Activision Blizzard verklagt: Frauen werden sexuell belästigt und diskriminiert

Frullo

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Habe mir mal die Anklage-Schrift durchgelesen: So ohne Weiteres kommt so etwas nicht zusammen, da kann Blizzard noch lange versuchen, sich als Opfer von ausser Kontrolle geratenen Bürokraten zu stilisieren.

Mag ja sein, dass Blizzard die Klage vor Gericht erfolgreich abwehren kann (woran ich meine Zweifel habe, aber dennoch...) - den Image-Schaden können sie nicht vor Gericht wettmachen.

Die Frage welche längerfristigen Auswirkungen dieser Vorfall hinsichtlich der Kundschaft haben wird, bleibt offen. Trotzdem wäre es wohl in Blizzards ureigenstem Interesse, hier proaktiv zu handeln und Missstände transparent zu beheben. Aber so wie es aussieht, fährt man aktuell den gegenteiligen Kurs und betreibt blame-shifting.

Für uns, als Teil der Kundschaft, bleiben dann folgende Optionen:

Man glaubt den Klagepunkten nicht und ändert konsequenterweise nichts am eigenen Konsumverhalten betreffend Blizzard-Produkte.

Man wartet erst mal ab, wie sich das Gerichtsverfahren entwickelt und ändert derweil wie oben das Konsumverhalten nicht.

Man glaubt den Klagepunkten und ist so konsequent, Blizzard-Abos zu kündigen, Vorbestellungen zu stornieren, etc.

Oder: man glaubt den Klagepunkten, aber ignoriert es einfach, weil man es für ein PAL hält...

Persönlich tendiere ich von meinem Naturell her zu in dubio pro reo, aber da ich aktuell eh nix in meiner Blizzard-Pipeline habe, falle ich nicht ins Gewicht. Mal sehen was sich diesbezüglich bis zum Erscheinen von D2R tut...
 

LesterPG

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Ich habe schon im Vorfeld (vor Jahren) mein Verhältnis zu Blizzard Produkten überdacht, allerdings aus ganz anderen Gründen.

Wie Spiritogre es schon sagt, man kann Personen anklagen inkl. Rattenschwanz a la "unterlassene Hilfeleistung",
aber eine Firma ist irgendwie krank ?

Erinnert mich an das rechtsradikale Thema wegen den fehlenden Schwarzen bei Kingdom Come. :(
 

Schalkmund

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Man glaubt den Klagepunkten und ist so konsequent, Blizzard-Abos zu kündigen, Vorbestellungen zu stornieren, etc.
Wie sich die Mitarbeiter in ihrer Firma benehmen ist mir als Käufer fast schon wumpe, ich kauf ja auch im Discounter ein, aber die andauernde Sauferei ist wohl eine gute Erklärung warum auch Blizzards Qualität immer weiter abstürzt. Und das wär dann mein Grund nix mehr zu kaufen :B
 
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Frullo

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Ich habe schon im Vorfeld (vor Jahren) mein Verhältnis zu Blizzard Produkten überdacht, allerdings aus ganz anderen Gründen.

Wie Spiritogre es schon sagt, man kann Personen anklagen inkl. Rattenschwanz a la "unterlassene Hilfeleistung",
aber eine Firma ist irgendwie krank ?

Erinnert mich an das rechtsradikale Thema wegen den fehlenden Schwarzen bei Kingdom Come. :(
Personen kann man in die Mangel nehmen, wenn es ausschliesslich um sexuelle Themen wie z.B. Belästigung geht - bei Lohn- und beruflicher Diskriminierung muss jedoch die Firma geradestehen. Wenn es sich zudem bei der geschlechtlichen Diskriminierung um Firmenkultur handelt, reicht es nicht bei sexuellen Übergriffen einzelne Personen herauszupicken, da nicht nur der Übergriff selbst ein Problem darstellt, sondern das ganze Umfeld welches es nicht effektiv unterbindet oder vielleicht sogar fördert. Da muss die Firma angegangen werden, um durch hohe Bussen und Ausgleichszahlungen den nötigen Druck zur Veränderung aufzubauen.
 

