Seite 2 von 3 123
21Gefällt mir
  1. #21
    Erfahrener Benutzer

    Registriert seit
    26.07.2016
    Beiträge
    376
    Zitat Zitat von NOT-Meludan Beitrag anzeigen
    Das sicherlich nicht, aber es braucht immer einen Therapeuten/Psychologen, um das als Sucht zu verifizieren. Ohne diese Diagnose kann einem nicht geholfen werden!
    Das stimmt nicht.. natürlich ist es in der Regel sinnfrei, bei entsprechendem Verhalten nicht zum Arzt zugehen und sich selbst zu therapieren, aber es braucht eben nicht immer Hilfe von extern. Es finden sich genug geschichten von Menschen, die ihre Drogensucht mit nem kalten Entzug und der Aufgabe des sozialen Umfelds erfolgreich selbst therapiert haben, je nach Sucht-Ursache natürlich anders gelagert/ gewichtet.
    Und wenn ich mich mit Lootboxen oder whatever kurz vor den Ruin bringe, brauche ich ebenfalls keinen Arzt, der mir eine Sucht diagnostiziert.
    Drake802 hat "Gefällt mir" geklickt.

    •   Alt

      Anzeige
      Bitte einloggen, um diese Anzeige auszublenden.
       

  2. #22
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von NOT-Meludan
    Registriert seit
    24.02.2015
    Beiträge
    1.089
    Zitat Zitat von nevermind85 Beitrag anzeigen
    Das stimmt nicht.. natürlich ist es in der Regel sinnfrei, bei entsprechendem Verhalten nicht zum Arzt zugehen und sich selbst zu therapieren, aber es braucht eben nicht immer Hilfe von extern. Es finden sich genug geschichten von Menschen, die ihre Drogensucht mit nem kalten Entzug und der Aufgabe des sozialen Umfelds erfolgreich selbst therapiert haben, je nach Sucht-Ursache natürlich anders gelagert/ gewichtet.
    Und wenn ich mich mit Lootboxen oder whatever kurz vor den Ruin bringe, brauche ich ebenfalls keinen Arzt, der mir eine Sucht diagnostiziert.
    Doch, eine Sucht wird immer von einem Therapeuten/Psychologen verifiziert. Anders geht es nicht. Man mag es sicher aus eigenem Wissen so identifizieren können, aber das sollte man lieber nicht machen.
    Eine Sucht hat meist auch zusätzliche Ursachen und die sollte man bestmöglich identifizieren für eine bessere "Heilung".

    Ja, es gibt Menschen die sich selbst "therapieren" und wo es auch funktioniert hat, aber ich bitte bei aller Liebe darum, das sollte man so nicht machen.
    Es ist extrem gefährlich und unverantwortlich sich selbst und seiner Umwelt gegenüber. Auf jeden einzelnen Fall, wo es funktioniert hat, kommen hundert Fälle wo es nicht funktioniert und es danach auch schlimmer werden kann.
    Gerade ein kalter Entzug ist im höchsten Maße gefährlich für einen Betroffenen. Gerade wenn es körperliche Funktionen beeinflusst, ist dies in bestimmten Fällen durchaus tödlich!
    Daher sollte man sich wirklich besser externe Hilfe holen, das erhöht die Chancen immens und beugt auch Rückfällen etc. vor.
    Eine Sucht ist nie wirklich vorbei, es braucht lebenslange Arbeit/Hilfe, um Rückfälle o.ä. zu vermeiden.

    Es gibt jetzt diesen einen Fall, wo eine Person sich mit Lootboxen u.ä. "ruiniert" hat, aber bei Betrachtung seines Falles ist es trotz allem eine Videospielsucht. Die Lootboxen sind nur ein Symptom eines anderen Problemes.
    Wären es nicht Lootboxen, dann wäre es halt Mikrotransaktionen oder etwas ähnliches.
    Lesen - denken - schreiben - denken - posten - verzweifeln.
    Realität ist relativ.

  3. #23
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von Orzhov
    Registriert seit
    06.08.2014
    Beiträge
    3.243
    Zitat Zitat von NOT-Meludan Beitrag anzeigen
    Tut mir leid, aber das tun sie nicht. Sie sprechen den menschlichen Jagd- und Sammeltrieb an. Das Belohnungszentrum wird sicherlich auch stimuliert, aber bei weitem nicht so stark wie Drogen, Glücksspiel usw.
    Und ohne diese Stimulation fehlt schlicht und ergreifend eine Voraussetzung, um es als klassische Sucht zu definieren.
    Videospielsucht gibt es auch meines Erachtens nach, man kann ja auch schon diesbezüglich "behandelt" werden, allerdings hat das einige juristische Grauzonen/Probleme.
    Das würde jetzt aber zu sehr ins Detail gehen.
    Sicher wollen Publisher das Ganze nicht als Glücksspiel definiert sehen, aber die Lobby in Deutschland dürfte da nicht sonderlich stark sein, da nicht unbedingt viele Publisher hier vor Ort aktiv sind im größeren/relevanten Rahmen.
    Zur Regulierung wird es wohl in ein paar Jahren kommen, aber Schnellschüsse würde ich nicht erwarten.
    Danke für deine sachlichen und unaufgeregten Beiträge zu dem Thema.

    Diesen einen Punkt möchte ich gerne noch einmal aufgreifen. Ich drücke es mal sehr stark verallgemeinert aus, da ich die genauen Bedingungen und Wechselwirkungen nicht kenne.

    Angenommen ich könnte durch Gamedesign gezielt die menschlichen Triebe und auch das Belohnungszentrum im menschlichen Gehirn ansprechen und zu einem gewissen Grad eine Konditionierung erreichen. Wäre es dann wirklich so unwahrscheinlich das ich süchtiges oder suchartiges Verhalten auslösen kann, wenn ich mein Gamedesign ändere?

  4. #24
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von NOT-Meludan
    Registriert seit
    24.02.2015
    Beiträge
    1.089
    Zitat Zitat von Orzhov Beitrag anzeigen
    Angenommen ich könnte durch Gamedesign gezielt die menschlichen Triebe und auch das Belohnungszentrum im menschlichen Gehirn ansprechen und zu einem gewissen Grad eine Konditionierung erreichen. Wäre es dann wirklich so unwahrscheinlich das ich süchtiges oder suchartiges Verhalten auslösen kann, wenn ich mein Gamedesign ändere?
    Im Prinzip tun Spiele das schon. Und das auf sehr unterschiedlichen Ebenen und diverse Arten.
    Achievements sind z.B. so ein Fall. Sie sprechen den Sammeltrieb an, manche wollen einfach jeden Erfolg haben, sonst "fühlt" sich das Spiel nicht komplettiert an.
    Oder auch Assassins Creed, dort sind die vielen kleinen Symbole als Versuchung für das Gehirn platziert. Dort sind die Symbole als Anreiz verteilt, damit man dort die jeweilige vorgesehene Aufgabe erledigt.
    Wobei man jetzt Origins nehmen kann, dort soll eher die natürliche Neugier genutzt werden und spricht einen ganz anderen Teil an.
    Die Lootboxen in Overwatch allerdings sollen bewusst das Belohnungszentrum ansprechen. Wieder ein Level aufgestiegen? Hier, eine geschenkte Lootbox. Dies soll das Spiel insgesamt mit einem positiven Gefühl unterlegen und zum wieder spielen führen.
    In Overwatch hat es allerdings keinen intensiven Einfluss. Es ist vergleichbar mit einer Tafel Schokolade, die man sich z.B. immer wieder nach einer erfolgreichen Leistung gezielt als Belohnung gönnt. Der Effekt ist vom Grundsatz her gleich, nur die Intensität unterscheidet sich massiv zu ähnlichen "Techniken".
    Inzwischen arbeiten wahrscheinlich bei so ziemlich jedem Publisher auch Psychologen mit, man sucht ja nach wegen, damit die Leute das Spiel als angenehm und zufriedenstellend empfinden.
    Das funktioniert ja nicht nur über das Spiel selbst, sondern auch über unterschwellige Reize und Empfindungen.

