viel gemacht ---> Absturz.

Also habe ich meine Taktik fortgesetzt und immer wieder das Spiel neu installiert, wenn es nicht funktioniert hat. Manchmal konnte ich das Spiel nach der Neuinstallation gar nicht starten, dann musste ich direkt wieder neu installieren.

Diese Installationsorgie ging so weit, dass sich durch das ständige durchjagen durchs Laufwerk irgendwann ein Riss in der Disc gebildet hat, der sich vom inneren Ring nach außen zog. Mit jeder Neuinstallation zog sich der Riss ein kleines Stück weiter. Ich konnte also dabei zusehen, wie sich mein Spiel selbst zerstörte. :-D
Irgendwann häuften sich die Installationsfehler und die Disk war hin.

Warum ich mich da durch gequält hab? Weil das Spiel ja an sich trotzdem Spaß gemacht hat und ich die Atmosphäre sooo genossen habe...

Naja, Risen 1 ist schon n ziemlich geiles Rollenspiel und fährt da die alten Tugenden auf. Daß se da dann kein Gothic 4 nachschieben, vor allem nachdem Gothic 3 Trauma, mittlerweile eigentlich auch ein ziemlich geiles Spiel, wenn ich es auch als einziges Gothic nach mehreren Anläufen nie durchgezockt hab, war ja klar.

Ich finde, Risen 1 hat bis heute das beste Kampfsystem in einem PB-Spiel-

. Man vergleiche z.B. Bloodwyn in G1 beim ersten Treffen, oder die Rede Lees am Damm mit vergleichbaren Dialogen in G3.

Auch immersiv unterscheidet sich einiges. In G1 heißt es noch z.B. von Whistler "Hau bloß nicht mit meinem Erz ab, die Kolonie ist klein und ich finde dich." Und ja, die Kolonie ist nun mal klein. In G2 ist bei Khorinis von einer normalen, unscheinbaren Hafenstadt die Rede. Und das passt auch. In G3 begeben wir uns weg von den Inseln zum Festland. Ein ganzer Kontinent, mit drei verschiedenen Ländern und Klimaregionen. Einen ganzen Kontinent füllen zu wollen ist mehr als ambitioniert. Faktisch ist das Land Myrtana nicht so groß wie aus den Vorgängern zu erwarten. In G3 hat man mit der Immersion gebrochen und ist zu einem anderen Maßstab gewechselt. Man hat runtergebrochen, weil es nun mal auch anders nicht gerade ging. Und das sorgt dafür, dass man innerhalb von wenigen Minuten bei der Hauptstadt und dann dem vereisten Nordmar landet. Alles ist einen Katzensprung entfernt. In G1/G2 logisch, in G3 weniger durchdacht.

Find ich nicht ganz so schlimm. Also ich konnte das ganz gut ignorieren. Denn dafür war es halt schon gut gemacht. Dieser Aufstieg bei Faring in die Berge hinauf bis man die (ja, ziemlich unrealistische) Schneegrenze erreicht. Das finde ich auch heute noch seeeehr atmosphärisch.

Deswegen will ich hier nochmal was ganz anderes rausstellen: Wie doof wurde bitte Lees Story in Teil 3 aufgelöst??
 

MrFob

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Zumindest bis zu einem bestimmten Punkt in der Spielwelt. Es war wie eine unsichtbare Grenze, eine Linie und wenn ich die überschritten habe, ist das Spiel abgeraucht. Das war nach dem Neustart auch immer reproduzierbar.
Ich hab dann das Spiel deinstalliert und neu installiert (Savegames natürlich vorher gesichert) und siehe da: Die Grenze war verschwunden und ich konnte weiterspielen.
Zumindest, bis ich die nächste Crashgrenze erreicht habe. Wieder willkürlich einfach in der Gegend einen Schritt zu viel gemacht ---> Absturz.

Also habe ich meine Taktik fortgesetzt und immer wieder das Spiel neu installiert, wenn es nicht funktioniert hat. Manchmal konnte ich das Spiel nach der Neuinstallation gar nicht starten, dann musste ich direkt wieder neu installieren.
Klingt doch eigentlich nach einem schoenen Recall zur magischen Barriere. Ein Bug mit Augenzwinkern sozusagen. :B :-D
 