LesterPG

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Wenn es sich zudem bei der geschlechtlichen Diskriminierung um Firmenkultur handelt, reicht es nicht bei sexuellen Übergriffen einzelne Personen herauszupicken, da nicht nur der Übergriff selbst ein Problem darstellt, sondern das ganze Umfeld welches es nicht effektiv unterbindet oder vielleicht sogar fördert. Da muss die Firma angegangen werden, um durch hohe Bussen und Ausgleichszahlungen den nötigen Druck zur Veränderung aufzubauen.
Das sehe ich anders, die "Firmenkultur" wird primär von Studioleiter und Vorgesetzte gelebt, "der Betrieb"/"das Studio" ist nicht per se das Problem sondern zuallererst die Vorgesetztenschiene welches diese Kultur vorlebt.

Wenn also z.B. der Studioleiter so etwas wissendlich duldet oder gar jemanden dabei unterstützt, trägt er eine Teilschuld, war es ihm "unbekannt" ggf. auch wenn es ihm möglich gewesen wäre davon Kenntnis zu haben aka "Weggucken zählt nicht".

Diskriminierende Firmen sind etwas wie Spukhäuser, bequeme Ausreden die Schuldigen nicht zu benennen.
 

Frullo

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Wie sich die Mitarbeiter in ihrer Firma benehmen ist mir als Käufer fast schon wumpe, ich kauf ja auch im Discounter ein...
Ich informiere mich auch nicht bei jedem Produkt das ich kaufe über dessen Entstehungsgeschichte. Wenn ich dann aber mal Bescheid weiss, fällt es mir zunehmend schwerer, in Erfahrung gebrachte Missstände einfach auszublenden. Klar, für mich alten, weissen Hetero-Mann sind die Sorgen von Blizzards weiblichen Angestellten PAL. Wegschauen kann ich trotzdem nicht. Und auch wenn ich nicht jedem existierenden Missstand mit Kaufverweigerung begegne, so kann ich doch zumindest ab und zu was Gutes tun und mein "schlechtes" Gewissen ein wenig beruhigen.
 

Frullo

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Das sehe ich anders, die "Firmenkultur" wird primär von Studioleiter und Vorgesetzte gelebt, "der Betrieb"/"das Studio" ist nicht per se das Problem sondern zuallererst die Vorgesetztenschiene welches diese Kultur vorlebt.

Wenn also z.B. der Studioleiter so etwas wissendlich duldet oder gar jemanden dabei unterstützt, trägt er eine Teilschuld, war es ihm "unbekannt" ggf. auch wenn es ihm möglich gewesen wäre davon Kenntnis zu haben aka "Weggucken zählt nicht".

Diskriminierende Firmen sind etwas wie Spukhäuser, bequeme Ausreden die Schuldigen nicht zu benennen.
Ich behaupte ja auch nicht, man solle rechtlich bloss auf die Firma und nicht auch gleichzeitig auf bestimmte Leute los. Aber erst wenn man "die Aktionäre nervös macht", lässt sich meines Erachtens Firmenkultur wirklich ändern. So lange man nur auf Leute losgeht, versuchen diese einfach nur ihren Arsch zu retten, was für die Aktionäre schlussendlich Nebensächlich ist - falls der betroffene Mitarbeiter untergeht, kann man ihn einfach ersetzen. Wenn das Gesetz jedoch ans Eingemachte (aka Geld) geht...
 

