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ThomasThomasons

Sexismus in Videospielen

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von am 18.06.2014 um 10:19 (2653 Hits)
Haltet eure Hände zurück - Brav, schreibt gerne aber nicht bei der Hälfte schon aufgeben ich habe mir dabei was gedacht.

Wie definiere ich Sexismus?


Mir ist es wichtig folgendes zu wissen, Sexismus hat, wie zB auch Rassismus, immer eine Machtkomponente, zB indem ich jemanden bevormunde. Ich kann in bestimmten Situationen nicht vollwertig sexistisch sein , nämlich dann wenn meine Aussage keinen Einfluss auf den anderen hat, dann ist es zwar immer noch auf eine Art sexistisch, im sinne von diffamierend, aber es fehlt einfach ein wichtiger Teil. Bitte im Hinterkopf behalten.
„Als Sexismus wird die auf das Geschlecht (lat. sexus) bezogene Diskriminierung bezeichnet. Unter dem Begriff werden Geschlechterstereotype, Affekte und Verhaltensweisen gefasst, die einen ungleichen sozialen Status von Frauen und Männern zur Folge haben oder darauf hinwirken. Sexismus ist in vielen westlichen Ländern Gegenstand von Gesetzgebung und Sozialforschung, insbesondere der Gender Studies und der Vorurteilsforschung. „ -http://de.wikipedia.org/wiki/Sexismus


Sind Videospiele nun sexistisch. Ja und Nein. Warum? Wichtig ist immer die Herangehensweise. Ich werde immer Sexismus finden. Allerdings auch das Gegenteil, es geht mir darum wie wir es angehen. Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Das Spiel X-Blades

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Und oh Mann, das Spiel ist so ein richtiger Klogriff. Aber das nur am Rande, ich werde nun eine Argumentation aufführen. Und bevor ihr dann Wütend zum Kommentar greif, denkt bitte daran, dass ich ein Ziel verfolge und ihr deshalb bis zur Endaussage warten solltet. Gut Argumentieren wir dafür, warum X-Blades nicht nur schlecht, das wissen wir eh, sondern aus Sexistisch gegenüber Frauen ist.


Ich möchte mich hierauf die Ajumi beziehen. Als erstes das ersichtlichste: Ihr Modell: Etwas kleiner, knappe Kleidung, knackiger Hintern, größere Brüste, lange Blonde Haare, blaue Augen. Wer das Wort kennt, weiß welches ihr jetzt denken solltet. Diese Darstellung der Frau im Spiel ist einfach nicht richtig, es ist eine Darstellung die so nicht erfüllt werden kann und ein „Idealbild“ darstellt, welches Real so nicht existent ist. Weiterhin ist sie, in der Geschichte zumindest, intelligent und stark. Sie ist quasi ein „Held“ im Frauenkörper. Durch diese Darstellung messe ich andere an ihr und setzte sie ins Verhältnis. Du bist nicht so schön wie Ajumi, schade für dich. Du bist nicht so schlau, das tut mir Leid. Da Geschichten auch immer einen gewissen zeitgeist widerspiegeln haben wir damit eine Rolle für Frauen definiert hier. Und das ist Sexistisch, in meinem Sinne.
Contain you Comments! Warte auf die Auflösung.


Drehen wir den Spieß um für Männer
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Wer kennt sie nicht, die Astartes. Die ultimativen Männer, ich meine Krieger des Universums. Aber warum kann ich, und wie im groben, sie als sexistisch gegenüber Männern stellen? Ganz einfach. Wir legen die gleiche Standards an.

Zuerst der Körperbau, ein Spacemarine ist riesig, muskelbepackt, ein Krieger, furchtlos, kennt keine Angst oder Schmerz er ist der Über Mann. Etwas dem wir niemals gerecht werden können. Er sterilisiert die Rollengebung des Mannes, die Essenz davon, so extrem, dass wir wie Mickerlinge daneben wirken. Wir sollen so sein. Sein Charakter: In seiner Welt ist er unerschütterlich. Es gibt fast nichts was ihn bricht. Du bist kein Mann, wenn du nicht diese Rolle erfüllst, schade für dich, wenn du nicht so schlau bist, blöd für dich, wenn du nicht so stark bist.



Gleiche Argumentation oder? Aber jetzt wird es interessant. X-Blade lasse ich nun weg, da es sexistisch ist, es glorifiziert einfach nur einen Smexy Pappaufsteller der Jigglybones in den Brüsten hat. Daher konzentrieren wir uns nun auf Space Marine, denn jetzt will ich darin kurz Sexismus gegen Frauen, aka Opferrolle, vorstellen. Wartet dann auf den letzten Schritt!