OldMCJimBob

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Durch die kleinere Welt von den Vorgängern ergibt sich zwangsläufig eine höhere Spieldichte. Bereits erkundete Gegenden sehen völlig anders aus und Ereignisse geschehen auch ohne Anwesenheit des Helden (z.B. die Mords-Quest im 3. Kapitel mit der Ermordung Lothars). NPC reagieren auf Veränderungen der Spielwelt (gefährliche Viecher durch den offenen Pass, Suchende, usw.). Neue Quests in alten Gebieten mit neuen Herausforderungen und Belohnungen sind die Konsequenz. Da wird man auch mal als Paladin um die halbe Insel geschickt, um Schreine zu reinigen, als Söldner soll man währenddessen in die Oberstadt und einen Händler zum Kloster zwingen.
Stimmt schon, aber ist das nicht zu einem gewissen Grad eine Designentscheidung? Die Welt von G1/2 war kleiner, also wurde sie mit mehr Backtracking gefüllt, bei G3 war man darauf nicht angewiesen und konnte breiter streuen. In die alten Gebiete bin ich trotzdem zurückgekehrt, weil ich beim Erkunden auf besonders starke Gegner traf, die ich erst im späteren Spielverlauf angehen konnte. Auch die geringere Spieldichte empfand ich persönlich gar nicht als Nachteil, gerade bei G1 war schon alles absurd zugestopft, für mich fühlte sich G3 im Verhältnis sinnvoller an. Scheint mir am Ende eher eine Geschmacksfrage.
Auch immersiv unterscheidet sich einiges. In G1 heißt es noch z.B. von Whistler "Hau bloß nicht mit meinem Erz ab, die Kolonie ist klein und ich finde dich." Und ja, die Kolonie ist nun mal klein. In G2 ist bei Khorinis von einer normalen, unscheinbaren Hafenstadt die Rede. Und das passt auch. In G3 begeben wir uns weg von den Inseln zum Festland. Ein ganzer Kontinent, mit drei verschiedenen Ländern und Klimaregionen. Einen ganzen Kontinent füllen zu wollen ist mehr als ambitioniert. Faktisch ist das Land Myrtana nicht so groß wie aus den Vorgängern zu erwarten. In G3 hat man mit der Immersion gebrochen und ist zu einem anderen Maßstab gewechselt. Man hat runtergebrochen, weil es nun mal auch anders nicht gerade ging. Und das sorgt dafür, dass man innerhalb von wenigen Minuten bei der Hauptstadt und dann dem vereisten Nordmar landet. Alles ist einen Katzensprung entfernt. In G1/G2 logisch, in G3 weniger durchdacht.
Scheint mir eine gewagte Aussage und spielt in die selbe Kerbe wie oben. In G1 waren die drei Lager 100 Meter voneinander entfernt - renn mal straight aus dem Lager in der Mitte ins Sumpflager, das geht in weniger als einer Minute. Lediglich die geringe Sichtweite und die gewundenen Wege haben das verschleiert. Überhaupt waren die Dimensionen in G1 und G2 so null glaubhaft, kein Problem, damals war technisch nicht mehr möglich. G3 macht aber überhaupt nichts anders - die Städte und Dörfer liegen in komplett vergleichbarer Entfernung, nur sind es viel mehr. Um diesem "mehr mehr mehr" Abwechslung zu geben hat man 3 Biome eingeführt, und? G1 / G2 waren "logischer"? Seh ich einfach nicht so.

In G3 fällt das dauerhafte und unterschiedliche Gildensystem raus. Stattdessen bekommen wir Fraktionen, bei denen wir durch Quests Punkte sammeln. Die jeweiligen Quests sind oft dieselben. Hol 10 Waffenbündel, finde das Rebellenversteck, befreie die Stadt/zerstöre das Lager, repeat. Wer das gemacht hat, braucht in den bereits besuchten Gebieten nichts großartig suchen, es gibt nichts Neues. In G1/G2 konnte man wenigstens namenlose NPCs fragen, was es neues gibt, nur um dann legitim schief angeguckt zu werden. Auch sind die Dialoge generell flacher und haben weniger Schärfe und Witz. Man vergleiche z.B. Bloodwyn in G1 beim ersten Treffen, oder die Rede Lees am Damm mit vergleichbaren Dialogen in G3.
Sorry, aber das ist doch auch größtenteils Geschmack. Die Quests in allen drei Teilen waren nach dem Schema "töte dies, finde das" aufgebaut, dieses "repeat"-Argument ist doch absurd...Okay, bei G1/2 durfte ich mich einer Gilde anschließen und bei G3 dafür Städte befreien. Letzterem kann man doch auch zugute halten, dass der Spieler erstmals größere "Schlachten" & eben das Gefühl, Stück für Stück die Welt zu befreien und zu verändern hatte. Das fandest Du nicht so gut? Ist doch okay, aber G1/2 waren doch nicht bessere Spiele, weil das nicht drin war und ich stattdessen die Wahl hatte, welche Waffe/Zauber/Rüstung ich nutzen will (mehr waren die Gilden doch auch nicht)...

Zu den Dialogen kann ich nichts sagen. Ich habe das nicht so empfunden, kann mich aber auch nicht mehr so erinnern. Ich könnte mir aber vorstellen, dass man nach drei Teilen einfach an den Stil gewöhnt war, und er deshalb nicht so in Erinnerung blieb wie noch im ersten Teil. Im Prinzip können wir uns die Diskussion auch schenken. G3 war nicht so gut wie die beiden Vorgänger, weil es verfrüht und fehlerhaft auf den Markt kam, da bin ich Deiner Meinung. Wenn es aber funktionierte, dann war es auch nicht viel schlechter als die Vorgänger, das ist zumindest meine Meinung. Magst Du anders empfunden haben, das durchrationalisieren und begründen zu wollen funktioniert aber glaube nicht.
 
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