Fußgängerzonen gibt es überhaupt erst seit den 50'ern. Im Sinne von Einkaufsstraßen wurde die Kaufingerstraße in München, eingerichtet für die Olympischen Spiele, erst 1972 zum Vorbild für andere Städte. Dass man zum Einkaufen in die Stadt fährt ist also eigentlich ein sehr junges Phänomen.
Den Flaneur, der einfach so durch die Stadt streift, gab es immerhin schon seit dem 19. Jahrhundert.
Wenn mehr dieser hässlichen Kaufhausbunker und, sich in
jeder Stadt wiederholenden, Geschäfte der großen Modeketten aus der Innenstadt verschwinden würden gäbe es vielleicht wieder mehr Gründe aufmerksam zu flanieren. Und, anstatt von Geschäft zu Geschäft zu hetzen, sich mit anderen Leuten gemütlich zu unterhalten.
Immerhin geht der Trend weg von der Fußgängerzone auf einer einzigen Einkaufsstraße.
Aber so wie Supermärkte und Discounter die Tante Emma vertrieben wird auch der Onlinehandel keine Rücksicht auf irgendwelche Händler vor Ort, mit deren bisheriger "Einkaufskultur", nehmen.