Die Space Marine Story im groben – Orks greifen eine Welt an, die Über Männer kommen um die Welt zu retten, doch dahinter steckt natürlich viel mehr, denn die bösen Über Männer sind auch da und machen Ärger. Auf dem Weg zum ersten Plotpunkt treffen wir auf Leutnant Mira, eine junge Frau in höchster Not. Selbstverständlich retten wir sie und dann den Planeten. Ach diese Rollenklischees. Sexistisch nicht wahr? Ich spreche ihnen die „Wahl“ ab, Mann ist Held, Frau ist Opfer.



„ Unter dem Begriff werden Geschlechterstereotype, Affekte und Verhaltensweisen gefasst, die einen ungleichen sozialen Status von Frauen und Männern zur Folge haben oder darauf hinwirken.“ - s.o


Und jetzt kommt endlich der Knackpunkt. Nein, das Spiel ist zwar von der Story her einfach gestrickt. Aber es ist nicht rein sexistisch. Sowohl Titus als auch Mira wachsen während der Geschichte aus ihrer Rolle heraus. So entwickelt Titus Gefühle und Zweifel, was seinem Bild als Über Mann widerspricht auch wenn er sich allem Stellt, er ist ein Held ja, aber er ist nicht nur ein Held – ist er doch ein Astartes, daraus ergeben sich innerhalb des Universums gewisse Grenzen. Mira ebenfalls. Ja wir retten sie aber auch sie trägt nun mit zum „Sieg“ bei. Sie ist nicht mehr Opfer, nein sie war es sogar nie richtig. In der Story wird die Führungsriege vernichtet und sie bleibt als letzte höchste Instanz zurück. Anstatt zu verzweifeln und ein „Opfer“ zu werden, was sie als Frau müsste nach einigen Aussagen bestimmter Personen online, versucht sie sich zu behaupten. Sie wird quasi genau wie Titus zu einem Helden, welcher sein möglichstes tut. Somit kann Space Marine nicht, nach meiner Auffassung, richtigen Sexismus ausüben, denn der Welt, in der es Spiel, ist es in der Situation egal ob Mira/Titus Mann oder Frau ist. Die Story würde mit einem Austauschen der Geschlechter immer noch funktionieren. Fazit: Ist Space Marine sexistisch, ja es hat Rollenklischees die Geschlecht spezifisch sind und nein, es bricht eben jene Klischees auch.


Gut mein nächster Teil ist kurz. Ich sah ein Video worum es darum geht, dass Watch_Dogs sexsistisch ist, da Frauen nur Opfer sind. Stickpunkte. Frauenhandel, männliche Antagonisten. Aber lasst mich den Spieß kurz umdrehen: Es ist Sexistisch gegenüber Männern, da ihnen die Opferrolle abgesprochen wird, so bevormunde ich sie und schaffe ein soziales Ungleichgewicht. Also, wenn etwas sexistisch gegen Frauen ist, ist es meist auch Sexistisch gegen Männer, vorallem sobald beide Geschlechter involviert sind. Jetzt die Keraussage dazu: Wenn ich mich auf den Sexismus, welcher gegen Frauen gerichtet ist, fixiere, so schaffe ich gleichzeitig eine Art Sexismus gegen Männer. Warum? Sobald ich mich nur auf eine Seite fixiere, spreche ich den Anderen Seite die Notwendigkeit von Hilfe ab, und schaffe so ein Ungleichgewicht.


Fazit:
Spiele sind Geschichten und irgendwo spiegeln sich in Geschichten immer Stereotypen wieder. Aber wir sollten endlich aufhören nur mit dem Linken Auge umzuschauen, wir sollten beide Aufmachen. Wenn wir Spiele/Filme/Bücher Sexismus gegen Frauen vorwerfen müssen wir es auch für Männer untersuchen. Eine einseitige Argumentation führt immer in eine Sackgasse und ist, meiner Meinung nach nur für einen Zweck zu gebrauchen: Anregung über etwas nachzudenken. Ich hoffe man versteht nun, warum ich einige sehr plakativ gestaltet habe, ich wollte euch dazu bringen zu sagen. „Nein, das stimmt doch gar nicht!“ Ich hätte für meine Argumentation auch Star Craft hernehmen können, auch hier wäre es ohne Probleme möglich die Argumentation gleich aufzuziehen, aber da kochen die Gemüter sicher schneller hoch als bei Astartes. Gut kommen wir zum Ende: Wir müssen die fixierung auf eine Seite beenden, denn die „Damsel in Distress“ ist auch eine Art Sexismus gegenüber den Männern, das sollten wir uns deutlich machen. Andererseits müssen wir uns auch eingestehen, dass Spiele Spiele sind und Geschichten Geschichten.
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