    Konditionierung wäre in dem Sinne eher das falsche Wort. Konditionierung erfolgt anders und hat andere Mechanismen. Was du meinst ist eher als Gewöhnungseffekt zu bezeichnen.
    Etwas das jeder Mensch immer wieder erfährt und auch ganz natürlich ist. Man gewöhnt sich an etwas und empfindet den Zustand als normal. Damit man die gleiche Intensität des Gefühls wieder erleben kann, muss die Dosis gesteigert werden.
    Es sei denn, es liegt genug "Ruhezeit" zwischen den einzelnen Schüben, dann ist es nahezu jedes mal so intensiv wie beim ersten mal.
    Ein Vorgang auf dem klassische Drogen wie Heroin etc. funktionieren. Hier ist die Ursache allerdings physisch, da die Drogen direkt an das Belohnungszentrum koppeln und auch zu einer direkten Abhängigkeit führen können.
    Glücksspiel ist da mehr in der Stimulation der Reize und schüttet die Hormone in einem anderen Verhältnis aus. Die Effekte sind sich äußerlich betrachtet ähnlich, aber es gibt dennoch große Unterschiede.

    Man muss aber beachten, dass man all dies nicht auf jeden gleich beziehen kann, da jeder Mensch halt anders ist und sich immer noch bewusst entscheiden kann. Man sollte aber nicht vergessen, dass manche Menschen mehr gefährdet sind, als andere.
    Aber woran das liegt, ist bis heute nicht genau festzulegen. Gene, Umwelt, Erziehung usw. spielen da alle mit rein.
    Orzhov hat "Gefällt mir" geklickt.
    Lesen - denken - schreiben - denken - posten - verzweifeln.
    Realität ist relativ.

  5. #25
    Erfahrener Benutzer

    Registriert seit
    26.07.2016
    Beiträge
    376
    Zitat Zitat von NOT-Meludan Beitrag anzeigen
    Doch, eine Sucht wird immer von einem Therapeuten/Psychologen verifiziert.
    Nein, das stimmt schlichtweg nicht. I.d.R. wird eine Sucht von einem Psychologen diagnostiziert, es ist aber eben nicht immer notwendig. Ich sage auch nicht, dass es sinnvoll ist, sich selbst um die Probleme zu kümmern; ganz im Gegenteil bin ich der Meinung, das sich viel mehr Menschen professionelle Hilfe holen sollten. Nur stimmt eben Deine Aussage so nicht.

    Zitat Zitat von NOT-Meludan Beitrag anzeigen
    Es gibt jetzt diesen einen Fall, wo eine Person sich mit Lootboxen u.ä. "ruiniert" hat, aber bei Betrachtung seines Falles ist es trotz allem eine Videospielsucht. Die Lootboxen sind nur ein Symptom eines anderen Problemes.
    Wären es nicht Lootboxen, dann wäre es halt Mikrotransaktionen oder etwas ähnliches.
    Mir pers. ist es völlig egal, ob das jetzt als Spielsucht oder Videospiel-Sucht, Microtransaction-, Online-, DLC-Sucht heißt. Ausschlaggebend sollte in dieser Diskussion auch nicht sein, ob Lootboxen Glücksspiel sind oder nicht, sondern die zugrunde liegende Ursache für das Suchtverhalten.

  6. #26
    Erfahrener Benutzer

    Registriert seit
    22.04.2005
    Beiträge
    156
    Zitat Zitat von Cicero Beitrag anzeigen
    Kurz was Offtopic eingeworfen: Danke an Not-Meludan, Orzhov und Drake! Ganz starker und angenehmer Diskussionsstil. Sachlich, aufeinander eingehend und ohne persönliche Angriffe. Findet an heute leider nicht mehr so oft... Chapeau!
    Sich gegenseitig zu zerfleischen bringt bei dem Thema ja auch nichts. Zumindest was das Thema "Lootboxen sind Glücksspiel" betrifft sind sowol die Pro wie auch die Kontra Argumente nachvollziebar.
    Darüber das man als Spieler gerne auf Lootboxen verzichten kann sind wir uns ja einig

    Zitat Zitat von nevermind85 Beitrag anzeigen
    Das stimmt nicht.. natürlich ist es in der Regel sinnfrei, bei entsprechendem Verhalten nicht zum Arzt zugehen und sich selbst zu therapieren, aber es braucht eben nicht immer Hilfe von extern. Es finden sich genug geschichten von Menschen, die ihre Drogensucht mit nem kalten Entzug und der Aufgabe des sozialen Umfelds erfolgreich selbst therapiert haben, je nach Sucht-Ursache natürlich anders gelagert/ gewichtet.
    Und wenn ich mich mit Lootboxen oder whatever kurz vor den Ruin bringe, brauche ich ebenfalls keinen Arzt, der mir eine Sucht diagnostiziert.
    Auch wenn ich dir im grunde recht gebe ist das was du geschrieben hast nicht allgemein zu empfehlen.
    Je nach Suchtmittel kann der Versuch eines kalten Enzugs zum Tod führen. Das schließt eine Überdosis bei abbruch des entzuges mit ein!
    Selbst der Enzug von Psychofarmaka kann wegen Suizidgefahr tödlich enden. Auch wenn das in dem Fall eher extremst selten ist.
    Bei den härterren Drogen ist es besser und sicherer wenn man vorher zu einem Arzt geht und den Entzug unter ärztlicher Auffsicht durchführt!

    Zitat Zitat von NOT-Meludan Beitrag anzeigen
    Doch, eine Sucht wird immer von einem Therapeuten/Psychologen verifiziert. Anders geht es nicht. Man mag es sicher aus eigenem Wissen so identifizieren können, aber das sollte man lieber nicht machen.
    Eine Sucht hat meist auch zusätzliche Ursachen und die sollte man bestmöglich identifizieren für eine bessere "Heilung".

    Ja, es gibt Menschen die sich selbst "therapieren" und wo es auch funktioniert hat, aber ich bitte bei aller Liebe darum, das sollte man so nicht machen.
    Es ist extrem gefährlich und unverantwortlich sich selbst und seiner Umwelt gegenüber. Auf jeden einzelnen Fall, wo es funktioniert hat, kommen hundert Fälle wo es nicht funktioniert und es danach auch schlimmer werden kann.
    Gerade ein kalter Entzug ist im höchsten Maße gefährlich für einen Betroffenen. Gerade wenn es körperliche Funktionen beeinflusst, ist dies in bestimmten Fällen durchaus tödlich!
    Daher sollte man sich wirklich besser externe Hilfe holen, das erhöht die Chancen immens und beugt auch Rückfällen etc. vor.
    Eine Sucht ist nie wirklich vorbei, es braucht lebenslange Arbeit/Hilfe, um Rückfälle o.ä. zu vermeiden.

    Es gibt jetzt diesen einen Fall, wo eine Person sich mit Lootboxen u.ä. "ruiniert" hat, aber bei Betrachtung seines Falles ist es trotz allem eine Videospielsucht. Die Lootboxen sind nur ein Symptom eines anderen Problemes.
    Wären es nicht Lootboxen, dann wäre es halt Mikrotransaktionen oder etwas ähnliches.
    Sorry, aber die Aussage das nur ein Fachatzt eine Suchterkrankung Diagnostizieren und behandeln kann ist falsch. Das Beweisen schon die vielen Anonymen Gruppen mit ihrem 12 Schritte Programm!
    Es wurde zwar von zwei Ärzten erfunden aber die wollten damit ihre Alkoholsucht heilen. Was ihnen ja auch gelang. Heute gibt es nicht nur die am besten bekannten AA Meetings sondern für nahezu alle Suchterkrankungen. Die werden zwar manchmal von Ärzten empfohlen, in den Meetings selbst sind aber nur dann Ärzte zu finden wenn diese selbst betroffen sind.

    Mit deiner Aussage sprichst du jedem suchtkranken die Fähigkeit ab jemals wieder selbst reflektieren und eigenverantwortlich handeln zu können. Als betroffener fühle ich mich von deiner Argumentation diesbezüglich schon etwas angegriffen. Ja, mir ist bewusst das dies nicht deine Absicht gewesen ist
    Wie ich oben aber bereits geschrieben habe halte auch ich es nicht für sinnvoll immer auf eine fachäztliche Behandlung zu verzichten. Das betrifft allerdings nur wenige wirklich riskante stoffliche Suchtmittel oder wenn der eigene Versuch gescheitert ist.

    Was die verbote von Lootboxen und den Spielemechaniken angeht gebe ich dir nur teilweise recht. Das man beides verbieten kann und das auch durchsetzbar ist wenn die Politik den willen dazu hat sieht man ganz gut an Spielen mit besonders verherrlichender Gewalt und solchen die Hakenkreuze usw enthalten. Die bekommen recht schnell eine FSK 18 oder werden gleich auf den Index gesetzt wenn sie nicht entsprechend angepasst sind.

