So, noch meine eigenen 50 Cent zu dem Game:
Ganz klar, das Spiel bietet eine gepfelgte Shooter-Kost. Die Missionen sind nett inszeniert, die Grafik ist (bis auf einige verwaschene Texturen à la 90er Jahre) schön und man muss sich auch nicht allzu fest durch die Kampagne beissen.
Den MP hab ich aufgrund des Server-Downs noch nicht getestet, scheint allerindgs CoD4 nachempfunden zu sein, welchen ich immernoch regelmässig online zocke.
Nun zu den Schwächen des Solo-Modus: Bugs gibt es doch mehrere. Einerseits teils fehlende Waffensounds (beim Schnellfeuer bspw fehlen einzelne Schüsse zwischendrin), Leichen schweben in der Luft rum (teils mehrere Meter über Boden, habe Screens gemacht wer Beweise will

), wenn man in engen Durchgängen stirbt landet man teilweise in den Wänden, sprich man wird nicht als tot gewertet und kann nur mit einem Levelneustart den Bug beheben. Vorgekommen ist auch, dass ich in einem Eck in Deckung gegangen bin, in dem vorgesehen ist dass ein KI-Mitspieler in Deckung geht. Dann läuft er in einem hinein, und man wird auf den KI-Spieler hinaufgelüpft, kann sich nicht mehr bewegen und muss eine Granate zu dessen Füssen werden, damit er wegrennt. Ansonsten käme man nicht mehr weiter, sprich neu laden.
Schlecht haben mich auch einige Skript-Events gedünkt. Einmal beispielsweise muss man 2 Panzer mit einer Panzerfaust ausschalten. Während dieser Zeit feuert ein eigener Panzer und ca. 20 eigene Männer mit Handfeuerwaffen nonstop auf diese Panzer und umgekehrt. Man könnte also mehrere Minuten zuschauen, wie die besagten Einheiten sich beharken, ohne dass irgendjemand zu Schaden käme, bis man endlich die Panzer abgeschossen hat.
Überhaupt spürt man die Skriptschwellen einiges stärker als noch bei CoD4, wo man mehr das Gefühl hatte, im Geschehen zu sein. Viel ist vorhersehbar.
Inhaltlich ist der WW2 tatsächlich langsam extrem ausgelutscht. Den Reichstag habe ich nun mehrere Male gestürmt und die russische Flagge gehisst.
Auffällig störend ist, dass der Deutsche, der Japaner und sogar der Russe als äusserst grausam dargestellt, der Amerikaner hingegen sogar in schwierigen Situationen immer als gnädig angesehen wird. Dies wirkt stark aufgesetzt. So töten Deutsche wie Japaner und eben auch Russen ihre Gefangenen immer, auch wenn sie sich ergeben wollen. Amerikaner hingegen durchsuchen sie völkerrechtlich korrekt, werden dann aber teilweise von den "Gefangenen" gemeuchelt mittels Selbstmordattentaten, à la "hätten wir sie besser erschossen". Völlig unglaubwürdig.
Der Gewaltgrad ist, entgegen meiner Erwartungen (unzensierte Version) doch nicht so hoch ausgefallen wie in den Videos demonstriert. Immernoch ist die Folterszene am Anfang und ein, zwei andere Szenen absolut unnötig, IMO, doch insgesamt hält sich der Grad der Gewalt ungefähr an die anderen CoD-Ableger. Einzig die Tötungsanimationen sind in der unzensierten Version relativ brutal ausgefallen, allerdings nicht so brutal, um sie als "verherrlichend" abzutun. Hier und da gibt es abgetrennte Körperteile, was aber atmosphärisch stimmt, und nicht unrealistisch scheint. Die brennenden Menschen sterben zum Glück auch nicht allzu abartig drastisch, sondern gehen in wenigen Sekunden zu Boden. Auch hier hatte ich mir zu Beginn noch Sorgen gemacht.
Alles in allem sicherlich ein solider Shooter, der in vielen Belangen vieles besser hätte machen können. Mehr als 80% wäre sicherlich übertrieben gewesen.
Edit: Hätte ich beinahe vergessen: Teils Levelbegrenzungen, die man nicht sieht (ein Strand ohne Hindernis, bspsw, den man nicht entlanggehen kann) oder Hindernisse, die 20cm hoch sind, und man nicht überspringen kann schmälern den Spielspass genauso wie Stellen, an denen die KI-Kameraden nicht vorrücken bis man selbst vorrückt (Snipergewehre also völlig unnütz sind) und die KI-Gegner so lange spawnen, bis man eine gewisse Schwelle überschritten hat. Glaubwürdig ist alles andere..