Spiritogre

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Ich behaupte ja auch nicht, man solle rechtlich bloss auf die Firma und nicht auch gleichzeitig auf bestimmte Leute los. Aber erst wenn man "die Aktionäre nervös macht", lässt sich meines Erachtens Firmenkultur wirklich ändern. So lange man nur auf Leute losgeht, versuchen diese einfach nur ihren Arsch zu retten, was für die Aktionäre schlussendlich Nebensächlich ist - falls der betroffene Mitarbeiter untergeht, kann man ihn einfach ersetzen. Wenn das Gesetz jedoch ans Eingemachte (aka Geld) geht...
Also trotz riesigem Shitstorm in den Sozialen Medien und angeblich vielen Leuten die ihre Abos oder gar Accounts gekündigt / gelöscht haben hat der Aktienkurs (bisher) gar nicht darauf reagiert.
 

Vordack

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Also trotz riesigem Shitstorm in den Sozialen Medien und angeblich vielen Leuten die ihre Abos oder gar Accounts gekündigt / gelöscht haben hat der Aktienkurs (bisher) gar nicht darauf reagiert.
Was ist schon sexuelle Diskriminierung wenn man Diablo hat :-D ;)

btw: Diablo ist männlich, das finde ich diskriminierend. In Resurrected sollte er umbenannt werden in Diablo:a damit die deutschen Wahrheitsfinder nichts zu meckern haben :-D
 

Frullo

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Also trotz riesigem Shitstorm in den Sozialen Medien und angeblich vielen Leuten die ihre Abos oder gar Accounts gekündigt / gelöscht haben hat der Aktienkurs (bisher) gar nicht darauf reagiert.
Wenn die Firma Blizzard die Klage verlieren sollte und daraufhin diverse Schadenersatz-Zahlungen fällig werden würden, könnte sich das ändern
 

Frullo

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Glaube ich nicht, das werden keine Milliarden-Beträge sein.
Das müssen auch keine Milliarden sein - Millionen reichen schon. Selbst wenn sie das aus der Portokasse bezahlen, fehlt der Betrag bei der Gewinnausschüttung. Es könnte auf jeden Fall ausreichen, einen solchen Fall nicht mehr wiederholen zu wollen (und daher entsprechende korrektive Massnahmen zu ergreifen)
 

Athrun

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Da hätte Activision vielleicht lieber das gleiche machen sollen wie unsere Lebensversicherer: für verdiente Mitarbeiter gab es die Lustreisen nach Tschechien :-D So hätte man zumindest die männlichen Kollegen bei Laune halten können. Aber da komtm halt auch wieder die schöne Heuchelei zum Vorschein: BLM.-Protest und Regenbogen in Spiele / Mitteilungen / Homepages einbauen ist halt "Window-Dressing". Wobei ich auch mal gespannt bin, wieviel an diesen anschuldigungen tatsächlich dran ist.
 

Bonkic

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kaum gibt die aktie nach, kommt auch ein statement von oberboss bobby kotick: "Our initial responses to the issues we face together, and to your concerns, were, quite frankly, tone deaf." außerdem hat er diverse sofortmaßnahmen in die wege geleitet und eine law firm mit der aufarbeitung der vorgänge beauftragt.

 

MatthiasDammes

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kaum gibt die aktie nach, kommt auch ein statement von oberboss bobby kotick: "Our initial responses to the issues we face together, and to your concerns, were, quite frankly, tone deaf." außerdem hat er diverse sofortmaßnahmen in die wege geleitet und eine law firm mit der aufarbeitung der vorgänge beauftragt.


Und natürlich wird das über eine Investor-Note veröffentlicht und nicht direkt an die Öffentlichkeit.
Weil nur die Investoren zählen, die ihm seine Millionen wöchentlich in den Geldspeicher schaufeln.
 

Spiritogre

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Jupp, soll wohl alles weg was dieser Alex Afrasiabi gemacht hat sowie alles was nicht mehr zeitgemäß und politisch als inkorrekt angesehen werden kann. Das trifft Charaktere und einige Quests.

Gibt diverse Artikel auf englischsprachigen Newsseiten dazu. Hier das offizielle Statement von Blizzard:
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TheBobnextDoor

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WoW dein neuer Safe Space!
Wenn die Arbeit wieder stresst und niemand dich ernst nimmt.

:B
 
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