    Ich persönlich sehe Lootboxen als Glücksspielvariante an. Ob das nun so zutrifft sei mal dahingestellt. Ich denke aber das man sich darauf einigen kann das Lootbox Mechaniken eine Überprüfung und angemessener reglementierung seitens der Politik nötig haben. An ein generelles verbot glaube ich auch nicht, muss auch gar nicht sein wenn die reglementierungen mit Verstand vorgenommen werden.
    Daran glaube ich allerdings auch nicht

    Wie auch immer wir werden sehen was (und wann) die Politik daraus macht.

  7. #27
    Erfahrener Benutzer

    Registriert seit
    22.04.2005
    Beiträge
    156
    Zitat Zitat von stiernacken80 Beitrag anzeigen
    Mal wieder ein Thema für den Papa.
    So so ... dann muss der eine Papa dem anderren Papa scheinbar mal in Erinerrung rufen das keine Sucht schlimmer oder besser ist als eine anderre.
    Da deine Wortwahl zeigt das du greade scheinbar auf krawall gebüsrtet bist gehe ich auch nicht weiter auf dich ein. Wenn dich die Disskusion so dermaßen stört dann beteilige dich einfach nicht daran!

  8. #28
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von NOT-Meludan
    Registriert seit
    24.02.2015
    Beiträge
    1.089
    Zitat Zitat von nevermind85 Beitrag anzeigen
    Nein, das stimmt schlichtweg nicht. I.d.R. wird eine Sucht von einem Psychologen diagnostiziert, es ist aber eben nicht immer notwendig. Ich sage auch nicht, dass es sinnvoll ist, sich selbst um die Probleme zu kümmern; ganz im Gegenteil bin ich der Meinung, das sich viel mehr Menschen professionelle Hilfe holen sollten. Nur stimmt eben Deine Aussage so nicht.
    Doch, es ist immer eine offizielle Diagnose erforderlich, um dem Patienten helfen zu können!
    Man mag Alkoholsucht usw. selber erkennen können, aber die Diagnose eines ausgebildeten Therapeuten/Psychologen ist in Deutschland immer notwendig.
    Ansonsten gibt es z.B. kein Geld von der Krankenkasse für die Behandlung. Man kann bestehende Gesetze und Verordnungen da nicht einfach ignorieren, weil es einem selber so passt.
    Jeder erkennt z.B. einen gebrochenen Arm, trotzdem muss das von einem Arzt/Sanitäter auch genau so diagnostiziert werden, da auch noch andere Verletzungen vorhanden sein können, die man als normaler Mensch so nicht erkennt.
    Das gleiche Prinzip gilt auch für psychologische/therapeutische Behandlung.

    Mir pers. ist es völlig egal, ob das jetzt als Spielsucht oder Videospiel-Sucht, Microtransaction-, Online-, DLC-Sucht heißt. Ausschlaggebend sollte in dieser Diskussion auch nicht sein, ob Lootboxen Glücksspiel sind oder nicht, sondern die zugrunde liegende Ursache für das Suchtverhalten.
    Nennen kann man es unterschiedlich, aber die Ursachen sind vielfältig und unterschiedlich wie die Menschen selbst. Die Ursache zu finden ist Aufgabe von Psychologen/Therapeuten. Das kann von einem Trauma aus der Kindheit, über persönliche Probleme und noch viel mehr an Ursachen haben, die man nicht von außen sehen kann und nicht nebenbei herausfindet.


    Zitat Zitat von Drake802 Beitrag anzeigen
    Sorry, aber die Aussage das nur ein Fachatzt eine Suchterkrankung Diagnostizieren und behandeln kann ist falsch. Das Beweisen schon die vielen Anonymen Gruppen mit ihrem 12 Schritte Programm!
    Es wurde zwar von zwei Ärzten erfunden aber die wollten damit ihre Alkoholsucht heilen. Was ihnen ja auch gelang. Heute gibt es nicht nur die am besten bekannten AA Meetings sondern für nahezu alle Suchterkrankungen. Die werden zwar manchmal von Ärzten empfohlen, in den Meetings selbst sind aber nur dann Ärzte zu finden wenn diese selbst betroffen sind.
    Anonyme Gruppen sind eine zusätzliche Hilfe, die man ohne großen Aufwand aufsuchen kann und auch sollte, wenn man meint betroffen zu sein. Aber auch in anonymen Gruppen werden oft Psychologen/Therapeuten/Ärzte eingeladen, um über die Themen zu informieren und ggf. die Leute zu ermuntern, sich professionelle Hilfe zu suchen. Die Gruppen sind eine Erweiterung des Angebotes, aber kein Ersatz.
    Viele gehen da auch hin, weil es an offiziellen Angeboten schlicht und ergreifend mangelt, da nicht ausreichend Personal vorhanden ist. Auch Angst ist oft ein entscheidender Faktor nicht zum Psychologen zu gehen.
    Es ist gesellschaftlich leider immer noch "verpönt" sich solche Schwächen einzugestehen, auch wenn dies sich in den letzten Jahren deutlich verbessert hat!

    Mit deiner Aussage sprichst du jedem suchtkranken die Fähigkeit ab jemals wieder selbst reflektieren und eigenverantwortlich handeln zu können. Als betroffener fühle ich mich von deiner Argumentation diesbezüglich schon etwas angegriffen. Ja, mir ist bewusst das dies nicht deine Absicht gewesen ist
    Wie ich oben aber bereits geschrieben habe halte auch ich es nicht für sinnvoll immer auf eine fachäztliche Behandlung zu verzichten. Das betrifft allerdings nur wenige wirklich riskante stoffliche Suchtmittel oder wenn der eigene Versuch gescheitert ist.
    Nein, tue ich nicht. Man muss aber unterscheiden in den Fällen. Suchtkranke haben oft in vielen Fällen die Kontrolle über ihr Leben oder Teilen davon auf unterschiedliche Art und Weise verloren. Eine Therapie soll dem Patienten helfen diese Kontrolle wieder zu gewinnen.
    Der Kontrollverlust drückt sich in vielfältiger Art und Weise aus, da kann man schlecht verallgemeinern. Viele stellen sich ja immer das extreme vor, nach dem Motto der liegt nur noch im Bett und kommt nicht mehr hoch usw. Dies ist aber eine verbreitete falsche Vorstellung.
    Wer z.B. nicht mehr gut leben kann, ohne permanent und andauernd am PC zu spielen, hat einen Teil seines Lebens dem PC untergeordnet. Eine Therapie soll dem Patienten diese Kontrolle zurück geben und ihm zeigen, dass er den PC kontrolliert und nicht er vom PC kontrolliert wird/abhängig ist.
    Und es ist ähnlich wie beim Alkohol, es bleibt ein lebenslanger "Kampf" abhängig von der Schwere der Sucht. Wenn man nicht aufpasst, kann man gerade beim PC wieder in alte Verhaltensweisen zurückfallen und das soll bestmöglich verhindert werden.
    Und sollte ich dich beleidigt haben, so möchte ich mich dafür ausdrücklich entschuldigen. Zwar sehe ich da jetzt irgendwo keine Beleidigung, aber sollte ich dies unbewusst/ignorant gemacht haben, dann bedaure ich dies.


    Was die verbote von Lootboxen und den Spielemechaniken angeht gebe ich dir nur teilweise recht. Das man beides verbieten kann und das auch durchsetzbar ist wenn die Politik den willen dazu hat sieht man ganz gut an Spielen mit besonders verherrlichender Gewalt und solchen die Hakenkreuze usw enthalten. Die bekommen recht schnell eine FSK 18 oder werden gleich auf den Index gesetzt wenn sie nicht entsprechend angepasst sind.
    Natürlich kann man es ad hoc verbieten, nur hat das politische und wirtschaftliche Auswirkungen, die man vorher bedenken muss. Siehe z.B. die Klage der Energieversorger gegen die BRD wegen der Abschaltung der AKW. Der Grundgedanke ist völlig richtig und gut, aber er ist rechtlich völlig falsch gewesen, weswegen der Steuerzahler nachträglich mehrere Milliarden an die Stromversorger zahlen darf. Daher sollte man sich bei politischen Entscheidungen vor Schnellschüssen möglichst fern halten, dies verursacht oft mehr langfristige Probleme, als aktuell da sind.

    Und die USK ist eine Abspaltung der FSK und dient zum Schutz der Jugend vor gewaltverherrlichenden Spielen etc. Das Problem ist nur, die Institution ist durchsetzt von alten Menschen, die eine völlig andere Moralvorstellung haben. Was heute veröffentlicht wird, wäre noch vor 10-15 Jahren auf dem Index gelandet und hätte nicht beworben oder gar vertrieben werden dürfen. Es gab Spiele die auf dem Index gelandet sind, weil man angeblich den Krieg simuliert erleben konnte. Dabei waren das nur ein paar Pixel, wo man schon sehr phantasievoll dafür sein musste. Es waren alte Menschen die meinen sie müssen ihre Moral der Jugend absolut aufdrücken (weil nur sie wissen, was gut und richtig ist)
    Aber ich merke, ich schweife vom Thema ab, da könnte man eine ganz neue lange Diskussion zu aufmachen.

    Ich persönlich sehe Lootboxen als Glücksspielvariante an. Ob das nun so zutrifft sei mal dahingestellt. Ich denke aber das man sich darauf einigen kann das Lootbox Mechaniken eine Überprüfung und angemessener reglementierung seitens der Politik nötig haben. An ein generelles verbot glaube ich auch nicht, muss auch gar nicht sein wenn die reglementierungen mit Verstand vorgenommen werden.
    Daran glaube ich allerdings auch nicht

    Wie auch immer wir werden sehen was (und wann) die Politik daraus macht.
    Das sei dir auch unbenommen und gehört zu einer Diskussion/Kontroverse dazu. Ich sehe Lootboxen aktuell nicht als Glücksspiel, da die Definition nicht erfüllt wird.
    Bin ich ein Freund von Lootboxen? Mitnichten, aber wir Spieler sind mit an der Situation Schuld und sollten dies auch nicht leugnen, was aber viele ja unbewusst leider machen.
    Überprüft und ggf. reguliert werden müssen sie aber definitiv. Nur wird das noch eine ganze Weile dauern, bis dahin müssen wir uns damit irgendwie arrangieren bzw. uns dagegen entscheiden.

    Oh, Reglementierungen und Gesetze sind immer mit Verstand gemacht, das Problem sind nur die Einflüsse auf solche Entscheidungen. Die Kunst von Politik ist es, alle Seiten bestmöglich zufrieden zu stellen. Was nun mal nicht gerade leicht ist und oft genug auch leider nicht gelingt. Ich bin parteipolitisch an der Basis aktiv, es gibt wirklich besseres um seine Freizeit gut zu verbringen, da kannst du dir sicher sein. Das ist manchmal schrecklicher als jede Scripted Reality-Sendung im Privatfernsehen.
    Lesen - denken - schreiben - denken - posten - verzweifeln.
    Realität ist relativ.

  9. #29
    Erfahrener Benutzer

    Registriert seit
    30.03.2015
    Beiträge
    246
    Zitat Zitat von NOT-Meludan Beitrag anzeigen
    Es mag manchmal leider so sein/erscheinen, aber es ist das beste was wir bisher haben und es funktioniert auch soweit ganz gut.
    Und daran etwas zu verändern braucht leider seine Zeit, aber die Grundlage muss halt stimmen, sonst gibt es später noch größere Probleme.
    Das Problem bei Videospielen ist halt die allgemeine Geschwindigkeit, mit der sich das alles verbreitet und auf die Menschen auswirkt (Stichwort Digitalisierung).
    Das ganze System ist für den Menschen schlicht und ergreifend zu schnell geworden, um es vernünftig zu verarbeiten und damit umzugehen.
    Darum sind Probleme wie Burn Out inzwischen viel häufiger als je zuvor.
    Die Welt dreht sich noch genau so schnell wie vor 1000 Jahren, nur legen wir Menschen ein immer größeres Tempo vor für uns selbst und dafür sind wir mental/evolutionstechnisch nicht für gerüstet.
    Findest du ? Also das Technische ist doch kein Problem.. Aber das angeblich " Menschliche" schon! und das es kein anderes System gibt, als das System des Bösen liegt an der Tatsache das Politik Herrschen will und es immer gemacht hat. Und Nein es gab bessere Systeme früher Sonst hätten die Griechen die Demokratie nicht erfunden . Diese heutige Schlechte Kopie ( die ist es nicht mal.. ) ist nur gut für die die das Gut finden . Und das ist Subjektive Objektive von diesen eben jenen die entweder die Macht über andere Menschen haben oder profitieren gedacht
    Mit weniger Gesetze könnte vieles viel besser gehen
    gruß

  10. #30
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von NOT-Meludan
    Registriert seit
    24.02.2015
    Beiträge
    1.089
    Zitat Zitat von Cyberthom Beitrag anzeigen
    Findest du ? Also das Technische ist doch kein Problem.. Aber das angeblich " Menschliche" schon! und das es kein anderes System gibt, als das System des Bösen liegt an der Tatsache das Politik Herrschen will und es immer gemacht hat. Und Nein es gab bessere Systeme früher Sonst hätten die Griechen die Demokratie nicht erfunden . Diese heutige Schlechte Kopie ( die ist es nicht mal.. ) ist nur gut für die die das Gut finden . Und das ist Subjektive Objektive von diesen eben jenen die entweder die Macht über andere Menschen haben oder profitieren gedacht
    Mit weniger Gesetze könnte vieles viel besser gehen
    gruß
    Ach, der Beitrag ist so haarsträubend und Off-Topic... da kann man keine weiteren Worte verlieren.....

    "Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen - abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind."
    -Winston Churchill
    SGDrDeath und Drake802 haben "Gefällt mir" geklickt.
    Lesen - denken - schreiben - denken - posten - verzweifeln.
    Realität ist relativ.

  11. #31
    Erfahrener Benutzer

    Registriert seit
    22.04.2005
    Beiträge
    156
    Zitat Zitat von stiernacken80 Beitrag anzeigen
    Wer lesen kann ist selbst im Jahr 2017 noch im Vorteil!

    Ich sagte das es erstmal klassifiziert werden muss und für mich keine Sucht ist, da andere Gründe für diesen Lootboxwahnsinn ausschlaggebend sind.
    Zudem sprach ich bei Glücksspiel, Alkohol usw von RICHTIGEN Süchten.

    Aber man liest ja heute nur noch was man möchte.
    Im bezug auf das krawall machen habe ich vielleicht was rausgelesen das nicht da war. Wenns falsch war entschuldige ich mich.
    Was das mit den "Richtigen" süchten angeht scheinst du aber genau das zu meinen was ich verstanden hatte.
    Warum sind Glücksspiel, Alkohol usw denn mehr "richtige" Süchte als anderre? Klar bei den einen kannst du dich hoch verschulden, der Alk bringt dich irgendwann um aber Süchte haben alle gemeinsam das sie irgendwann das eigene Leben ruinieren.
    Deswegen sollte man die verschiedenen Schicksale auch nicht vergleichen. Weil das was eine Sucht mit einem macht immer gleich scheiße ist!

    Bei dem was die Politik macht fürchte ich das es genau das wird was du geschrieben hast. Wenn überhaupt dann ein Warnhinweis im kleingedrucktem auf der Rückseite. Vielleicht noch ein FSK 18 um die Jugend zu schützen.


    Zitat Zitat von NOT-Meludan Beitrag anzeigen
    Doch, es ist immer eine offizielle Diagnose erforderlich, um dem Patienten helfen zu können!
    Man mag Alkoholsucht usw. selber erkennen können, aber die Diagnose eines ausgebildeten Therapeuten/Psychologen ist in Deutschland immer notwendig.
    Ansonsten gibt es z.B. kein Geld von der Krankenkasse für die Behandlung. Man kann bestehende Gesetze und Verordnungen da nicht einfach ignorieren, weil es einem selber so passt.
    Jeder erkennt z.B. einen gebrochenen Arm, trotzdem muss das von einem Arzt/Sanitäter auch genau so diagnostiziert werden, da auch noch andere Verletzungen vorhanden sein können, die man als normaler Mensch so nicht erkennt.
    Das gleiche Prinzip gilt auch für psychologische/therapeutische Behandlung.
    Das ist was anderres. Du redest von der Finanziellen Seite. Natürlich bekommst du ohne eine Fachäztliche Diagnose keinerlei Unterstützung seitens der Kassen und Kliniken.
    Du suggerierst aber das man keine Wahl hat. Ob dir das als offensichtlich beteiligter(?) an diesem System nun gefällt oder nicht, die gibt es in den meisten fällen eben doch! Ich hoffe das ich dich damit jetzt nicht beleidigt habe, denn beleidigen will auch ich dich nicht.
    Kein Gesetz und keine Vorschrift zwingt mich in eine Behandlung. Das wäre auch völlig sinnlos. Jeder anständige Facharzt weiß das man niemanden dauerhaft zur Abstinenz zwingen kann wenn der Betroffene das selbst nicht will!
    Du kannst einen süchtigen in den Knast stecken oder jemanden in die Geschlossene Psyciatrie stecken wo er zwangsläufig abstinent wird. Die Sucht an sich ist ja auch nicht strafbar sondern das was man macht um diese Sucht zu finanzieren oder bei Drogen eben auch der Besitz und Handel.
    Das Fachärzte und die an diesem beteiligten Personen glauben ihre Methoden wären die einzig richtigen wundert mich nicht. Leider musste ich die Erfahrung machen das der überwiegende teil des (Schul)Therapäutischen Systems genau so krank ist wie die Patienten die es behandeln will. Es kann funktionieren, tut es in vielen fällen auch. Aber das Potential noch mehr Schaden anzurichten ist gewaltig!
    Aber gut jetzt geht es ziemlich ins OT.

    Zitat Zitat von NOT-Meludan Beitrag anzeigen
    Nennen kann man es unterschiedlich, aber die Ursachen sind vielfältig und unterschiedlich wie die Menschen selbst. Die Ursache zu finden ist Aufgabe von Psychologen/Therapeuten. Das kann von einem Trauma aus der Kindheit, über persönliche Probleme und noch viel mehr an Ursachen haben, die man nicht von außen sehen kann und nicht nebenbei herausfindet.
    Da hast du recht, wie man es nennt ist im prinzip unwichtig. "Es" benennen zu können ist aber wichtig um sich damit identifizieren zu können und dann die entsprechenden Schritte zu gehen.


    Zitat Zitat von NOT-Meludan Beitrag anzeigen
    Anonyme Gruppen sind eine zusätzliche Hilfe, die man ohne großen Aufwand aufsuchen kann und auch sollte, wenn man meint betroffen zu sein. Aber auch in anonymen Gruppen werden oft Psychologen/Therapeuten/Ärzte eingeladen, um über die Themen zu informieren und ggf. die Leute zu ermuntern, sich professionelle Hilfe zu suchen. Die Gruppen sind eine Erweiterung des Angebotes, aber kein Ersatz.
    Nur weil in diese Gruppen Psychologen/Therapeuten und Ärzte eingeladen werden bedeutet das nicht das die Meetings auch ohne diese Fachkräfte funktionieren können. Du wärst überascht wie effektiv eine Gruppe sein kann die sich nach dem 12 Schritte Programm selbst Therapiert.
    Damit ist natürlich klinisch durchgeführte Entgiftung gemeint. Die muss man aber auch nicht bei jeder Sucht art durchführen.
    Noch mal, auch eine Schulmedizinische Therapie ist nur eine Unterstützung und Anleitung. Wirklich besiege kann der Süchtige sein Suchtverhalten nur selbst.

    Zitat Zitat von NOT-Meludan Beitrag anzeigen
    ... Auch Angst ist oft ein entscheidender Faktor nicht zum Psychologen zu gehen.
    Was aber auch damit zusammen hängt das man zumindest in den Kliniken immer öfters wie ein kaputtes Auto behandelt wird das nach 6 Wochen (mehr bezahlen die KKs meist nicht) wieder zu funktionieren hat. Was passiert wenn man sich als schwirig Therapierbar herausstellt damit will ich erst gar nicht anfangen ...
    Die Qualität der Psychologen wird auch zunehmend schlechter. Entweder du wirst in Watte gepackt und nach dem Motto "ach du armes armes Ding" behandelt oder man wird zum Fußabtreter eines scheinbar dauer genervten Menschen.
    Vielleicht hatte ich ja nur Pech oder bin zu überempfindlich aber besonders lezterres ist mir überaschend oft passiert und interessanterweise nur mit weiblichen Psychologen ... aber lassen wir das.


    Zitat Zitat von NOT-Meludan Beitrag anzeigen
    Es ist gesellschaftlich leider immer noch "verpönt" sich solche Schwächen einzugestehen, auch wenn dies sich in den letzten Jahren deutlich verbessert hat!
    Da hast du leider recht. Viele können sich einfach nicht vorstellen das man etwas das für sie selbstverstendlich ist zerbrechen kann. Womit eher die Nichtstofflichen süchte gemeint ist.
    Deswegen versuche ich hier ja möglichst offen und Sachlich zu Disskutieren damit da auch mal jemand nahbares ist der über seine Erfahrungen mitteilt. Wobei mir reden lieber wäre
    Das wird auch der Grund sein warum die Person um die es im Artikel geht das offen gelegt hat. Angenehm ist gegenwind in der Situation natürlich ganz besonders nicht aber wenn nur einer versteht lohnt es sich schon.

    Zitat Zitat von NOT-Meludan Beitrag anzeigen
    Nein, tue ich nicht. Man muss aber unterscheiden in den Fällen. Suchtkranke haben oft in vielen Fällen die Kontrolle über ihr Leben oder Teilen davon auf unterschiedliche Art und Weise verloren. Eine Therapie soll dem Patienten helfen diese Kontrolle wieder zu gewinnen.
    Der Kontrollverlust drückt sich in vielfältiger Art und Weise aus, da kann man schlecht verallgemeinern. Viele stellen sich ja immer das extreme vor, nach dem Motto der liegt nur noch im Bett und kommt nicht mehr hoch usw. Dies ist aber eine verbreitete falsche Vorstellung.
    Wer z.B. nicht mehr gut leben kann, ohne permanent und andauernd am PC zu spielen, hat einen Teil seines Lebens dem PC untergeordnet. Eine Therapie soll dem Patienten diese Kontrolle zurück geben und ihm zeigen, dass er den PC kontrolliert und nicht er vom PC kontrolliert wird/abhängig ist.
    Und es ist ähnlich wie beim Alkohol, es bleibt ein lebenslanger "Kampf" abhängig von der Schwere der Sucht. Wenn man nicht aufpasst, kann man gerade beim PC wieder in alte Verhaltensweisen zurückfallen und das soll bestmöglich verhindert werden.
    Da gebe ich dir recht. Die Meetings sind natürlich nur machbar wenn man "noch" oder "wieder" genug Kontrolle über sein Leben hat um selbst oder mit Begleitung hin zu gehen.
    Ist das nicht der Fall dann kommt man um Fachartzt, eventuell entgiftung und Therapie nicht herum.
    Ich meine hier im übrigen ganz explizit die Selbsthilfe Gruppen die nach dem 12 Schritte Programm arbeiten und nicht irgendwelche anderren Gruppen die das nicht tun!

    Zitat Zitat von NOT-Meludan Beitrag anzeigen
    Und sollte ich dich beleidigt haben, so möchte ich mich dafür ausdrücklich entschuldigen. Zwar sehe ich da jetzt irgendwo keine Beleidigung, aber sollte ich dies unbewusst/ignorant gemacht haben, dann bedaure ich dies.
    Nein du hast mich nicht beleidigt, keine Sorge Ich war nur ... wie sagt man so schön "pickiert"

    Auf den Rest deines Posts gehe ich jetzt mal nicht ein. Wird denke ich sonst zu lang.
    Im Moment verlässt mich auch die Lust weiter zu Tippen Außerdem geht das hier grade ziemlich ins OT.
    EDIT: Ich hätte fast damit gerechnet die Zeichen begrenzung überschritten zu haben
    EDIT2: Ok auf eins will ich doch noch eingehen, was die Schuldfrage der Spieler angeht bin ich 100%ig bei dir.
    Cyberthom hat "Gefällt mir" geklickt.

  12. #32
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von MichaelG
    Registriert seit
    04.06.2001
    Ort
    Glauchau
    Beiträge
    19.736
    Ich denke einfach, daß die digitale Sucht (egal ob Spiele oder Glückspiele) bislang noch zu wenig beachtet wurde (Neuland). Auch Dinge wie Social Media Plattformen (Facebook) können imho eine Sucht auslösen. Aber diese hat sich zeitgleich zur Onlineverbreitung der Bevölkerung entwickelt.

    Und ich denke auch, daß das ganze System der Lootboxen unter eine gewisse Regulierung gehört. Insbesondere sehe ich hier die Gefahr, daß Spiele die zwar per se für Minderjährige geeignet wären (irgendwelche Farmerama oder ähnliche FB-Spiele durch die Microtransaktionen und Lootboxen eigentlich in die Rubrik Volljährige gehören müßten. Und selbst da besteht die Gefahr daß Leute süchtig werden.
    Drake802 hat "Gefällt mir" geklickt.

  13. #33
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von NOT-Meludan
    Registriert seit
    24.02.2015
    Beiträge
    1.089
    Zitat Zitat von Drake802 Beitrag anzeigen
    Das ist was anderres. Du redest von der Finanziellen Seite. Natürlich bekommst du ohne eine Fachäztliche Diagnose keinerlei Unterstützung seitens der Kassen und Kliniken.
    Du suggerierst aber das man keine Wahl hat. Ob dir das als offensichtlich beteiligter(?) an diesem System nun gefällt oder nicht, die gibt es in den meisten fällen eben doch! Ich hoffe das ich dich damit jetzt nicht beleidigt habe, denn beleidigen will auch ich dich nicht.
    Kein Gesetz und keine Vorschrift zwingt mich in eine Behandlung. Das wäre auch völlig sinnlos. Jeder anständige Facharzt weiß das man niemanden dauerhaft zur Abstinenz zwingen kann wenn der Betroffene das selbst nicht will!
    Du kannst einen süchtigen in den Knast stecken oder jemanden in die Geschlossene Psyciatrie stecken wo er zwangsläufig abstinent wird. Die Sucht an sich ist ja auch nicht strafbar sondern das was man macht um diese Sucht zu finanzieren oder bei Drogen eben auch der Besitz und Handel.
    Da geht es nicht nur um finanzielle Sachen, es geht auch um rechtliche Angelegenheiten und die Chancen der Heilung für den Patienten.
    Die Wahl hat natürlich jeder es so zu machen wie er es für richtig hält, nur ist eine Entscheidung gegen professionelle Hilfe durchaus riskant und für mich persönlich unvernünftig.
    Es gibt viel Unsinn im Internet zu solchen Themen, manches davon sogar im höchsten Maße gefährlich! Ich rate nur jedem, der meint er habe ein Problem in dieser Hinsicht, er möge sich professionelle Hilfe holen.
    Ob er es macht oder nicht, kann ich nicht entscheiden. Aber der erste Schritt zu erkennen, das man ein Problem hat, ist ein guter Anfang.
    Wenn man nur "gering" betroffen ist, dann reicht eine Selbsthilfegruppe völlig aus, aber man sollte wenigstens einmal ein Gespräch bei, in diesem Thema, geschultem Personal geführt haben.
    Wie es danach weitergeht, kann man immer noch entscheiden.

    Nur weil in diese Gruppen Psychologen/Therapeuten und Ärzte eingeladen werden bedeutet das nicht das die Meetings auch ohne diese Fachkräfte funktionieren können. Du wärst überascht wie effektiv eine Gruppe sein kann die sich nach dem 12 Schritte Programm selbst Therapiert.
    Damit ist natürlich klinisch durchgeführte Entgiftung gemeint. Die muss man aber auch nicht bei jeder Sucht art durchführen.
    Noch mal, auch eine Schulmedizinische Therapie ist nur eine Unterstützung und Anleitung. Wirklich besiege kann der Süchtige sein Suchtverhalten nur selbst.
    Diese Treffen funktionieren zumeist immer ohne Psychologen&Co. und das ist auch völlig in Ordnung so. Es entlastet das System in einem gewissen Maße und dafür ist es auch gedacht.
    Psychologen etc. werden nur auf eigenen Wunsch der Gruppe eingeladen. Gesprächsrunden sind hilfreich insofern, das Betroffene erkennen, dass sie nicht allein sind und ein gewisser "Gruppenzwang" erreicht auch Resultate, wenn man es richtig macht.
    Dieses 12 Schritte-Programm wurde hauptsächlich für Alkoholiker entworfen und für anderen Gruppen angepasst. Der Erfolg dieses Verfahrens ist durchaus umstritten und es gibt so gut wie keine relevanten Studien dazu.
    Ich sage immer, was hilft, das hilft. So lange es keinem anderen schadet und der Patient nicht einfach sich selbst überlassen wird, kann auch jeder sich so eines Programms bedienen. Aber es sollte nicht das alleinige Verfahren sein.

    Was aber auch damit zusammen hängt das man zumindest in den Kliniken immer öfters wie ein kaputtes Auto behandelt wird das nach 6 Wochen (mehr bezahlen die KKs meist nicht) wieder zu funktionieren hat. Was passiert wenn man sich als schwirig Therapierbar herausstellt damit will ich erst gar nicht anfangen ...
    Die Qualität der Psychologen wird auch zunehmend schlechter. Entweder du wirst in Watte gepackt und nach dem Motto "ach du armes armes Ding" behandelt oder man wird zum Fußabtreter eines scheinbar dauer genervten Menschen.
    Vielleicht hatte ich ja nur Pech oder bin zu überempfindlich aber besonders lezterres ist mir überaschend oft passiert und interessanterweise nur mit weiblichen Psychologen ... aber lassen wir das.
    Das ist leider wahr, aber es liegt einfach auch daran, dass das System schlicht und ergreifend überlastet ist. Es wird versucht den Schaden notdürftig zu flicken und weiterzumachen. Psychologische Probleme sind heute viel präsenter als je zuvor.
    Es gibt einfach nicht genug Personal in dem Bereich, da immer mehr Leute den Mut haben, sich sowas einzugestehen und Hilfe suchen. Das ist auch gut so und vernünftig, nur hat man nicht genug Personal, Platz und Geld es alles bestmöglich zu machen.
    Psychologen sind auch nur Menschen, manche sind besser zu handhaben, manche schlechter. Wie ein Psychologe später genau praktiziert ist nicht exakt geregelt. Es gibt Spielräume und jeder hat unterschiedliche Ansichten und andere Behandlungen erlernt.
    Da schwankt das in seiner Bandbreite halt sehr. Aber man kann es auch nur schwer reglementieren.

    Da hast du leider recht. Viele können sich einfach nicht vorstellen das man etwas das für sie selbstverstendlich ist zerbrechen kann. Womit eher die Nichtstofflichen süchte gemeint ist.
    Deswegen versuche ich hier ja möglichst offen und Sachlich zu Disskutieren damit da auch mal jemand nahbares ist der über seine Erfahrungen mitteilt. Wobei mir reden lieber wäre
    Das wird auch der Grund sein warum die Person um die es im Artikel geht das offen gelegt hat. Angenehm ist gegenwind in der Situation natürlich ganz besonders nicht aber wenn nur einer versteht lohnt es sich schon.
    Das ist das Problem bei Depressionen, Burn Out usw. sind halt nicht wirklich sichtbar. Man legt es auch immer noch gerne als Schwäche aus, auch wenn es damit nichts zu tun hat. Zum Glück wurde und wird es besser und auch anerkannter in der Gesellschaft.

    Da gebe ich dir recht. Die Meetings sind natürlich nur machbar wenn man "noch" oder "wieder" genug Kontrolle über sein Leben hat um selbst oder mit Begleitung hin zu gehen.
    Ist das nicht der Fall dann kommt man um Fachartzt, eventuell entgiftung und Therapie nicht herum.
    Ich meine hier im übrigen ganz explizit die Selbsthilfe Gruppen die nach dem 12 Schritte Programm arbeiten und nicht irgendwelche anderren Gruppen die das nicht tun!
    Wie gesagt, was hilft, das hilft. Trotzdem sollte man wenigstens einmal einen Besuch bei geschultem Personal gemacht haben und sich dort zumindest einmal beraten lassen.

    Nein du hast mich nicht beleidigt, keine Sorge Ich war nur ... wie sagt man so schön "pickiert"
    Puh, dann ist ja alles gut.
    Lesen - denken - schreiben - denken - posten - verzweifeln.
    Realität ist relativ.

  14. #34
    Benutzer
    Avatar von Bios-Overclocker
    Registriert seit
    02.03.2011
    Beiträge
    79
    Kann doch keiner was dafür wenn der Typ nicht mit Geld umgehen. Aber heftig Mann

    13000 Dollar

  15. #35
    Erfahrener Benutzer

    Registriert seit
    22.04.2005
    Beiträge
    156
    Zitat Zitat von NOT-Meludan Beitrag anzeigen
    Wie gesagt, was hilft, das hilft. Trotzdem sollte man wenigstens einmal einen Besuch bei geschultem Personal gemacht haben und sich dort zumindest einmal beraten lassen.
    Da ich mal auf grund deiner Einstellung und die art wie du schreibst darauf tippe das du Psychologe/Therapeut oder Pfleger in dem Bereich bist nimm mir das jetzt bitte nicht krumm ...
    nur bin ich der Meinung das ein Psychologe oder Therapäut nicht besser geschult sein kann als eine Gemeinschaft aus gleichgesinnten betroffenen.
    Psychologen und Therapeuten haben lange studiert und wissen somit welche Meinung anderre größen in der Psychologie über bestimmte Themen durch beobachtung hatten. Natürlich lernt er auch selbst durch beobachtung dazu (hoffentlich). Was ja nicht heist das dieses Wissen nicht funktioniert. Ich weis auch das es nicht so ... einfach(?) ist wie ich es jetzt darstelle.
    Allerdings fehlt einem Psychologen oder einem Therapäuten die Erfahrung eines Betroffenen der es aus der Sucht geschafft hat. Ausgenommen natürlich die jenigen die selbst diese Erfahrung machen mussten.

    Du behauptest das man zumindest ein einziges mal zu einem Psychologen oder Therapäuten gehen sollte. Das ist meiner Erfahrung nach aber genau das Problem! Sorry, aber alle Fachkräfte die mit Psychologie zu tun haben scheinen die (sorry) Arroganz zu besitzen zu glauben sie könnten jeden Menschen innerhalb einer Stunde beurteilen und Diagnostizieren. So einfach ist das scheinbar aber doch nicht. In der Zeit kann man jemanden in eine sprichwörtliche Schublade packen, mehr aber auch nicht.

    Apropos Diagnosen, ich habe genau so viele verschiedene Diagnosen wie die anzahl der "Ärzte" zu denen ich gegangen bin. Welche davon stimmt den nun oder soll ich mir die aussuchen die mir am besten gefällt? (retorische Frage)

    Ich habe auch beobachtet das dieses System völlig überlastet ist. Leider! Wenn es aber derart überlastet ist das die notwendige Individuelle hilfestellung nicht mehr richtig funktioniert, welchen Sinn hat es dann sich darauf einzulassen? Ist es da nicht Sinnvoller die möglichkeiten zur Selbsthilfe zu stärken anstatt zu versuchen jeden in ein System zu bekommen das kaum noch effectiv arbeiten kann?

    Nur so nebenbei, überlastung ist zwar eine plausible Erklährung allerdings eine ganz miese Entschuldigung für den Schaden der angerichtet wird.
    Geändert von Drake802 (01.12.2017 um 19:54 Uhr)

  16. #36
    Erfahrener Benutzer

    Registriert seit
    17.09.2007
    Beiträge
    995
    @NOT-Meludan

    Ich möchte dir hier meinen Respekt zollen.

    Habe deine Beiträge mit Interesse gelesen und das eine oder andere sicherlich dazu gelernt. Bei mir wurde PTBS vor 15 Jahren diagnostiziert, inklusive Schlaflosigkeit, und falls ich doch einschlafen konnte, Albträume. Da ich nach zwei Sitzungen beim Psychiater gemerkt habe dass es nichts bringt, und keine Psychopharmaka einnehmen wollte, suchte ich die "Beruhigung" in den guten alten Stoffen.
    Bin jetzt seit 2006 clean und es ist wie du es sagst, der Kampf hört niemals auf, einmal süchtig, immer süchtig. Man darf niemals so Arrogant werden zu sagen, "Ich bin jetzt über dem Berg, mir kann jetzt nichts mehr passieren". Es kann immer passieren, egal wie stark und bodenständig man glaubt zu sein, irgendwas kann immer passieren was einen aus der Bahn wirft.
    Vor 15 Jahren war, da gebe ich dir ebenfalls recht, PTBS kaum in Deutschland bekannt, wenn man es so sagen kann. Erst durch die Einsätze der Bundeswehr wurde es anders. Die Hilfe die man damals bekam war ein Witz.

    Mit dem Thema "Sucht" kennst du dich, so wie ich es zumindest beurteilen kann, gut aus. Es ist, wie du es auch geschrieben hast, auch egal um welche Form der Sucht es sich handelt.

    Hoffe dass deine Diskussion mit Drake noch weiter geht. Auch wenn ihr zum ursprünglichem Thema zurückkehrt, Spiele- Lootboxen- was auch immer Sucht, so ist die Heilung, wenn man es so nennen kann, den richtig geheilt wird man nie, sehr ähnlich.

    Nochmal, ich ziehe meinen Hut.
    MichaelG hat "Gefällt mir" geklickt.

  17. #37
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von NOT-Meludan
    Registriert seit
    24.02.2015
    Beiträge
    1.089
    Zitat Zitat von Drake802 Beitrag anzeigen
    Da ich mal auf grund deiner Einstellung und die art wie du schreibst darauf tippe das du Psychologe/Therapeut oder Pfleger in dem Bereich bist nimm mir das jetzt bitte nicht krumm ...
    nur bin ich der Meinung das ein Psychologe oder Therapäut nicht besser geschult sein kann als eine Gemeinschaft aus gleichgesinnten betroffenen.
    Psychologen und Therapeuten haben lange studiert und wissen somit welche Meinung anderre größen in der Psychologie über bestimmte Themen durch beobachtung hatten. Natürlich lernt er auch selbst durch beobachtung dazu (hoffentlich). Was ja nicht heist das dieses Wissen nicht funktioniert. Ich weis auch das es nicht so ... einfach(?) ist wie ich es jetzt darstelle.
    Allerdings fehlt einem Psychologen oder einem Therapäuten die Erfahrung eines Betroffenen der es aus der Sucht geschafft hat. Ausgenommen natürlich die jenigen die selbst diese Erfahrung machen mussten.
    Da möchte ich widersprechen, eine Gruppe ist für mich kein gleichwertiger Ersatz zu einem richtigen Psychologen. Die Gruppe hilft als Unterstützung ungemein, das will ich auch nicht bestreiten, da sie auf einen ähnlichen Erfahrungswert greifen kann und ggf. helfen kann.
    Psychologie ist aber auch sehr viel mehr als das. Es geht um den gesamten menschen inkl. seiner Vergangenheit und was ihn sonst so bewegt. Von Biochemie möchte ich gar nicht anfangen. Oder gar Pharmazeutika. Die wurden ja nicht ohne Grund erfunden und eingesetzt.
    Manche erfolgreich, manche nicht so und dann auch umstrittene Medikamente. Medikamente sollten aber wirklich nur als allerletzte Option genutzt werden, die sollte man nicht wie Bonbons verschreiben.

    Du behauptest das man zumindest ein einziges mal zu einem Psychologen oder Therapäuten gehen sollte. Das ist meiner Erfahrung nach aber genau das Problem! Sorry, aber alle Fachkräfte die mit Psychologie zu tun haben scheinen die (sorry) Arroganz zu besitzen zu glauben sie könnten jeden Menschen innerhalb einer Stunde beurteilen und Diagnostizieren. So einfach ist das scheinbar aber doch nicht. In der Zeit kann man jemanden in eine sprichwörtliche Schublade packen, mehr aber auch nicht.
    Ich behaupte das nicht, ich empfehle das. Ein großer Unterschied. Vorschreiben kann ich keinem etwas und das will ich auch nicht. Eine Stunde reicht sicher nicht aus um irgendwas zu lösen, aber es gibt dem Patienten einen Eindruck, ob er sich dort wohl fühlt und ob es doch etwas bringen könnte. Für mehr sollte die erste Stunde überhaupt nicht da sein. Es geht darum, ob jemand ein Vertrauensverhältnis zum Therapeuten aufbauen kann/möchte. Wenn das nicht gegeben ist, bringt alles weitere nicht wirklich viel. Da das Vertrauen fast unabdingbar für eine erfolgreiche Behandlung ist. Das manche Psychologen auf ihren Beruf etwas einbilden ist relativ verbreitet in der Branche, aber das ist in vielen medizinischen Bereichen so.
    Das Problem in heutiger Zeit ist auch, dass viele Leute googeln und schon mit einer "Diagnose" da hinkommen und meinen sie wissen was genau fehlt und was sie haben.
    Da kommen manchmal die lustigsten "Diagnosen" zustande!

    Apropos Diagnosen, ich habe genau so viele verschiedene Diagnosen wie die anzahl der "Ärzte" zu denen ich gegangen bin. Welche davon stimmt den nun oder soll ich mir die aussuchen die mir am besten gefällt? (retorische Frage)
    Auch wenn es eine rhetorische Frage ist, möchte ich sie dennoch beantworten.
    Es kommt auf die Ausbildung und die Behandlungsarten des jeweiligen Arztes an. In der Psychologie kommt das sehr häufig vor, dass man diverse Diagnosen bekommt, da es einfach kein Schema F gibt, wie in der Medizin.
    Daher hat man auch immer das Recht auf eine zweite Meinung. Diagnosen wandeln sich auch im Laufe einer Behandlung, da man mehr Wissen zum jeweiligen Patienten bekommt. Das ist völlig normal.

    Ich habe auch beobachtet das dieses System völlig überlastet ist. Leider! Wenn es aber derart überlastet ist das die notwendige Individuelle hilfestellung nicht mehr richtig funktioniert, welchen Sinn hat es dann sich darauf einzulassen? Ist es da nicht Sinnvoller die möglichkeiten zur Selbsthilfe zu stärken anstatt zu versuchen jeden in ein System zu bekommen das kaum noch effectiv arbeiten kann?

    Nur so nebenbei, überlastung ist zwar eine plausible Erklährung allerdings eine ganz miese Entschuldigung für den Schaden der angerichtet wird.
    Das System funktioniert schon, manchmal muss man es einfach als Arbeit betrachten und sich durchwuseln. Das ist in der Medizin genauso. Ein Arzt der einen operiert spricht im Schnitt keine 15 Minuten mit dem Patienten über den ganzen Zeitraum von Einlieferung, Behandlung, OP, Nachsorge usw. Trotzdem funktioniert es. Auch Psychologen sind nur Menschen und der Tag hat nur 24 Stunden. Am Ende kommt es darauf an, ob der Patient sich wohl fühlt und er das Gefühl hat, dass es Fortschritte gibt.
    Viele Sachen lassen sich schon ganz klassisch über Gespräche lösen, in den meisten Fällen ist das mehr als genug und man führt eine einfach Gesprächstherapie durch.
    Ursachen warum dies wirkt gibt es viele, aber eine Ausführung darüber wäre wohl deutlich zu lange.

    Und man kann die Selbsthilfe nicht so einfach stärken, da es juristisch gar nicht zulässig ist. Würde man so etwas gesetzlich einfach erlauben, dann hätten wir massiv Probleme mit selbst ernannten Wunderheilern, Spezialkuren usw.
    Und da gab es schon Todesopfer, wie auch erst kürzlich in den Schlagzeilen wieder nachzulesen war.
    Die bisherigen Regelungen für Selbsthilfegruppen sind bei weitem nicht perfekt und können sicher auch verbessert werden, aber auch hier gibt es Grenzen, die man nicht überschreiten sollte.

    Zitat Zitat von nuuub Beitrag anzeigen
    @NOT-Meludan

    Ich möchte dir hier meinen Respekt zollen.

    Habe deine Beiträge mit Interesse gelesen und das eine oder andere sicherlich dazu gelernt. Bei mir wurde PTBS vor 15 Jahren diagnostiziert, inklusive Schlaflosigkeit, und falls ich doch einschlafen konnte, Albträume. Da ich nach zwei Sitzungen beim Psychiater gemerkt habe dass es nichts bringt, und keine Psychopharmaka einnehmen wollte, suchte ich die "Beruhigung" in den guten alten Stoffen.
    Bin jetzt seit 2006 clean und es ist wie du es sagst, der Kampf hört niemals auf, einmal süchtig, immer süchtig. Man darf niemals so Arrogant werden zu sagen, "Ich bin jetzt über dem Berg, mir kann jetzt nichts mehr passieren". Es kann immer passieren, egal wie stark und bodenständig man glaubt zu sein, irgendwas kann immer passieren was einen aus der Bahn wirft.
    Vor 15 Jahren war, da gebe ich dir ebenfalls recht, PTBS kaum in Deutschland bekannt, wenn man es so sagen kann. Erst durch die Einsätze der Bundeswehr wurde es anders. Die Hilfe die man damals bekam war ein Witz.

    Mit dem Thema "Sucht" kennst du dich, so wie ich es zumindest beurteilen kann, gut aus. Es ist, wie du es auch geschrieben hast, auch egal um welche Form der Sucht es sich handelt.

    Hoffe dass deine Diskussion mit Drake noch weiter geht. Auch wenn ihr zum ursprünglichem Thema zurückkehrt, Spiele- Lootboxen- was auch immer Sucht, so ist die Heilung, wenn man es so nennen kann, den richtig geheilt wird man nie, sehr ähnlich.

    Nochmal, ich ziehe meinen Hut.
    Vielen Dank für das Lob.

    Tut mir Leid das zu hören, leider war das in der damaligen Zeit so.
    Erfahrungen hatte man keine hier und musste da noch selber herausfinden, wie man damit richtig umgeht. Die Gesetzeslage war dazu auch äußerst dürftig in dem Bereich.
    Aber auch hier hat sich vieles verbessert in den letzten Jahren und es ist immer noch genug zu tun.

    Und auch ich wünsche dir hiermit auf jeden Fall weiter alles Gute und Kraft auf deinem Weg.
    Lesen - denken - schreiben - denken - posten - verzweifeln.
    Realität ist relativ.

  18. #38
    Erfahrener Benutzer

    Registriert seit
    30.03.2015
    Beiträge
    246
    Zitat Zitat von Bios-Overclocker Beitrag anzeigen
    Kann doch keiner was dafür wenn der Typ nicht mit Geld umgehen. Aber heftig Mann

    13000 Dollar
    Naja.. andere geben für ihre Kare ein vielfaches der Summe aus mache sogar nur für die Ausstattung der Car HIFI Anlage..
    Ist aber bestimmt auch ne Sucht! Wie fast alles im Leben. Es gibt sogar die Sucht zu Arbeiten

  19. #39
    Benutzer

    Registriert seit
    28.12.2009
    Beiträge
    98
    @ News:

    Das sollte Mamas und Pappas Aufgabe sein. Wenn man ein fades Leben führt bzw ein faden Charakter hat, kann so gut wie alles zu einer Art Parallelwelt werden und zu einem Realitätsverlust führen. Serien, Filme Spiele, SEX!!!, Adrenalin Sportarten, etc etc. Man ist halt psychisch angreifbarer.

    Alles in allem ist es Schuld der allgemeinen Entwicklung, vor allem in Sachen Elektronik und IT. Was möglich ist, wird entwickelt, solange es der maroden Weltwirtschaft dient.

    Sry Junge, du kämpfst auf verlorenen Posten.

    •   Alt

      Anzeige
      Bitte einloggen, um diese Anzeige auszublenden.
       

  20. #40
    Erfahrener Benutzer
    Avatar von Honigpumpe
    Registriert seit
    10.06.2015
    Beiträge
    1.713
    Zitat Zitat von riesenwiesel Beitrag anzeigen
    Hab mein Leben mit Russischem Roulette ruiniert, besser mal einen Brief an EA schreiben.
    Du willst es halt einfach nicht begreifen. Ist ja auch immer so schön einfach, wenn man nicht selbst betroffen ist. Da kann man sich sagen: Wieso, der Süchtige, er hat doch immer die Wahl, auch mal nein zu sagen. Kann doch nicht so schwer sein, verstehe ich nicht. Und so ist es eben gerade nicht: Der Süchtige kann eben vielleicht mal nicht so salopp nein sagen, wie gesunde Menschen es können. Doch Hochmut kommt nicht selten vor dem Fall, und irgendwann erwischt es Dich vielleicht auch mal, wie Du Dein Geld für völlig sinnlose Sachen ausgibst.

    Was ich hier ganz sympathisch finde, ist, daß der "Patient", nennen wir ihn mal so, zunächst mal nicht andere für seine Misere verantwortlich macht, sondern nur mal nachfragt, ob man nicht auch mal auf Leute wie ihn Rücksicht nehmen könnte. Auf jeder Buddel Whisky steht "Drink responsibly". Das löst natürlich längst nicht alle Probleme, ist aber mal ein Anfang für verantwortungsvolles Wirtschaften, das auch Rücksicht auf die Schwächeren in der Gesellschaft nimmt. Der Trinksüchtige fühlt sich zum erstenmal ernst genommen und erfährt auch mal ein bißchen Zuwendung. Das ist nicht viel, aber es ist ein Anfang.
    MichaelG, SGDrDeath, Neawoulf und 3 andere haben "Gefällt mir" geklickt.

Seite 2 von 3 123

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •